Gold- und Silberschmiede­meisterin

Die Gelegenheit, mein Können und Wissen zu erweitern, wollte ich nutzen.

Fit für die eigene Werkstatt

Sandra Lannig (27) ist ihre eigene Chefin: Nach Kundenwunsch oder eigenen Ideen entwirft und fertigt die Gold- und Silberschmiedemeisterin Schmuckstücke in ihrer Werkstatt.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin arbeitete Sandra Lannig drei Jahre lang in ihrem Beruf. Eines Tages bekam sie Post von der Handwerkskammer Würzburg: Es handelte sich um eine Einladung zur Teilnahme an der Weiterbildung, in der ihr ein Meisterbonus in Höhe von 1.000 Euro in Aussicht gestellt wurde. Diesen erhalten Absolventen der beruflichen Weiterbildung zum Meister oder zu einem vergleichbaren Abschluss von der Bayerischen Staatsregierung, wenn der Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Bayern liegt. Vom Ehrgeiz gepackt meldete sie sich an: „Die Gelegenheit, mein Können und Wissen zu erweitern, wollte ich nutzen.“

In Vollzeit zur Meisterin

Der fachspezifische Vorbereitungskurs für Gold- und Silberschmiede dauerte vier Monate. In theoretischen und praktischen Einheiten wurden etwa Kunstgeschichte, Materialkunde und Sondertechniken, Schmuck- und Freihandzeichnen, technische Mathematik, technisches Zeichnen und Gemmologie behandelt. Die Arbeiten am Meisterstück nahmen weitere zweieinhalb Monate in Anspruch. Direkt im Anschluss absolvierte Sandra Lannig innerhalb von zwei Monaten die fachübergreifenden Teile der Weiterbildung. Hier ging es einerseits um kaufmännische und organisatorische Themen wie Auftragsabwicklung und Betriebsführung, Qualitätsmanagement und Marketing, andererseits um die Ausbildereignung. Zusätzlich zu den prüfungsrelevanten Fächern besuchte sie auch Kurse zu weiteren fachspezifischen Themen wie CAD-Software, Emaillieren und dem Fassen von Edelsteinen.

Die Ausgaben für Kursgebühren und Material beliefen sich auf insgesamt 14.000 Euro, die sie mit Meister-BAföG und der Unterstützung ihrer Eltern finanzierte. „Ich musste in der Zeit ziemlich sparsam sein, zumal auch noch die täglichen Fahrten und die monatlichen Fixkosten hinzukamen“, erinnert sich Sandra Lannig, die die Weiterbildung in Vollzeit absolvierte. „Der Vorteil war, dass ich mich ganz auf den Meisterkurs, den Lernstoff und die Arbeit am Meisterstück konzentrieren konnte.“ Der Aufwand habe sich für sie gelohnt: „Durch den Meistertitel habe ich an Selbstbewusstsein gewonnen, und der Kurs hat mich gut auf die Selbstständigkeit vorbereitet.“ Ein weiterer Vorteil: Für den Lehrgang hatte sie sich bereits alle nötigen Werkzeuge zugelegt, die in einer Goldschmiedewerkstatt benötigt werden – und so konnte sie direkt ihre „Goldschmiede Lannig“ eröffnen.

Ein glitzernder, funkelnder Onlineshop

Ihre Arbeitstage beginnt Sandra Lannig mit organisatorischen Aufgaben. Sie plant, welche Kundenaufträge und welche Ideen aus ihrem Skizzenbuch als Nächstes bearbeitet werden. „Im Meisterkurs habe ich gelernt, eine Idee aufzugreifen und zu Papier zu bringen.“ Erst wenn die Idee ausgereift ist, bereitet sie das Material vor und fertigt das Schmuckstück an. Mit Werkzeugen wie Säge, Bohrer, Feile und Gasbrenner bringt sie das Edelmetall in die gewünschte Form und fasst gegebenenfalls auch Edelsteine ein. Zum Schluss werden die Schmuckstücke poliert oder mattiert.

Jedes fertige Schmuckstück wiegt Sandra Lannig ab und kalkuliert den Endpreis, den sie in ihrem Auftragsbuch notiert. Dann fotografiert sie das Schmuckstück und stellt das Foto in ihren Onlineshop. „Meistens poste ich meine neu angefertigten Schmuckstücke auch auf Social-Media-Kanälen“, ergänzt die Goldschmiedemeisterin.

Als Nächstes möchte sie sich vergrößern und ist bereits auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten. „Ich möchte für meine Kunden noch besser erreichbar sein und meine Schmuckstücke gebührend ausstellen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2593