Industrie­meister – Gleisbau

Als Teamleiter muss ich immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben und sie motivieren.

Für sichere Schienennetze

Bei Arbeiten an Gleisen und Weichen kontrolliert Christian Albus (28) die Abläufe: Als Industriemeister der Fachrichtung Gleisbau hat er die Effizienz und die Sicherheit auf der Baustelle im Blick.

Auf Baustellen im ganzen süddeutschen Raum ist er unterwegs: Christian Albus ist ausgebildeter Gleisbauer und arbeitet bei der DB Bahnbau Gruppe GmbH in Augsburg.

Die Grundlage für seine heutige Tätigkeit stellt unter anderem die Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Gleisbau dar, die er nach einigen Jahren in seinem Ausbildungsberuf anging: „Mein Ziel war es, mehr Verantwortung auf Baustellen zu übernehmen. Und ich wollte mein Hintergrundwissen über die Planung und Durchführung von Bauprojekten vertiefen“, erklärt er. Von seinem Vorgesetzten kam der Anstoß, die Meisterschule zu besuchen. Das Schulungszentrum war in Augsburg, sodass er nicht umziehen musste.

Erfahrungen austauschen, Neues dazulernen

Die Vollzeitweiterbildung dauerte acht Monate. Sie kostete 15.000 Euro und wurde vom Arbeitgeber von Christian Albus finanziert. Neben mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen, Bautechnik und Baustellenplanung beschäftigte er sich mit rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Inhalten. Die praktischen Aufgaben trainierte er an Gleisen und Weichen auf dem Übungsgelände vor Ort. Den Austausch mit den anderen Teilnehmern beim Lernen empfand Christian Albus als gewinnbringend: „Wir teilten unsere unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen. Ich nahm diese Eindrücke auch mit in die Arbeit.“

Um Lehrlinge ausbilden zu dürfen, musste Christian Albus zusätzlich die Ausbildereignungsprüfung absolvieren. Allerdings konnte er aus organisatorischen Gründen den Vorbereitungskurs bei der Industrie- und Handwerkskammer erst ein Jahr später belegen – doch dafür wurden die Inhalte umso gründlicher vermittelt: „Statt nur einer Woche Unterricht – wie in manchen Betrieben üblich – hatten wir ganze drei Wochen Zeit, um in nachgestellten betrieblichen Situationen den Umgang mit Mitarbeitern und Auszubildenden einzuüben. Das ist besonders wichtig, da die Teamarbeit auf der Baustelle auch unter Stress reibungslos funktionieren muss, um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Zwischen Baustelle und Zentrale

Als Industriemeister ist Christian Albus an allen Phasen der Gleisbauarbeiten beteiligt – angefangen bei der Planung längerfristiger Baustellen in Absprache mit dem Bauleiter bis hin zum Abschluss der jeweiligen Arbeiten. Er ist das Bindeglied zwischen der Baustelle und dem Bauleiter in der Augsburger Zentrale, den er telefonisch laufend unterrichtet. Darüber hinaus dokumentiert der 28-Jährige täglich die Fortschritte in Bautagesberichten. Dabei hat er die Planung samt zeitlichen Fristen und die Kostenentwicklung stets im Blick. Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten ist bei seinem Beruf vonnöten, da auch am Wochenende und nachts an den Gleisen gearbeitet wird.

Im Sommer fallen vor allem Weichenumbauten und das Legen neuer Gleise an, im Winter sind es Instandsetzungsarbeiten. Christian Albus plant und koordiniert die Arbeitsabläufe auf den Baustellen, teilt den Fachkräften die Aufgaben zu und lernt Auszubildende an: „Als Teamleiter muss ich immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben und sie motivieren.“

Alle Vorgänge kontrolliert er auf fachgerechte Ausführung und die Einhaltung der Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards hin. Dazu gehört beispielsweise auch die Kontrolle typischer Bagger-, Schraub- und Schweißarbeiten an den Schienen. Zudem achtet er darauf, dass jeder auf der Baustelle Warnkleidung, Sicherheitsschuhe und Helm trägt.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6286