Praxismanager

Ich rechne aus, wie viel  Gewinn wir brauchen, wie hoch dazu der Umsatz sein muss und wie hoch die Kosten sein dürfen.

Lückenlose Organisation

Seit seiner Weiterbildung ist Toni Heidrich (29) für die  Organisation der Arbeitsabläufe in einer Zahnarztpraxis verantwortlich. Er kümmert sich etwa um die Erstellung der Dienstpläne und um das Marketing.

Nach seiner Ausbildung zum Zahnmedizinischen  Fachangestellten erfüllte Toni Heidrich in einer Praxis zunächst die klassischen  Aufgaben in seinem Berufsbereich, bevor er in eine privatärztliche Praxis wechselte und dort Erfahrungen an der Rezeption sammeln konnte. Er bemerkte, dass ihm organisatorische Aufgaben liegen, und entschloss sich zu einer zusätzlichen Weiterbildung in diesem Bereich. 

Er meldete sich am Seminarzentrum Renata Jung in Germering für die Weiterbildung zum Praxismanager an. Über einen Zeitraum von sechs Monaten besuchte er alle zwei Wochen jeweils an den Wochenenden den Unterricht. Weiterbildung und Arbeit unter einen Hut zu bringen, sei durchaus fordernd gewesen: „Ich habe versucht, am Abend vor  dem Schlafengehen noch einmal kurz den Unterrichtsstoff  durchzugehen“, erzählt der 29-Jährige.

Von Personalplanung bis zu Kennzahlen

Auf dem Lehrplan standen unter anderem Praxisorganisation,  Arbeitsschutz, Arbeitsrecht, Arbeitsverträge, Qualitätsmanagement,  Grundlagen der Betriebswirtschaft, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement und Telefontraining.  Die Weiterbildungskosten, die derzeit bei 3.850 Euro liegen, finanzierte er aus eigener Tasche. Rückblickend betrachtet  sei es eine lohnende Investition gewesen, wie Toni Heidrich  sagt. Direkt nach seinem Abschluss fand er eine Anstellung  als Praxismanager einer großen Zahnarztpraxis für Kinder.  

Hier ist er nun für die Organisation sämtlicher Arbeitsabläufe  verantwortlich: Er teilt etwa das Personal ein und plant  die Belegung der Behandlungsräume. Fällt ein Mitarbeiter  unerwartet aus, ändert er den Dienstplan. Um die Behandlungsräume  bestmöglich auszulasten, ergreift er geeignete Maßnahmen: „Wenn ich merke, dass wir an einem Tag zu  wenige Patienten haben, kann ich zum Beispiel mehrere Mitarbeiter ans Telefon setzen“, erklärt Toni Heidrich. Um neue  Patienten zu gewinnen, nutzt er unterschiedliche Marketing- Kanäle. Er schaltet zum Beispiel Zeitungsanzeigen oder lässt  Plakate drucken, um für die Praxis zu werben. 

Zu Beginn des Jahres legt der Praxismanager zudem die betriebswirtschaftlichen Ziele fest: „Ich rechne also aus, wie viel Gewinn wir brauchen, wie hoch dazu der Umsatz sein muss und wie hoch die Kosten sein dürfen“, erläutert er. Anhand dieser Zahlen lässt sich das Jahr durchplanen: Wie viele Neupatienten braucht die Praxis? Wie viele Behandlungen von welcher Art sind notwendig? Diese Kennzahlen müssen regelmäßig überprüft werden.

Vielfältige Tätigkeiten

Neben seiner Stelle in der Kinder-Zahnarztpraxis übernimmt  Toni Heidrich auf freiberuflicher Basis auch Management- Aufgaben für andere Praxen. Zudem gibt er sein Wissen im Rahmen von Kursen weiter – dank seiner Kenntnisse und seiner Berufserfahrung hat er wertvolle Hinweise für die Fachkräfte aus seiner Branche parat. Dass die Arbeitsbelastung  aufgrund seiner zahlreichen Tätigkeiten mitunter hoch sei, stelle für ihn kein Problem dar, wie der Praxismanager  erläutert. 

In seiner täglichen Arbeit sind Organisationstalent, betriebswirtschaftliches Denken und ein Gespür für den Umgang mit Mitarbeitern und Patienten unverzichtbar. Und auch die Bereitschaft, sich immer wieder weiterzubilden, ist hilfreich. So hat er mittlerweile etwa einen zusätzlichen Fernlehrgang zum Controller absolviert, um sich noch tiefer gehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse anzueignen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/34944