Industrie­meister – Natur­werkstein

Die Arbeit ist oft laut und schmutzig, macht mir aber großen Spaß.

Steine zu Platten

Was haben edle Küchenarbeitsplatten und robuste Bodenbeläge gemeinsam? Beides fertigt Stefan Pfahler (34) aus Naturstein. Der Industriemeister sorgt dafür, dass alle Arbeitsschritte reibungslos ablaufen.

Kalkstein, Granit, Marmor – Stefan Pfahler kennt die unterschiedlichen Natursteine und weiß, was man alles daraus herstellen kann. Der 34-Jährige ist ausgebildeter Naturwerksteinmechaniker. „Mir gefällt die Arbeit mit den großen Maschinen besonders gut“, erzählt er. Nur die Steine zu bearbeiten war ihm aber nicht genug. „Ich wollte einfach noch mehr aus mir machen und mir alle Karrierechancen offenhalten.“ Deshalb entschied er sich nach einigen Jahren im Beruf für eine Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Naturwerkstein.

Exkursion in den Steinbruch

Der Naturwerksteinmechaniker meldete sich bei EW-Bildung an, die Weiterbildung dauerte in Teilzeit drei Jahre. Im ersten Jahr fand der Blockunterricht in Nürnberg statt. „Zu Beginn haben wir uns vor allem mit betriebswirtschaftlichen Aspekten beschäftigt“, sagt Stefan Pfahler. Daneben hatten die 15 Teilnehmer Kurse in Personalführung und lernten, wie man Betriebsabläufe kosten- und zeitoptimiert plant. Zudem machte Stefan Pfahler den Ausbildereignungsschein. Im zweiten und dritten Jahr lag der Schwerpunkt auf der Bearbeitung von Natursteinen. Für die entsprechenden Kurse pendelte er nach Eichstätt. In Fächern wie Naturwerksteintechnik und Geologie wurden Informationen über die Eigenschaften verschiedener Natursteine vermittelt. Außerdem beschäftigten sich die Teilnehmer mit Bearbeitungstechniken, Maschinen und Produktionsmitteln, die für die Herstellung von Küchenplatten, Fliesen oder Pflastersteinen benötigt werden.

Gefallen haben Stefan Pfahler besonders die Exkursionen: „Dabei hat man Einblick in die Praxis bekommen. So haben wir zum Beispiel einen Steinbruch besichtigt, bei dem wir jede Steinschicht genau erklärt bekamen.“ Außerdem besuchten sie verarbeitende Betriebe, um einen Eindruck von den Produktionsabläufen zu bekommen. „Anschließend sollten wir uns überlegen, wie sich die Abläufe optimieren lassen. Da konnten wir richtig kreativ sein“, sagt er. Für die Prüfungen am Ende der Weiterbildung bereitete sich Stefan Pfahler gezielt vor. Abends wiederholte er den Stoff, und am Wochenende traf er sich mit einer Lerngruppe. „Die Prüfungen waren wirklich sehr anspruchsvoll. Aber dank der richtigen Vorbereitung konnte ich alles gut schaffen.“

Die etwa 6.000 Euro, die für die Weiterbildung anfielen, konnte er durch seinen Vollzeitjob und mit Meister-BAföG finanzieren. Die Doppelbelastung durch Unterricht und Arbeit fiel ihm nicht immer leicht. „Es war viel zu tun, und ich hatte wenig Freizeit, aber ich hatte mein Ziel immer fest im Blick – das hat es leichter gemacht.“

Führung von Mitarbeitern

Heute arbeitet er bei der Firma Johann Stiegler in Solnhofen. Dort ist er unter anderem für die Personalführung zuständig. „Meine Kenntnisse aus der Weiterbildung helfen mir dabei sehr. Ich weiß, wie ich mit den Mitarbeitern umgehen muss und wie ich sie motivieren kann“, erzählt er. Er plant den Einsatz der Arbeitskräfte, weist sie ein und koordiniert die Zusammenarbeit mit den anderen Bereichen. Seine Abteilung fertigt vor allem Küchenarbeitsplatten aus Naturstein. Hier hat Stefan Pfahler ein genaues Auge auf die Produktionsabläufe, erkennt Probleme frühzeitig und sucht nach Lösungsansätzen. „Die Arbeit ist oft laut und schmutzig, macht mir aber großen Spaß“, sagt er. Für die Zukunft kann er sich gut vorstellen, noch mehr Personalverantwortung zu übernehmen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6140