Gemmologe

Ich wollte die Qualität meiner Arbeit noch steigern, den Horizont erweitern und mein Gutachter-Portfolio vergrößern.

Der Wert echter Steine

Axel Thierfelder (50) entlarvt auch täuschend echte Imitate. Als Sachverständiger beurteilt er Edelsteine nach ihrer Qualität und erstellt Gutachten für lose Steine oder komplette Schmuckstücke.

Was ist ein altes Schmuckstück aus Familienbesitz wert? Mit dieser und ähnlichen Fragen kommen Kunden zu Axel Thierfelder. „Sobald Schmuck außer Edelmetallen auch Steine enthält, müssen diese gesondert beurteilt werden“, erklärt der Gold- und Silberschmiedemeister. Zusammen mit seiner Ehefrau führt er das Juweliergeschäft ehlers – Goldschmiede und Uhrmacher in Bremen. Zudem ist er vereidigter Sachverständiger.

Seine Kenntnisse im Bereich Edelsteine erweiterte er im Rahmen des gemmologischen Bildungsgangs „Edelsteingutachten“ beim USE Uhren Schmuck Edelsteine Bildungszentrum Pforzheim. „Ich wollte die Qualität meiner Arbeit noch steigern, den Horizont erweitern und mein Gutachter-Portfolio vergrößern“, schildert der Schmuckexperte seine Beweggründe. Bereits zuvor hatte er sich zum Diamantgutachter weitergebildet.

Edelsteingruppen und Schliffformen

Auf dem Markt kursieren Edelsteine und Schmuckmaterialien von unterschiedlichster Güte, darunter auch viele künstliche Produkte und behandelte Steine. Die Weiterbildung, die aus mehreren Einzelseminaren bestand, gab den Teilnehmern das Wissen an die Hand, um die verschiedenen Materialien zuverlässig zu bestimmen. Axel Thierfelder erhielt einen Überblick über die unterschiedlichen Edelsteingruppen und Schliffformen und befasste sich mit Abbaumethoden und dem weltweiten Edelsteinmarkt. Er lernte, echte Edelsteine von synthetischen oder behandelten zu unterscheiden, und befasste sich mit den verschiedenen Geräten zur Bestimmung von Edelsteinen. In praktischen Übungen vertieften die Teilnehmer ihre Kenntnisse – auch in der Zeit zwischen den einzelnen Seminaren: „Wir bekamen von der Dozentin Edelsteine zugeschickt, die besonders schwer zu bestimmen waren, haben sie untersucht und erhielten dann Feedback.“

Insgesamt nahmen die Seminare fünf Wochen in Vollzeit in Anspruch, fanden aber auf drei Monate verteilt statt. Um nicht zu lange vom Geschäft abwesend zu sein, verzichtete Axel Thierfelder dafür auf seinen Jahresurlaub. Die Kursgebühren in Höhe von rund 3.250 Euro trug er selbst. Weil die Strecke nach Pforzheim mit 600 Kilometern zum täglichen Pendeln zu lang war, nahm er sich ein Zimmer vor Ort.

Um das stramme Lernprogramm zu stemmen, blieb der Juwelier konsequent bei der Sache. „Vor der jeweiligen Seminarwoche habe ich den Lernstoff aufgearbeitet und vorbereitet. Anschließend bin ich morgens früher aufgestanden und habe mir auch abends Zeit zum Lernen genommen. Das hat ganz gut funktioniert.“

Alle Parameter berücksichtigen

Nach dem Abschluss machte sich der Lernerfolg schnell bemerkbar. Im hauseigenen Prüflabor untersucht Axel Thierfelder nun auch Edelsteine. Dabei arbeitet er mit Mikroskop, einer speziellen Waage sowie gemmologischen Geräten wie dem Polariskop, mit dem sich Struktur und optische Eigenschaften der Steine ermitteln lassen. Die verschiedenen Parameter – Lichtbrechung, spezifisches Gewicht, optische Eigenschaften und innere Merkmale – trägt er in Arbeitsbögen ein, die die Basis für das Gutachten bilden. Es sind Aufgaben, die Genauigkeit und viel Geduld erfordern. „Man darf nicht zu vorschnell folgern, dass es sich um einen bestimmten Edelstein handelt, sondern muss weitere Faktoren überprüfen, um das Ergebnis zu untermauern.“ Dank der Kenntnisse aus seiner Weiterbildung weiß er, worauf zu achten ist.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15797