Metallbildner­meister

Man arbeitet sowohl handwerklich als auch maschinell.

Unikate aus Edelstahl und Messing

Messing, Edelstahl und Kupfer: Das sind die Materialien, mit denen Metallbildnermeister Georg Ziegenaus (34) tagtäglich hantiert. Seit seiner Weiterbildung übernimmt er zudem kaufmännische und organisatorische Aufgaben.

Würde Georg Ziegenaus durch Londons bekanntestes Kaufhaus bummeln oder mit einer Privatjacht über das Meer schippern, würde er ein Stück Heimat vorfinden. Denn in dem Kaufhaus sind die vielen extravaganten Schuhe in von ihm gebauten Vitrinen aus gebürstetem Messing ausgestellt. Und auf diversen Jachten gibt es Griffe, Relinge und Tischgestelle, die aus seiner Werkstatt stammen: made in Münsterland.

Der 34-Jährige übernahm vor einem Jahr den elterlichen Betrieb in Münster. „Wir stellen hochwertige Sonderanfertigungen für den gehobenen Innenausbau her“, erzählt Georg Ziegenaus. „Am häufigsten fertigen wir Treppengeländer, Handläufe und Beschläge, aber im Grunde setzen wir alles um, was man aus Edelstahl, Messing und Kupfer machen kann.“ Seine Kundschaft kommt aus ganz unterschiedlichen Branchen. Neben Hotel- und Ladenbetreibern sowie Schiffbauern arbeitet er mit Künstlern, Designern, Kirchen, Behörden und auch Privatleuten zusammen. Die Produkte sind allesamt Sonderanfertigungen.

Das Ziel vor Augen

Um den Betrieb übernehmen zu können, hätte Georg Ziegenaus den Meister nicht absolvieren müssen. Doch einerseits wollte er sein Fachwissen vertiefen, andererseits in seinem Beruf als Ausbilder tätig werden, wofür er den Ausbildereignungsschein brauchte.

Der fachspezifische Teil der Meisterweiterbildung fand berufsbegleitend in Düsseldorf statt und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. In der Meisterklasse wurden Metallbildner zusammen mit den Graveuren unterrichtet. Alle zwei Wochen beschäftigte sich Georg Ziegenaus freitags und samstags mit Stilkunde, technischem Zeichnen, CAD-Software und Freihandzeichnen. „Es ist im Gespräch mit Kunden immer sehr hilfreich, wenn man Ideen veranschaulichen und zu Papier bringen kann“, erläutert er. Auch Zeitmanagement, Qualitätskontrollen und der effiziente Umgang mit den teils teuren Ausgangsmaterialien standen auf dem Programm.

Im kaufmännischen Teil, den er im Abendunterricht an der Industrie- und Handelskammer Münster absolvierte, wurden ihm tiefer gehende Kenntnisse auf den Gebieten Recht, Steuern und Betriebsführung vermittelt. Auch den Ausbildereignungsschein erwarb er in Münster.

Georg Ziegenaus investierte seine Freizeit und lernte neben dem Berufsalltag für die Abschlussprüfungen. Die Doppelbelastung nahm er gern in Kauf: „Man hat ja ein Ziel vor Augen und weiß, dass man dafür etwas tun muss.“ Die Kursgebühren für den fachtheoretischen und den fachspezifischen Teil beliefen sich auf 5.450 Euro, die er unter Verwendung von Meister-BAföG (jetzt: Aufstiegs-BAföG) finanzierte.

Sägen, stanzen, löten

Das Wissen aus seiner Weiterbildung kommt dem Metallbildnermeister mittlerweile im Berufsalltag zugute. Wenn er eine Kundenanfrage bekommt, zeichnet er in der Regel einen Entwurf, kalkuliert anschließend die Kosten und erstellt ein Angebot. Wenn der Auftrag erteilt ist, plant Georg Ziegenaus die Arbeitsabläufe und verteilt die Aufgaben. Anspruchsvolle Arbeiten erledigt der Meister selbst. Die Abwechslung ist es, die er an seinem Beruf so schätzt: „Kein Projekt ist wie das andere. Man arbeitet sowohl handwerklich als auch maschinell, kann sägen, drehen, biegen, stanzen, löten.“ Je nachdem, welche Akzente gesetzt werden sollen, werden die Oberflächen zum Schluss matt gebürstet oder auf Hochglanz poliert, patiniert, verchromt, vernickelt oder vergoldet. „Gerade die Oberflächenbearbeitung ist ein aufwendiger Prozess.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2552