Industrie­meisterin – Kunststoff und Kautschuk

Die größten und die schwierigsten Maschinen hatte ich bereits im Griff.

Eine Meisterin an großen Maschinen

Geht es um die Produktion von Rollladenprofilen, macht Peggy Janzing (38) niemand so schnell etwas vor. Als Industriemeisterin ist sie Expertin für alle Details rund um die Produktion.

Fragt man Peggy Janzing nach den Gründen für ihre Weiterbildung zur Industriemeisterin der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk, ist ihre Antwort erstaunlich: „Die größten und die schwierigsten Maschinen hatte ich bereits im Griff. Ich war einfach unterfordert“, sagt die 38-Jährige selbstbewusst. Bereits die Wahl ihres Ausbildungsberufes, Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, spiegelt ihre Begeisterung für die Arbeit mit Maschinen wider. Um ihr Wissen und Können aus der Ausbildung weiter auszubauen, schlug ihr ein Vorgesetzter vor, den Meisterabschluss zu machen. Damit sollte sich auch die Möglichkeit auftun, neue Herausforderungen zu übernehmen.

Zwischen Schule und Beruf

Rückblickend seien die Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung eine gute Zeit gewesen, wie sich Peggy Janzing erinnert. Und das, obwohl sie mit einer Doppelbelastung verbunden war: Von Montag bis Freitag arbeitete die junge Frau im Dreischichtbetrieb ihres Arbeitgebers, dem Polymerespezialisten REHAU. An den Wochenenden standen die Meisterkurse und ein straffes Lernprogramm an. Jedoch unterstützte sie ihr Arbeitgeber, wo möglich: So wurde sie zum Beispiel für Präsenzkurse freigestellt. „Wenn ich mal später zur Arbeit kam, war das auch kein Problem.“ Neben betriebswirtschaftlichen Inhalten standen auch Konstruktionstechnik und Mathematik auf dem Lehrplan. Zudem gehörten die Grundlagen der Personalplanung und Personalführung zum Programm.

Ausgleich in dieser Zeit fand die Maschinenexpertin auch durch ihre Arbeit: „Wenn irgendetwas an einer Maschine zu machen war, habe ich das gemacht. Dabei konnte ich mich körperlich dann so richtig auspowern.“

Drei Jahre lang besuchte sie die Meisterschule neben dem Beruf. Dann hielt sie ihr Abschlusszeugnis in den Händen – und war bereit für neue Aufgaben.

Von Personal bis Produktion

Die Produktionsabteilung, in der Peggy Janzing heute arbeitet, stellt Kunststoff-Rollladenprofile für Akten- und Küchenschränke her. „Das ist Detailarbeit“, sagt sie. In den Produktionsvorgang greift die Industriemeisterin nur dann ein, wenn es Probleme gibt: „Dann muss ich eine Lösung finden.“ Zu ihren Aufgaben gehört es, die Störzeiten der Maschinen möglichst gering zu halten. Nicht immer können auf Anhieb alle auftretenden Fehler behoben werden: „Heute hatten wir an einigen Maschinen kleinere Störungen, die wir aber nach und nach beheben konnten.“ Um solche kleineren Störungen kann sie sich zumeist selbst kümmern, bei größeren Defekten benachrichtigt die Industriemeisterin das Instandsetzungsteam.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Einteilung der Mitarbeiter. Hier sind die Kommunikationsstärke und das Organisationsgeschick von Peggy Janzing gefragt. Beispielweise gilt es bei Krankmeldungen oder größeren Maschinenreparaturen, den Personaleinsatzplan kurzfristig umzustellen. Zudem kümmert sie sich um die Zuweisung der einzelnen Aufträge.

Derzeit ist sie Fachmeisterin ihrer Schicht, sie trägt also in allen fachlichen Fragen die Verantwortung. Das Wissen aus der Weiterbildung gibt ihr hierbei Selbstvertrauen: Souveräner und gelassener sei sie geworden, wie sie sagt. Der Meistertitel ist jedoch noch nicht der Schlussstein ihrer Karriere. Sie möchte weitere Erfahrung sammeln und in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6135