Praxisanleiter – Pflegeberufe

Ich war schon immer ein talentierter Tutor und wollte das in meiner Arbeit nutzen.

Mit Rat und Tat

Schon früh war ihm klar, dass er gerne sein Wissen weitergeben wollte. Deshalb bildete sich der Gesundheits- und Krankenpfleger Daniel Tschol (25) zum Praxisanleiter weiter. Heute begleitet er angehende Pflegefachkräfte während der Ausbildung.

Während seiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hatte Daniel Tschol seine Freude an der Anleitung von Schülern entdeckt. „Ich war schon immer ein talentierter Tutor und wollte das in meiner Arbeit nutzen. Eine Weiterbildung zum Praxisanleiter in der Pflege schien mir sinnvoll“, erklärt er. Voraussetzung waren eine abgeschlossene Ausbildung sowie zwei Jahre einschlägige Praxiserfahrung. Diese sammelte er auf der dermatologischen Station des Klinikums Nürnberg Nord.

Praxistraining und Projektarbeiten

Die berufsbegleitende Weiterbildung fand am Centrum für Kommunikation, Information und Bildung statt und erstreckte sich über einen Zeitraum von neun Monaten. Die zwei- bis fünftägigen Blockseminare erfolgten im Abstand von zwei bis vier Wochen. Für die Dauer der Kurse wurde Daniel Tschol von der Arbeit freigestellt.

In einer Gruppe mit insgesamt 20 Teilnehmern beschäftigte er sich in den Seminaren mit dem Anforderungsprofil in Pflegeberufen, der Ausbildungsgestaltung sowie der Evaluation des Ausbildungserfolgs. Auf dem Lehrplan standen nicht nur theoretische Einheiten. „In Rollenspielen übten wir die Gesprächsführung während einer Beurteilung und gaben uns Feedback. Manchmal kamen auch Videoaufzeichnungen zum Einsatz, um die gestellten Situationen im Nachgang zu diskutieren.“

Beim Praxistraining auf seiner Station wurde Daniel Tschol durch einen erfahrenen Kollegen begleitet, darüber hinaus absolvierte er zwei Hospitationen. Zum Abschluss fertigte er eine Projektarbeit zusammen mit zwei Kollegen an, mit denen er sich auch zum Lernen traf. „Wir mussten unsere Treffen lange im Voraus planen und unsere Dienstpläne aufeinander abstimmen. Persönliche Vorhaben hatten dabei gelegentlich das Nachsehen“, erinnert er sich.

Die Kosten der Weiterbildung in Höhe von 1.700 Euro übernahm sein Arbeitgeber; für Schulmaterial und Fachliteratur investierte er selbst rund 100 Euro.

Auf das Vertrauen kommt es an

Nach Abschluss der Weiterbildung veränderte sich Daniel Tschols Arbeitsalltag. Zwar übernimmt er nach wie vor Aufgaben im Bereich der Grundpflege, Wundversorgung, Medikamentengabe nach ärztlicher Verordnung und der Assistenz bei lokalen Operationen. Mittlerweile kümmert er sich aber darüber hinaus mit zwei weiteren Kollegen um die Praxisanleitung der Auszubildenden. Er plant und gestaltet etwa die praktischen Einsätze im Pflegealltag. Der 25-Jährige dokumentiert den Ausbildungsverlauf der angehenden Pflegefachkräfte, bewertet deren Leistungen in verschiedenen Pflegesituationen und führt in regelmäßigen Abständen längere Einzelgespräche mit ihnen. Hier geht es nicht nur um Erwartungen, Anforderungen und Zielvorgaben – auch Probleme werden thematisiert. „Ein Vertrauensverhältnis mit den Schülern ist sehr wichtig für den Lernerfolg“, betont der Praxisanleiter. Er arbeitet auch neue Kollegen ein und ist Ansprechpartner für rund 25 Mitarbeiter – für fachliche Fragen, aber auch, wenn privat Redebedarf besteht.

In seiner neuen Position muss sich Daniel Tschol fachlich – beispielsweise in Bezug auf neue Techniken und Pflegetheorien – auf dem Laufenden halten. Zudem sind bestimmte Eigenschaften in seinem Beruf unverzichtbar: „Soziale Kompetenz, Geduld und ein kommunikativer, offener Umgang mit Menschen sind mindestens genauso wichtig.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14575