Gerüstbauer­meister

Ich schreibe Angebote, spreche Baustellentermine ab und kümmere mich um Sondernutzungsanträge.

Ein sicherer Arbeitsplatz

Bei einem Gerüstbauunternehmen trägt Thomas Scheuerlein (23) die Verantwortung für die Sicherheit seiner Kollegen und aller anderen Arbeiter auf den Gerüsten. Die Kenntnisse dafür erarbeitete er sich unter anderem in einer Weiterbildung.

Schon im zweiten Ausbildungsjahr zum Gerüstbauer führte Thomas Scheuerlein seine eigene Kolonne – und schon da war er sich sicher, dass er die Weiterbildung zum Meister machen und beruflich aufsteigen wollte. Er sammelte zunächst weitere Berufspraxis und meldete sich schließlich für die Vorbereitungskurse beim Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Weiterstadt an. Zusammen mit 17 anderen Meisterschülern aus ganz Deutschland eignete er sich innerhalb von vier Monaten in Vollzeit den Stoff für den fachlichen Teil der Meisterprüfung an: „Das war schon anstrengend“, erinnert er sich.

Gemeinsam gelernt

„Wir haben vieles gelernt, beispielsweise Angebote zu erstellen und mit CAD- und Statikprogrammen zu arbeiten“, erzählt der Gerüstbauermeister. Auch die verschiedenen Verfahren und Verankerungstechniken beim Gerüstbau gehörten zum Unterrichtsstoff: „Wir haben abends immer zu fünft für die Prüfung gelernt.“ Die Abschlussprüfung erstreckte sich über einen Zeitraum von einer Woche, die Teilnehmer mussten mehrere rechtliche und vertragliche Fälle aus der Praxis bearbeiten und dabei die Vergabe- und Vertragsordnungen für Bauleistungen berücksichtigen. Und sie mussten zeigen, dass sie eine Baustelle komplett abwickeln können – vom Angebot bis hin zur Einrichtung. „Ich habe zum Beispiel eine detaillierte Traggerüstkonstruktion für eine Brückensanierung bearbeitet“, sagt Thomas Scheuerlein.

Die Ausbildereignungsprüfung und den betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Teil der Meister-Weiterbildung absolvierte er innerhalb von drei Monaten an der Handwerkskammer Nürnberg, wo er auch die Prüfungen dafür ablegte. Die Gesamtkosten in Höhe von 28.000 Euro inklusive Unterkunft und Fahrtkosten konnte er mithilfe von Meister-BAföG und durch eigene Ersparnisse finanzieren. Um die Weiterbildung absolvieren zu können, hatte er bei seinem Ausbildungsbetrieb gekündigt. Schon bevor er die Qualifizierung abgeschlossen hatte, bewarb er sich auf eine neue Stelle und bekam eine Zusage bei dem Unternehmen Schmidt Gulhan Gerüste GmbH in Nürnberg.

Verantwortlich für die Sicherheit

Dort arbeitet Thomas Scheuerlein nun in leitender Funktion. Er teilt die Kolonnen für die Baustellen ein und spricht alle Eckdaten mit den Vorarbeitern ab. Die Kommunikation mit den Kollegen muss reibungslos laufen: „Ich setze mich mit meinen Leuten zusammen und bespreche mit ihnen, ob es irgendwo Probleme gibt – und was wir bei dieser oder jener Baustelle beachten müssen“, erzählt er. Viele seiner Aufgaben erledigt er mittlerweile im Büro: „Ich schreibe Angebote, spreche Baustellentermine ab und kümmere mich um Sondernutzungsanträge, beispielsweise wenn ein Gerüst auf einem Bürgersteig stehen muss“, sagt er.

Auf den Baustellen kontrolliert er die Ausführung und achtet dabei vor allem auf die Arbeitssicherheit. „Neben unserer eigenen Sicherheit tragen wir natürlich auch die Verantwortung für alle anderen Handwerker, die unsere Gerüste benutzen“, erklärt er. Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt sind in seinem Beruf daher unverzichtbar: „Gerüstbau ist eine knifflige Arbeit."

Thomas Scheuerlein kann sich vorstellen, irgendwann einmal als Geschäftsführer einer Gerüstbaufirma zu arbeiten oder sein eigenes Unternehmen zu führen – durch die Weiterbildung hat er die Voraussetzungen dafür geschaffen. „Aber jetzt möchte ich erst einmal Berufserfahrung sammeln“, sagt er.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4067