Industrie­meister – Sägeindustrie

Ich war schon als Kind vom Sägewerk fasziniert und wusste, dass ich hier einmal arbeiten wollte.

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Vom Rundholz zum Brett

Wie man Nadelhölzer für die Weiterverarbeitung auswählt und fachgerecht zuschneidet, das weiß Michael Zürn (25). Im Rahmen einer Weiterbildung konnte er sein fachliches Wissen noch ausbauen.

Ob Fichte, Tanne, Lärche oder Kiefer: Auf dem sogenannten Rundholzplatz des Sägewerks Wolfgang Hildner in Adelberg wählt Michael Zürn die passenden Baumstämme für die Weiterverarbeitung aus. „Aus den Baumstämmen, die ich auf die richtige Länge zuschneide, werden später Dachbalken, Bretter für Bauverschalungen oder hochwertige Holzmöbel“, sagt der Industriemeister.

Schon seit seiner Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker ist der 25-Jährige bei seinem heutigen Arbeitgeber tätig. „Ich war schon als Kind von dem Sägewerk fasziniert und wusste, dass ich hier einmal arbeiten wollte“, erzählt er. Weil ihm das Lernen nicht schwerfiel und er sich weiterführende Kenntnisse aneignen wollte, meldete sich Michael Zürn nach zwei Gesellenjahren beim Bildungszentrum für die Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz für eine Weiterbildung an: Industriemeister der Fachrichtung Sägeindustrie wollte er werden.

Ausbilderschein inklusive

Das Lehrinstitut in Göppingen-Bartenbach, das er noch von seiner Ausbildung her kannte, bot einen sechsmonatigen Vollzeitkurs inklusive IHK-Prüfung an. Voraussetzungen waren ein Abschluss in einem einschlägigen Ausbildungsberuf und mindestens zwei Jahre Berufspraxis. „Wir hatten Fächer wie Forstwirtschaft, Schädlingsbekämpfung, Holzaufbau, Werkstoff- und Maschinenkunde, Verfahrens- und Betriebstechnik, Mitarbeiterführung, Fachrechnen oder auch Arbeitsrecht und -sicherheit“, erzählt Michael. Zur Weiterbildung gehörten auch der Ausbildereignungsschein und ein Maschinenführerschein. Am Ende mussten zwölf Abschlussklausuren und eine praktische Prüfung bewältigt werden.

Die Gesamtkosten in Höhe von rund 1.300 Euro für den Meisterkurs samt Prüfungsgebühren trug er selbst: „Ich war bei meiner alten Firma weiterhin geringfügig beschäftigt und hatte mir über die zwei Jahre als Geselle Geld angespart. So bin ich über die Runden gekommen.“

Exaktes Arbeiten

Seit seinem Abschluss trägt Michael Zürn nun als Industriemeister die Verantwortung dafür, dass die Aufträge termingerecht abgearbeitet werden. Morgens um 7 Uhr geht er mit seinem Chef die anstehenden Arbeiten durch, dann klettert er in die Kabine des Schienenkrans auf dem Rundholzplatz. „Von hier oben habe ich einen Überblick über die verschiedenen Boxen, in denen die unterschiedlichen Stämme lagern“, erläutert er. Auf dem Rundholzplatz werden die Stämme entrindet, nach Holzart und Durchmesser vorsortiert und zwischengelagert. Mit geübtem Blick sucht Michael Zürn geeignete Stämme heraus und fährt sie mit seinem Kran zu einem Sägetisch. Mit dem Bordcomputer berechnet er mittels 3-D-Messungen die Holzlängen, dann kappt er die Stämme auf die gewünschte Länge. „Ich will so wenig Holz verschwenden wie möglich und muss daher auf Durchmesser, Länge und Qualität des Baumstammes achten“, erklärt er. Wenn er eine Ladung Baumstämme zugeschnitten hat, kommt sie in eine Trockenkammer. „Man muss dabei die unterschiedlichen Trocknungszeiten beachten“, sagt er. „Tanne ist beispielsweise eine extrem feuchte Holzart, die mehr Zeit beim Trocknen braucht.“ Erst danach wird das Holz je nach Kundenwunsch weiterverarbeitet.

Seine Erfahrung und sein Wissen teilt Michael Zürn gern mit den Auszubildenden auf dem Rundholzplatz, die er bei der Arbeit auch anleitet. Auch in Zukunft will er sich regelmäßig fortbilden, um seine Aufgaben als Führungskraft im Sägewerk bestmöglich bewältigen zu können.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6263