Meisterin – Schutz und Sicherheit

Im fachspezifischen Teil geht es um Schutz- und Sicherheitstechnik, Organisation sowie um Personalfragen.

Sicherheit am Flughafen

Bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen geht es nicht nur um Durchsuchungstechniken. Auch rechtliche Grundlagen, die festlegen, was in welchem Fall zu tun ist, müssen die Sicherheitskräfte kennen: ein Fall für Klaudija Sarikas (43).

irgendwann einmal hatte Klaudija Sarikas Hotelfachfrau gelernt. Das ist aber so lange her, dass die heute 43-Jährige kaum mehr als Quereinsteigerin bezeichnet werden kann. „Die Sicherheitsbranche hat mich gereizt, obwohl es eine Männerdomäne ist, in der man sich erst einmal behaupten muss“, sagt sie über den Grund für den Einstieg in den Bereich Schutz und Sicherheit.

Sie fing als Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals an der Pforte eines Unternehmens an. Aufgrund ihrer praktischen Erfahrung konnte sie dann berufsbegleitend die Fortbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft angehen. Dann wechselte sie den Arbeitgeber und qualifizierte sich für den neuen Tätigkeitsbereich zusätzlich zur Luftsicherheitskontrollkraft. Über Jahre führte sie Personenkontrollen auf einem Flughafen durch: „Ich wollte aber nicht stehenbleiben, sondern beruflich weiterkommen. Eine große Motivation war für mich sicherlich auch, dass ich als alleinerziehende Mutter meinen Kindern ein Vorbild sein wollte.“

Biss und Durchhaltevermögen

Die zweijährige Teilzeitweiterbildung zur Meisterin für Schutz und Sicherheit schaffte sie mit viel Disziplin: Von montags bis freitags arbeitete sie im Schichtdienst auf dem Flughafen, an den Samstagen saß sie von 8 bis 16.30 Uhr auf der Schulbank. Ihre Mutter betreute zwar in der Zeit die Kinder, aber lernen musste sie ja auch irgendwann: „Ich wollte das unbedingt schaffen, sonst hätte ich es nicht durchgehalten."

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte in der Weiterbildung waren die rechtlichen Fragestellungen: „Wenn man nicht selbst in der Branche tätig war, ist das alles sehr abstrakt.“ Voraussetzung für den Meister für Schutz und Sicherheit sind daher nicht nur der Abschluss in einem Ausbildungsberuf, idealerweise mit sicherheitsrelevantem Bezug, sondern einschlägige Berufserfahrung. „Im allgemeinen Teil werden grundlegende Qualifikationen thematisiert. Im fachspezifischen Teil geht es um Schutz- und Sicherheitstechnik, Organisation sowie um Personalfragen“, erläutert sie. Zudem legte sie die Ausbildereignungsprüfung ab, um Luftsicherheitskontrollkräfte ausbilden zu dürfen. Finanzieren konnte sie die rund 5.000 Euro für den Lehrgang und die Prüfungen an der Industrie- und Handelskammer über Meister-BAföG: „Das ist wirklich eine tolle Sache.“

Ausbilden, planen, führen

Eine ihrer Aufgaben besteht heute in der Ausbildung des Nachwuchses. Ihr Arbeitgeber, die Securitas Aviation, ist ein Dienstleister, der Fachpersonal sowie Sicherheitstechnik bereitstellt. Für die Mitarbeiter sind jährliche Fortbildungen verpflichtend. Vormittags hält Klaudija Sarikas ihre Schulungen: „Dabei geht es nicht nur um Sicherheitstechnik und Kontrollabläufe oder um Waffenrecht. Die Sicherheitskräfte müssen auch wissen, was zu tun ist, wenn ihnen zum Beispiel bei einer Kontrolle ein Laptop runterfällt.“

Ihr Terminkalender ist prall gefüllt. Neben der Schulung koordiniert sie die Einsätze der Mitarbeiter, erstellt Abrechnungen, führt Mitarbeiter- und Kundengespräche, besetzt Sonderdienste oder kalkuliert Angebote. Bei der Personalplanung arbeitet sie eng mit dem Betriebsrat zusammen: „Das Fachwissen ist das eine. Da ich tagtäglich mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun habe, ist soziale Kompetenz aber genauso wichtig.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8082