Maler- und Lackierer­meister

Nach der Meisterprüfung ist man selber derjenige, der die Ansagen macht.

Als Vorgesetzter optimal gerüstet

Den elterlichen Betrieb fortführen – mit diesem Ziel begann Sebastian Zapf (30) seine Ausbildung. Heute leitet er als Maler- und Lackierermeister ein Team von rund 20 Mitarbeitern.

Sein Ururgroßvater mütterlicherseits hatte das Bayreuther Maler-Unternehmen 1890 gegründet. Die Entscheidung, beruflich in die familiären Fußstapfen zu treten, traf Sebastian Zapf nach Abschluss der elften Gymnasialklasse: „Mir wurde klar, dass unsere Familie das Unternehmen seit 125 Jahren am Leben erhält und dass ich diese Tradition unbedingt fortführen will.“

Er begann seinen beruflichen Werdegang mit einer Ausbildung zum Maler und Lackierer in einem Malerbetrieb in Baden-Württemberg. Da er die mittlere Reife besaß, konnte er die Lehrzeit verkürzen und nach zwei Jahren die Gesellenprüfung ablegen. Einige Zeit später meldete er sich dann für die Weiterbildung zum Maler- und Lackierermeister an, um für seine zukünftigen Aufgaben bestens gerüstet zu sein.

Ohne Umwege ans Ziel

Der Lehrgang bestand aus vier Modulen. Als Erstes besuchte Sebastian Zapf die Kurseinheit zu betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Themen; diese nahm drei Monate in Anspruch. Direkt im Anschluss ging es mit berufs- und arbeitspädagogischen Lerninhalten weiter. Dieser Teil erstreckte sich über einen Monat. Der fachpraktische und fachtheoretische Teil dauerte schließlich über etwas mehr als ein halbes Jahr. Die Teilnehmer vertieften ihr Wissen in Bezug auf Technik und Gestaltung, außerdem ging es um die Auftragsabwicklung, Organisation, Marketing, Personalwesen, Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

Die BAföG-finanzierte Weiterbildung erfolgte in Vollzeit; daneben war Sebastian Zapf geringfügig beschäftigt. Teilweise waren ihm Themen aus BWL und Buchführung noch von seiner Schulzeit her bekannt, und auch was den fachlichen Teil anbelangte, besaß er bereits tiefer gehende Kenntnisse – er hatte im Jahr seiner Gesellenprüfung an einem von der Innung ausgeschriebenen Leistungskurs teilgenommen. Sein Interesse an der Materie war zudem Motivation für ihn. „Ich habe in meinen Kursen alles aufgesaugt.“

Zwischen Büro und Baustelle

Seit der Meisterprüfung kümmert sich Sebastian Zapf im elterlichen Malerbetrieb, dem seine Mutter als Inhaberin und Geschäftsführerin vorsteht, um ein breites Aufgabenfeld. So sorgt er beispielsweise für die Organisation der Arbeitsprozesse auf den einzelnen Baustellen. Vor Ort weist er die Mitarbeiter ein, trifft sich mit Kunden und kontrolliert die Arbeitsfortschritte. Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt er darüber hinaus im Büro, wo er unter anderem Aufmaße erstellt, Kosten kalkuliert, den Schriftverkehr erledigt oder Farben bestellt. Das war vor seiner Weiterbildung anders: „Als Malergeselle wird man von seinem Meister angeleitet. Nach der Meisterprüfung ist man selber derjenige, der die Ansagen macht und sich um den ganzen Hintergrund kümmert.“ Wichtig sei, dass man Freude an organisatorischen Aufgaben habe und über Führungsqualitäten verfüge: „Als jüngerer Meister muss man ja unter Umständen auch ältere Mitarbeiter anleiten – und dafür braucht man ein gewisses Durchsetzungsvermögen“, erläutert der 30-Jährige. „Man muss für so eine Führungsposition schon Selbstvertrauen mitbringen.“

Durch seine Berufserfahrung und das Wissen, das er sich im Rahmen seiner Weiterbildung aneignete, fühlt sich Sebastian Zapf optimal dafür gerüstet, um den Familienbetrieb eines Tages in fünfter Generation zu leiten.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4591