Meister – Bäder­betriebe

Ich überprüfe zum Beispiel, ob das Chlor und der pH-Wert die Grenzwerte übersteigen.

Um den Spaß der Badegäste bemüht

Er arbeitet dort, wo andere ihre Freizeit verbringen: Der Meister für Bäderbetriebe Benjamin Schmidt (30) sorgt dafür, dass sich Jung und Alt im Freibad wohlfühlen.

Das Westbad in Nürnberg ist an sonnigen Sommertagen gut besucht, hier herrscht meist ausgelassene Stimmung. Benjamin Schmidt sorgt dafür, dass die Gäste im Badebetrieb ihren Spaß haben können. Als Schichtführer ist er für die Sicherheit und Sauberkeit im Freibad zuständig.

Der heute 30-Jährige hatte zunächst eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe absolviert und sich dann um seine heutige Stelle beworben: „In der Stellenausschreibung war als Voraussetzung genannt, innerhalb von zwei Jahren den Meister zu machen“, erklärt er. Also meldete er sich an der Bayerischen Verwaltungsschule für die Weiterbildung zum Meister für Bäderbetriebe an.

In 15 Wochen zum Meistertitel

Die Weiterbildung dauerte insgesamt 15 Wochen und war in vier Teile untergliedert; den Blockunterricht konnte man berufsbegleitend absolvieren. Im fachübergreifenden Teil eignete sich Benjamin Schmidt unter anderem betriebswirtschaftliche Kenntnisse an, im berufs- und arbeitspädagogischen Teil erwarb er die Ausbildereignung. Der fachspezifische Teil bestand aus theoretischen und praktischen Einheiten. In der Theorie ging es etwa um Bädertechnik, Bäderbetrieb, Schwimm- und Rettungslehre sowie um gesundheitliche Aspekte. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmer mit mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen. In der Praxis standen unter anderem Rettungsschwimmen und Wassersport, aber auch betriebstechnische Situationsaufgaben auf dem Plan. Um den Lernstoff besser zu bewältigen, traf sich Benjamin Schmidt regelmäßig mit anderen Meisterschülern zum Lernen. „Es war eine harte Zeit“, erinnert er sich. „Ich bin ein ehrgeiziger Mensch, der unbedingt einen guten Abschluss machen wollte, und habe daher viel Zeit investiert.“ Zusätzlich zu den Prüfungen am Ende der einzelnen Kursteile musste jeder Teilnehmer eine 20-seitige Hausarbeit anfertigen.

Um die Weiterbildung zu besuchen, opferte der angehende Meister seinen Jahresurlaub. Die Kosten für die Weiterbildung, die inklusive Übernachtungen rund 12.000 Euro betrugen, übernahm größtenteils sein Arbeitgeber. Außerdem erhielt er Meister-BAföG, das jetzt Aufstiegs-BAföG heißt.

Werte messen, Gäste betreuen

Das Wissen aus der Weiterbildung kann Benjamin Schmidt direkt im Berufsalltag anwenden. Sein Arbeitstag beginnt stets mit einem Rundgang, etwa zwei Stunden, bevor die Gäste eintreffen: „Ich gehe hinunter zu den technischen Anlagen und überprüfe zum Beispiel, ob das Chlor und der pH-Wert die Grenzwerte übersteigen. Im weiteren Tagesverlauf muss ich diese Messung noch einmal vornehmen.“ Er kontrolliert zudem die komplette Anlage: Funktionieren die Filter, Pumpen und Motoren? Sind die Rutschen in einem einwandfreien Zustand? Bestehen irgendwelche Gefahren für die Gäste? Falls technische Störungen auftreten, sorgt er dafür, dass sie schnell behoben werden.

Im Tagesverlauf kümmern sich Benjamin Schmidt und seine Mitarbeiter um die Sicherheit der Gäste. Sie behalten das Wasser stets im Blick und greifen bei Gefahrensituationen ein. In seltenen Fällen müssen sie sogar jemanden vor dem Ertrinken retten oder wiederbeleben. Der Meister hat außerdem hinter den Kulissen zu tun: Im Büro kümmert er sich beispielsweise um die Bestellung von Arbeitsmaterialien und passt die Arbeitspläne an.

Was wichtig in seinem Beruf ist? Neben Fitness, technischem Verständnis und Verantwortungsbewusstsein ist das vor allem Freundlichkeit gegenüber dem Kunden – auch wenn es gerade stressig sein sollte.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14055