Industrie­meisterin – Elektro­technik

Der Austausch mit Mitschülern aus anderen Fachbereichen hat mir sehr geholfen.

Meisterin mit System

Mechatronische Systeme montieren und instand halten? Daniela Weiß (30) weiß, wie. In einer Weiterbildung lernte sie zudem, Arbeitsabläufe zu planen und zu organisieren.

Als einzige Frau in der Abteilung? Für Daniela Weiß kein Problem. „Das war eher ein Bonus“, sagt sie. „Ich hatte immer Hilfe, wenn es ums Heben oder Tragen ging.“ In der Instandhaltung sorgte die ausgebildete Mechatronikerin dafür, dass Fräs-, Dreh-, Schleif- und Erodiermaschinen reibungslos funktionierten. Ihr Arbeitgeber, die Firma Groz-Beckert aus dem schwäbischen Albstadt, stellt Industrienadeln, Präzisionsteile und Feinwerkzeuge her.

Die 30-Jährige fühlte sich in ihrer Abteilung wohl, gleichzeitig wollte sie sich aber beruflich weiterentwickeln. Sie informierte sich über entsprechende Möglichkeiten und entschied sich dann für die Weiterbildung zur Industriemeisterin der Fachrichtung Elektrotechnik.

Mit Lerngruppe zum Erfolg

Sie absolvierte die Qualifizierung berufsbegleitend an der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. Der Unterricht ging über drei Jahre und fand freitagnachmittags und samstagvormittags statt. „Das war auch ein Grund, warum ich mich für den Industriemeister-Abschluss entschieden habe“, sagt Daniela Weiß. „Da gab es keinen Blockunterricht. Der wäre schwierig mit dem Beruf zu vereinbaren gewesen.“ Um freitags früher von der Arbeit gehen zu können, baute sie unter der Woche Stunden auf. Die Weiterbildung kostete 4.800 Euro, hinzu kamen Fahrtkosten, Aufwendungen für Lernmaterialien und Prüfungsgebühren. Zur Finanzierung nutzte Daniela Weiß eigene Rücklagen und auch staatliche Förderung: „Ich habe Meister-BAföG bekommen und konnte danach einiges von der Steuer absetzen, die Fahrtkosten zum Beispiel.“

Die Weiterbildung war in drei Teile gegliedert. Zunächst erwarb Daniela Weiß den Ausbildereignungsschein. Dann folgte ein fachübergreifendes Modul, in dem sie lernte, Prozesse und Arbeitsabläufe zu planen und Kalkulationen zu erstellen. Auch mit der Kommunikation innerhalb eines Unternehmens beschäftigte sie sich. Im handlungsspezifischen Teil eignete sie sich elektrotechnisches Fachwissen an, unter anderem aus dem Bereich der Gebäudeinstallation, der Steuerungs- und der Antriebstechnik. Sie lernte, wie sich Prozesse effizient elektronisch steuern lassen und wie verschiedene technische Systeme automatisiert werden können. Auch Arbeitssicherheit und Personalentwicklung kamen zur Sprache. Für die Abschlussprüfung fing Daniela Weiß schon ein halbes Jahr vorher mit dem Lernen an. Sie nahm an einer Lerngruppe teil, zweimal die Woche nach der Arbeit. „Der Austausch mit Mitschülern aus anderen Fachbereichen hat mir sehr geholfen“, sagt sie.

Montieren und automatisieren

Noch bevor Daniela Weiß die Weiterbildung abgeschlossen hatte, wechselte sie in verantwortlicher Position in die betriebseigene Lehrwerkstatt. Als Industriemeisterin der Fachrichtung Elektrotechnik hätte sie auch weiter in der Montage oder der Automatisierung arbeiten können. Sie übernahm die Aufgabe, Mechatronik-Auszubildende zu unterrichten. Im Praxisteil zeigte sie ihnen beispielsweise, wie man Baugruppen montiert und diese in Maschinen einfügt, wie Leitungen und Anschlüsse verlegt werden und wie man mithilfe von Steuerungstechnik Prozesse automatisiert. Ergänzend dazu übernahm sie den Theorie-Unterricht.

Nach der Geburt ihrer Tochter ging Daniela Weiß in Elternzeit. Seit kurzem ist sie wieder zurück und unterrichtet eine Gruppe von Mechanikern, die zu Mechatronikern umgeschult werden.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6204