Parkettleger­meisterin

Ein Massivholzparkett in reiner Handarbeit zu gestalten und zu verlegen, das macht besonders viel Spaß.

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Meisterlich verlegt

Sie plant, verlegt und repariert Parkettböden aller Art nach individuellen Kundenwünschen: Katalin Reichert (37). Ihre Weiterbildung zur Meisterin absolvierte sie unter anderem, um sich damit von den Wettbewerbern abzuheben.

Das Parkettlegehandwerk kennt Katalin Reichert, seit sie als Kind ihren Vater in seinem Betrieb besuchte. Nach ihrem Schulabschluss machte sie die Ausbildung zur Parkettlegerin und gründete bald darauf in München ihr eigenes Unternehmen. Einige Jahre später fasste sie den Entschluss, sich zur Meisterin weiterzubilden. „Ich wollte mich damit auch von der Konkurrenz abheben“, sagt die 37-Jährige.

Zwei Jahre lang besuchte Katalin Reichert nach der täglichen Arbeit jeweils von montags bis donnerstags von 18 bis 21 Uhr die Vorbereitungskurse an der Handwerkskammer München, und lernte so für den betriebswirtschaftlichen Teil der Meisterprüfung. Vor allem Rechnungswesen, Steuer- und Arbeitsrecht standen hier auf dem Lehrplan.

1,9 Quadratmeter großes Meisterstück

„Auf den fachspezifischen Teil habe ich mich an der Innung Parkettlegerhandwerk und Fußbodentechnik für Mittel- und Oberfranken vorbereitet“, sagt sie. Dafür fuhr sie über einen Zeitraum von neun Monaten jedes Wochenende von München nach Bamberg. „Unter anderem haben wir verschiedene Klebe- und Estrichsysteme kennengelernt, außerdem Normen und Unterbodenkonstruktionen.“ Geprüft wurde sie schriftlich und mündlich unter anderem zu Klebeverfahren, Trocknungsarten, Ölen, Fertig-Estrichen, Wärme- und Trittschalldämmung sowie Schädlingsbekämpfung.

Natürlich musste sie im Laufe der Weiterbildung auch ein Meisterstück anfertigen. „Ich habe ein 1,9 Quadratmeter großes Stück Parkettfußboden entworfen, gezeichnet und angefertigt“, erzählt sie. Alles in allem betrugen die Kosten für die Weiterbildung rund 11.000 Euro. Um das zu finanzieren, beantragte Katalin Reichert Meister-BAföG. „Die Weiterbildung zur Meisterin neben dem Beruf war schon hart“, sagt sie. „Da musste ich jede freie Minute fürs Lernen nutzen. Die Mühe hat sich aber gelohnt.“

Werkstoff Holz

Mit ihrem Innungsfachbetrieb „Bodenreich“ entwirft, verlegt und schleift sie Parkettböden aller Art – vom Fertig- bis zum Mosaikparkett. Auch um Vinylböden und Laminat kümmert sie sich. „Seit ich den Meisterbrief habe, gehen deutlich mehr Aufträge ein“, sagt Katalin Reichert, die mit ihrem Ehemann und einer Teilzeitkraft zusammenarbeitet.

Die Einzelheiten eines potenziellen Auftrags bespricht die Unternehmerin mit dem jeweiligen Kunden vor Ort. Sie kalkuliert die voraussichtlichen Arbeitsstunden und das Material und erstellt dann ein Angebot. Zeigt sich der Kunde damit einverstanden, geht es an die Umsetzung. Auf der Baustelle kommen spezielle Arbeitsmittel zum Einsatz: „Die Bodenelemente schneiden wir mit unterschiedlichen Sägen zu, fixieren sie mit Klebemitteln auf dem Untergrund, schleifen den Boden mit Eck-, Band- und Dreischeibenschleifmaschinen und benutzen verschiedene Lacke für die finale Behandlung“, erläutert Katalin Reichert. Da beispielsweise alle Maschinen zur Baustelle transportiert werden müssen, ist die Arbeit körperlich fordernd. „Am Ende eines Arbeitstages kann man nicht nur zufrieden auf sein Werk schauen, sondern weiß auch, was man getan hat.“

Gibt es Aufträge, die sie besonders gerne übernimmt? „Fertigelemente oder Beläge aus Kunststoffen machen zwar auch einen großen Teil meiner Arbeit aus. Aber ein Massivholzparkett in reiner Handarbeit zu gestalten und zu verlegen, das macht besonders viel Spaß.“

In Zukunft möchte Katalin Reichert ihren Betrieb noch ausbauen und auch räumlich vergrößern. „Dann könnte ich mir auch vorstellen, selbst auszubilden“, sagt sie.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4417