Juwelier und Uhrmacher

Mein Beruf macht mir großen Spaß.

Schöne Stücke

Von der mechanischen Armbanduhr bis zur Wanduhr – Manuel Philipp (27) kann sie alle reparieren. Daneben erfüllt er auch Kundenwünsche im Schmuckbereich.

Manuel Philipp hat es mit glänzenden, wertvollen Dingen zu tun. Der 27-Jährige arbeitet bei Klisch in Weißenburg, einem Juwelier. Sein hauptsächliches Arbeitsgebiet ist die Werkstatt, in der er Zeitmesser repariert: „Jede Uhr erzählt ihre eigene Geschichte. Bei Stücken, die 200 oder 300 Jahre alt sind, erkenne ich oft die Spuren anderer Uhrmacher. Der Moment, in dem das Pendel nach der Reparatur wieder schwingt, ist einfach schön.“

Es klingt, als habe Manuel Philipp seinen Traumberuf gefunden. Dabei hatte er nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert: „Ich wollte schon damals Uhrmacher werden, aber es gab keine Ausbildungsstelle.“ Ein paar Jahre später hatte er Glück: Er konnte bei seinem heutigen Arbeitgeber eine Uhrmacherausbildung absolvieren. „Und seitdem habe ich das keinen Tag bereut“, sagt er. Nach seinem sehr guten Abschluss nahm er an einem Wettbewerb für Uhrmachergesellen teil, aus dem er als Bundessieger hervorging: „Mein Beruf macht mir eben großen Spaß.“ Weil er seine Kenntnisse noch vertiefen wollte, schloss er eine Weiterbildung zum Meister an.

Erbstücke wieder in Gang bringen

Heute machen die Reparaturen von mechanischen Uhren den größten Teil seines Arbeitsalltags aus. „Das bieten nicht mehr viele Juweliergeschäfte an“, sagt er. „Für die, die es können, kommen aber rosige Zeiten.“ Seit sein Arbeitgeber aktiv mit den Reparaturen wirbt, sei die Auftragsmenge stetig gewachsen. Taschenuhren vom Großvater, alte Tischuhren oder eine Wanduhr, die die Großeltern einmal als Hochzeitsgeschenk bekommen haben – all das bringen die Kunden: „Wenn ich ihnen dann sage, dass ich die Uhr reparieren kann, sind sie glücklich.“

Manuel Philipp prüft zunächst den äußeren Zustand der Zeitmesser. Dann sucht er nach der Ursache für die Funktions- oder Gangstörung, zerlegt die Uhr und behebt den Fehler. Meist muss er sie auch reinigen und Verharzungen oder Rost entfernen. Anschließend setzt er die Uhr wieder zusammen und stellt sie neu ein. Oftmals behält er sie dann noch einige Tage in der Werkstatt, um sicherzugehen, dass sie richtig läuft.

Die Wartung von elektronischen Zeitmessgeräten gehört ebenso zu seinen Aufgaben wie gelegentliche Restaurierungsarbeiten an historischen Groß- und Kleinuhrwerken. Außerdem arbeitet er oft mit Fachkräften anderer Bereiche zusammen: Wenn das Holz einer Uhr beschädigt ist, schickt Manuel Philipp sie zu einem Schreiner; wenn sie neue Scheiben braucht, gibt er sie zum Glaser.

Schnellservice und Einzelanfertigungen

Der 27-Jährige kann auch selbst Uhren herstellen – so hat er schon eine Wand-Pendeluhr und eine Tischuhr gebaut, die neben der Zeit auch die Äquation anzeigt, also die Differenz zwischen mittlerer Sonnenzeit und wahrer Ortszeit: „Im Arbeitsalltag kommt das aber selten vor. Den meisten Kunden ist das zu teuer.“

Daneben ist Manuel Philipp auch in anderen Bereichen tätig. So bearbeitet er beispielsweise Aufträge im Schmuckbereich. Zwei Stunden pro Tag widmet er sich etwa dem Schnellservice und graviert die Schmuckstücke der Kunden. Außerdem bringt er matte Preziosen aus Edelmetall wieder zum Glänzen. Beispielsweise poliert er Ohrstecker auf.

Für die Zukunft hat sich der Juwelier und Uhrmacher das Ziel gesetzt, die Uhrenwerkstatt „auf eigene Füße zu stellen“: Sie soll unabhängig vom Verkauf rentabel sein. „Vielleicht könnten wir auch noch einen Gesellen einstellen und uns um die Ausbildung der Jugend kümmern.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2581