Meister – Kreislauf- und Abfall­wirtschaft und Städte­reinigung

Es ist ein großer Vorteil, dass ich die Arbeit meiner Mitarbeiter genau kenne.

Der Meister, der die Stadt sauber hält

In der Regionalstelle eines Stadtreinigungsbetriebs sorgt Tino Heuser (44) für saubere Straßen, Gehwege und Plätze sowie für eisfreie Fahrbahnen im Winter. Seinen heutigen Aufgabenbereich konnte er dank einer Weiterbildung übernehmen.

Tino Heuser ist bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben tätig. In seiner Funktion als Meister und Bereichsleiter plant er den Einsatz von Personal und Technik: Er erstellt die Dienst- und Urlaubspläne sowie die Sonderdienstpläne für Demonstrationszüge wie den Christopher Street Day. Darüber hinaus ist er für die Qualitätskontrollen in seinem Bereich zuständig. In der kalten Jahreszeit kommt die Koordinierung des Winterdienstes auf Fahrbahnen und Fußgängerüberwegen hinzu. Der Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Städtereinigung ist das Bindeglied zu Behörden wie dem Ordnungs- oder Grünflächenamt und natürlich zu den Bewohnern des Stadtviertels.

Rückendeckung durch den Arbeitgeber

Tino Heuser absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur – heute lautet ein entsprechender Abschluss „Anlagenmechaniker/in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“. Er arbeitete dann einige Jahre in diesem Beruf. Als sein damaliger Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste, wechselte er zu seinem heutigen. Hier nahm er zunächst eine Stelle als Straßen- und Grünflächenreiniger an. Später war er als Kraftfahrer tätig und steuerte Einsatzfahrzeuge von Reinigungsgruppen.

Meinen Job habe ich gerne gemacht, ich war ja immer draußen“, erzählt Tino Heuser. Aber er wusste auch, dass ihm die harte körperliche Arbeit mit zunehmendem Alter nicht mehr so leichtfallen würde. „Hinzu kommen die Witterungsverhältnisse: im Sommer die Hitze, im Winter die Kälte.“ Als seine Vorgesetzte ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, den Meisterabschluss zu machen, sagte er zu.

Der Lehrgang fand in Dresden statt und umfasste mehrere Blockseminare, die sich auf einen Zeitraum von zwei Jahren verteilten. Im fachübergreifenden Teil ging es um rechtsbewusstes und betriebswirtschaftliches Handeln, um die Zusammenarbeit im Betrieb sowie um naturwissenschaftliche Grundlagen. Im handlungsspezifischen Teil beschäftigten sich die Teilnehmer mit Betriebstechnik, Stadtreinigung und Winterdienst. Darüber hinaus standen Recht, Arbeits- und Umweltschutz, Betriebsführung und Personalentwicklung auf dem Lehrplan.

Tino Heusers Arbeitgeber übernahm die Kosten für die Weiterbildung und stellte ihn für die Blockveranstaltungen frei. Mit einem weiteren Kollegen traf sich der angehende Meister zum gemeinsamen Lernen. Unterstützt wurden sie zudem von einem erfahrenen Meister.

Neue Rolle im gleichen Team

Als Tino Heuser seine neue Position als Meister und Bereichsleiter übernahm, wurde er gleichsam der Chef seiner ehemaligen Gruppenkollegen. In die Mitarbeiter kann er sich gut hineinversetzen: „Es ist ein großer Vorteil, dass ich die Arbeit meiner Mitarbeiter genau kenne, weil ich sie ja selbst jahrelang gemacht habe“, erläutert er. Für ihn sind zufriedene Beschäftigte besonders wichtig, denn „ohne Mitarbeiter ist man nichts“, wie er betont. „Um diese Zufriedenheit zu gewährleisten, braucht es Geschick in der Führungsrolle."

Ob Tino Heuser in Zukunft die Position eines Regionalstellenleiters ausfüllen möchte, weiß er heute noch nicht: „Eine Etage höher zu steigen, heißt selbstverständlich auch, mehr Verantwortung zu tragen und seine Führungsqualitäten zu erweitern. Dafür möchte ich erst noch zusätzliche Erfahrungen sammeln.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/10252