Industrie­meisterin – Optik

Wir stellen nicht nur die reine Linse oder das reine Prisma her, sondern montieren diese auch.

Karriere mit Hightech

Susann Bergner (33) arbeitet in einer Zukunftsbranche: Die Industriemeisterin der Fachrichtung Optik stellt optische Bauelemente her, die in der Medizin- und Weltraumtechnik gebraucht werden.

Im Berufsinformationszentrum informierte sich Susann Berger zum ersten Mal über die beruflichen Möglichkeiten im Bereich der optischen Industrie. „Vorher hatte ich eher den sozialen Zweig anvisiert“, erzählt sie. Physik, Mathematik und Biologie seien aber schon immer Stärken von ihr gewesen. Interessiert an dem Berufsbereich, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Feinoptikerin und fand eine Anstellung bei ihrem heutigen Arbeitgeber, einem Hersteller von präzisionsoptischen Komponenten und Geräten. Die Anwendungsbereiche der optischen Systeme, an denen in dem Unternehmen gearbeitet wird, sind vielfältig – von der Medizin- über die Laser- bis zur Weltraumtechnik. „Es ist schon beeindruckend, was man mit der Optik alles machen kann“, sagt Susann Bergner.

Nach einigen Jahren im Beruf wollte sie mehr Verantwortung übernehmen. Um sich das nötige Fachwissen anzueignen, entschied sie sich für eine Weiterbildung zur Industriemeisterin der Fachrichtung Optik.

Führungsposition in Sicht

Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement, Kommunikation und Planung: Das waren einige der Themen, mit denen sie sich im Rahmen der nebenberuflichen Qualifizierung beschäftigte. Im fachspezifischen Abschnitt ging es unter anderem um Betriebs-, Fertigungs- und Prüftechnik, darüber hinaus wurde das Thema betriebliche Organisation behandelt. Im fachübergreifenden Teil standen rechtliche, betriebswirtschaftliche und arbeitspädagogische Inhalte auf dem Lehrplan. Auch die Ausbildereignung erwarben die Teilnehmer.

Unter der Woche arbeitete sie Vollzeit in zwei verschiedenen Schichten, freitags und samstags besuchte sie die Kurse in Jena. „Da musste man sich immer wieder aufraffen“, erinnert sie sich. Doch der Einsatz lohnte sich: Bereits während der Qualifizierung wurde sie stellvertretende Abteilungsleiterin.

Nach der Meisterprüfung nahm Susann Bergner eineinhalb Jahre Elternzeit, seit vergangenem Sommer ist sie wieder berufstätig. Natürlich habe sie sich mit dem Meistertitel auch finanziell verbessern wollen, sagt die junge Frau: „Schließlich möchte ich meinen Kindern doch einmal etwas bieten können.“

Präzision im Reinraum

Die Industriemeisterin arbeitet selbst an den optischen Komponenten, die bei ihrem Arbeitgeber hergestellt werden: „Beim Feinkitten verbinde ich mithilfe von verschiedenen Klebstoffen oder Harzen Linsen und Strichplatten zu kleinen optischen Systemen.“ Das erfordere besondere Fingerfertigkeit. Später, in der Qualitätskontrolle, werden die Linsen mit speziellen Mess- und Richtgeräten geprüft. Nach der Qualitätssicherung gehen diese Bauelemente entweder direkt in den Verkauf oder sie werden weiter montiert.

Für ihre Arbeit braucht Susann Bergner ein geschultes Auge. Präzision und Sorgfalt sind gefragt, wenn es darum geht, optische Linsen zu reinigen, zu verkitten und auszurichten: „Wir stellen nicht nur die reine Linse oder das reine Prisma her, sondern montieren diese Teile nachher auch.“ Dabei gelten strenge Reinraumbestimmungen: Spezielle Schuhe, Kittel und Handschuhe gehören zu Susann Bergners täglicher Arbeitskleidung. Wichtig für ihren Beruf sei auch Teamfähigkeit.

Was in Zukunft auf die Industriemeisterin zukommt? „Ich werde von meinem Vorgesetzten in seine Aufgaben eingearbeitet“, erzählt sie. „Damit er beruhigt in den Ruhestand gehen kann.“ Dann wird sie sich um die Planung der Arbeitsabläufe sowie um die Anleitung der Mitarbeiter kümmern, die Kostenkalkulation und die Materialbestellung übernehmen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6208