Kindergarten­leiterin

Einige KursInhalte haben mich in meiner Arbeit bestätigt, andere eröffneten mir neue Perspektiven.

Für das Wohl der Kinder

Teamleitung, Verwaltung, Kinderbetreuung, Elternabende – Birgit Lillak (58) ist als Leiterin einer Kindertagesstätte auf vielen Ebenen gefordert. Auf ihre Tätigkeit bereitete sie sich über Seminare vor.

Birgit Lillaks Arbeitsplatz ist die Kindertagesstätte Meyenfeld im dörflichen Zentrum von Garbsen bei Hannover. Die Einrichtung ist dem Paritätischen Verein für Jugendwohlfahrt Garbsen unterstellt. Hier betreuen acht Erzieherinnen um die 75 Kindergartenkinder. Zusätzlich gibt es auch eine Krippe für Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren. Als Leiterin gehört es zu Birgit Lillaks Aufgaben, eine gute, wertschätzende Atmosphäre für Mitarbeiter, Kinder und Eltern zu schaffen und den Betrieb des Kindergartens zu planen und zu organisieren.

Ein ganzes Aufgabenbündel

Die heute 58-Jährige wusste ganz genau, worauf sie sich einließ: Bevor sie die Leitung übernahm, war sie jahrelang als Erzieherin in der Kindertagesstätte tätig. „Leitung bedeutet ein ganzes Bündel an Aufgaben“, erzählt sie. Wichtig sei, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen: „Man ist auf der einen Seite zwar Ansprechpartner für alle Beteiligten, darf sich aber auch nicht überrollen lassen.“

Ansprechpartner für alle heißt in ihrem Fall in erster Linie Mitarbeiter, Eltern, Verantwortliche der Kommune, Einrichtungsträger und die lokale Presse. Ihre Tätigkeit beinhaltet viel Büroarbeit: Birgit Lillak beantwortet Anfragen von Eltern, vereinbart Mitarbeiter- und Elterngespräche, leitet Teambesprechungen und organisiert Veranstaltungen. Darüber hinaus plant sie Neuanschaffungen und kalkuliert die Kosten. Trotz aller Organisation und Bürokratie ist sie dennoch nah dran an den Kindern: Von ihren 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit sind auch zehn Stunden für die Gruppenarbeit vorgesehen.

Um sich auf ihre Aufgaben vorzubereiten, belegte sie einen Lehrgang zur zertifizierten Kita-Leitung an der Akademie für Kindergarten, Kita und Hort mit Sitz in Lippstadt: „Für mich ist es wichtig, offen für Neues zu bleiben und die Bereitschaft mitzubringen, mich weiterzuentwickeln.“ Über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckten sich die Kurse, die jeweils mehrere Tage dauerten. Für die Schulungen wurde sie von der Arbeit freigestellt; ihr Arbeitgeber übernahm die Kosten.

Teamentwicklung, Leitung und Führung, Elterngespräche, Moderation und Kommunikation sowie Recht für Erzieherinnen waren die Themen der verschiedenen Module, die sie besuchte. „Einige Inhalte haben mich in meiner Arbeit bestätigt, andere eröffneten mir neue Perspektiven. Es ging unter anderem darum, die eigene Arbeit zu reflektieren.“

Immer am Ball bleiben

Für die Teamentwicklung lernte Birgit Lillak zum Beispiel neue Rollenspiele kennen. Aber auch die rechtlichen Inhalte der Fortbildung seien sehr interessant und wichtig für Erzieherinnen: „Es ist gut zu wissen, wofür man haftbar gemacht werden kann.“ Zudem ist sie dankbar für die Tipps in Bezug auf schwierige Elterngespräche: „Das schüttelt man auch nach jahrelanger Berufserfahrung nicht so einfach aus dem Ärmel. Es kann zum Beispiel sehr hilfreich sein, schwierige Gespräche mit positiven Eigenschaften des Schützlings zu beginnen, um ein stark negativ geprägtes Bild des Kindes zu entzerren.“ Es seien oft kleine Anregungen, die große Wirkung haben können.

Birgit Lillak möchte sich auch in Zukunft beständig weiterbilden: „In der Arbeit mit den Eltern und Kindern verändert sich immer wieder etwas. Ich finde es spannend, am Ball zu bleiben – immer natürlich mit Blick auf das Wohl der Kinder.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/9166