Konstruktions­zeichner

Auch Kenntnisse in der technischen Redaktion und Kommunikationsgeschick sind gefragt.

Spannvorrichtungen in 3-D

Arnaud Syga (37) spezialisierte sich im Laufe seines beruflichen Werdegangs. Er vertiefte seine Kenntnisse über Kurse, sammelte berufliche Erfahrungen – und ist heute genau in dem Bereich tätig, den er sich vorgestellt hat: Konstruktionszeichnen.

Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn absolvierte Arnaud Syga eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Seit rund zwei Jahren arbeitet der 37-Jährige nun in der Konstruktionsabteilung der SAV Spann-Automations-Normteiltechnik GmbH in Nürnberg. Hier werden Spannvorrichtungen unterschiedlicher Machart für Werkzeugmaschinen zum Fräsen und Schleifen entwickelt. Seine Zeichnungen erstellt er dreidimensional mittels CAD-Software. CAD steht für Computer-Aided-Design, also rechnergestütztes Konstruieren.

Räumliche Vorstellungskraft und mathematisches Verständnis

Nach seiner Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Maschinenbautechnik arbeitete Arnaud Syga zunächst bei einem Hersteller für gedruckte Elektronik. Hier war er unter anderem für die Konstruktion sowie für die Fertigung zuständig. Seine berufliche Zukunft sah er jedoch im Konstruktionszeichnen. Nach einigen Jahren wechselte er daher zu seinem heutigen Arbeitgeber in die Konstruktionsabteilung. „Hier kann ich meine Stärken wie räumliche Vorstellungskraft und mathematisches Verständnis am besten nutzen“, sagt er.

Zusätzliches Fachwissen eignete er sich im Rahmen verschiedener Schulungen an. Er nahm etwa an einem einwöchigen Kurs zu den internationalen Maschinenrichtlinien nach ISO und DIN in Nürnberg teil. Im Rahmen einer weiteren Schulung beschäftigte er sich mit den Funktionen und der Bedienung einer speziellen 3-D-CAD-Konstruktionssoftware. Sein damaliger Arbeitgeber übernahm die Kosten für beide Kurse und stellte ihn von der Arbeit frei.

Nach seinem Einstieg in den neuen Aufgabenbereich machte sich Arnaud Syga zunächst mit den firmeninternen Standards und den Produktlinien der Firma vertraut. „Auf interne Schulungen wurde dabei verzichtet“, erläutert er. „Dafür stand mir ein erfahrener Kollege zur Seite, der mir in der Einarbeitungsphase wertvolle Tipps gab.“

Arbeit am Rechner und am Zeichenbrett

Der Konstruktionszeichner verbringt viel Zeit am Rechner sowie am Zeichenbrett. Bekommt er zum Beispiel den Auftrag, für einen Elektromagneten eine entsprechende Spannvorrichtung zu konstruieren, kontrolliert er zunächst die vorgegebenen Spezifikationen wie Form, Maße und Polteilung. Anschließend prüft er, ob die firmeninterne Datenbank bereits gleichwertige Produkte enthält. „Ähnliche Produkte in unserem Portfolio müssen vielleicht nur in Größe, Höhe oder Bohrlochplatzierung modifiziert werden. Gleichteile können aus anderen Baugruppen benutzt werden. Das ist natürlich günstiger“, erläutert er. Daraufhin erstellt er Detailzeichnungen und simuliert die Baugruppe am Rechner.

Seine Zeichnungen versieht der 37-Jährige mit Angaben zu den Abmessungen, zu Toleranzen, Oberflächenbeschaffenheit sowie Stoffeigenschaften. Für den technischen Verkauf erstellt er Montageanweisungen auf Deutsch und Englisch. Generell steht der Konstruktionszeichner in engem Kontakt mit den anderen Abteilungen – etwa mit dem Vertrieb, über den die Kundenaufträge laufen, oder der Fertigung. Oft ist er auch in der Montagehalle, um sich mit den Mitarbeitern über mögliche Probleme auszutauschen, die sich beim Umsetzen der Zeichnungen ergeben können. Bei der Präsentation beim Kunden ist er ebenfalls vor Ort. „Neben Fachwissen sind auch Kenntnisse in der technischen Redaktion und Kommunikationsgeschick gefragt, um Inhalte zu vermitteln“, sagt er.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6484