Gestalterin – Keramik

Ich will nicht einfach ein Produkt hinstellen, sondern etwas Ausgefallenes präsentieren.

Ton und Technik

Aus einem Klumpen Ton fertigt Silke Seebeck (55) bunt verzierte Keramik für Haus und Garten. Mit ihrer Ware ist sie auf Töpfermärkten in ganz Deutschland unterwegs und nimmt auch an Wettbewerben teil.

Nach einem Töpferkurs war es um Silke Seebeck geschehen. Sie entschied sich für eine Ausbildung zur Keramikerin und gründete bald darauf mit ihrem Mann die Keramikwerkstatt Seebeck im unterfränkischen Willanzheim. Als die Kinder dann groß genug waren, beschloss sie, sich beruflich weiterzuentwickeln. „Ich wollte über den Tellerrand schauen und mich über neue Techniken informieren.“ Sie meldete sich an der Fachschule für Keramikgestaltung und Keramiktechnik in Höhr-Grenzhausen für die Weiterbildung zur Keramikgestalterin an. Dort besteht die Möglichkeit zum Teilzeitunterricht, was Silke Seebeck in Anspruch nahm.

Vertiefung der Fachkenntnisse

Insgesamt dauerte die Weiterbildung fünf Jahre, in Vollzeit wären es drei Jahre gewesen. In den ersten vier Jahren verteilte sich der Unterricht auf mehrere sechs- bis achtwöchige Blöcke, das fünfte Jahr fand in Vollzeit statt. Schulkosten fielen keine an; für Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung mussten die Schüler jedoch selbst aufkommen. Da die Distanz zum Pendeln zu weit war, nahm sich Silke Seebeck für die Unterrichtsblöcke ein Zimmer vor Ort. Zwischen den Blöcken arbeitete sie weiterhin in ihrer Werkstatt und finanzierte so die anfallenden Kosten.

Im Unterricht lernte sie, Gefäße, Großplastiken und Dekor zu gestalten, und verfeinerte die entsprechenden Techniken, zum Beispiel im Bereich Freihandzeichnen oder Drehen an der Töpferscheibe. Außerdem entwickelte sie Glasuren, Engoben und spezielle keramische Massen, etwa für die Baukeramik. Sie beschäftigte sich mit den verschiedenen Brennverfahren und fertigte Gipsarbeiten für den Modellbau. Fachtheoretische Fächer sowie Kunstgeschichte und Englisch begleiteten die Praxis. Nach jedem Modul schrieb sie eine Prüfung und präsentierte, was sie im Praxisunterricht hergestellt hatte. Zum Abschluss der Weiterbildung fertigte sie eine Praxisarbeit an. Silke Seebeck hatte hierbei den Bereich Dekorgestaltung als Schwerpunkt gewählt. Sie stellte Großplastiken für den Garten her und verzierte sie mit einem Dekor.

Unterwegs im ganzen Land

Nach dem Abschluss stieg Silke Seebeck wieder voll in der heimatlichen Werkstatt ein. Ihr Aufgabengebiet hat sich dort zwar nicht geändert, die neu erworbenen Kenntnisse lässt sie aber in ihre tägliche Arbeit einfließen. „Egal ob es neue Techniken oder nur kleine Handgriffe sind, die Weiterbildung hat mir viele Impulse gegeben, wie ich meine Arbeit verbessern kann“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann stellt sie Gebrauchsgeschirr im Fayence-Stil her. Dabei werden rote Scherben weiß glasiert und vor dem Hochbrand bemalt. Außerdem entwirft und töpfert sie Blumenkübel und Ziergegenstände für den Garten.

Neben der Arbeit in der Werkstatt ist Silke Seebeck auf Töpfermärkten im ganzen Land unterwegs und stellt ihre Ware aus. Auf den Märkten werden oft Wettbewerbe und Ausstellungen veranstaltet, an denen sie regelmäßig teilnimmt. Dank der Weiterbildung fühlt sie sich für diese Wettbewerbe gut gerüstet. „Da will man natürlich nicht einfach ein Produkt aus der Werkstatt hinstellen, sondern etwas Ausgefallenes präsentieren“, sagt die Keramikgestalterin. Zuletzt hat sie dafür eigens eine aufwendig dekorierte Teekanne entworfen.

Zwischenzeitlich hat sie noch die Meisterprüfung abgelegt – als „i-Tüpfelchen“ ihrer Karriere, wie sie sagt. Die Vorbereitungskurse hatte sie bereits im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Gestalterin besucht.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14849