Fach­wirt – Immobilien

Die Leute müssen sich auf mich verlassen können. Das ist das Wichtigste.

Räume schaffen

Immobilienfachwirte und -fachwirtinnen werden vielfältig eingesetzt: im Wohnungsbau, in der Immobilienfinanzierung, in der Gebäudeverwaltung oder im Facility-Management. Andreas Ortmanns (47) deckt mit seiner Firma alle Bereiche ab.

Mit der A & O Unternehmensgruppe in Halle berät Andreas Ortmanns als Inhaber und Geschäftsführer nicht nur bei Immobilien-Investments. Sein Angebot beinhaltet auch Objektverwaltung und Facility-Management.

Eine Umstrukturierung seiner Firma nahm der ausgebildete Kaufmann für Versicherungen und Finanzen zum Anlass, um eine Weiterbildung zum geprüften Immobilienfachwirt anzugehen. „Immobilienprojekte müssen genau und lange im Voraus geplant werden. Man hat mit Banken, städtischen Verwaltungen, Baufirmen, Ingenieurbüros und nicht zuletzt mit Mietern zu tun. Ich wollte mein Fachwissen vertiefen."

Zahlen, Daten, Fakten

Der 47-Jährige entschied sich für eine kompakte zehnwöchige Vollzeitschulung am TA Bildungszentrum der Technischen Akademie Hameln e.V. Zum Unterricht reiste er montags an, am Wochenende kehrte er an seinen Wohnort zurück. Dann erledigte er liegen gebliebene Arbeit in der Firma, die er nicht an seine Mitarbeiter delegieren konnte. „Zu Beginn fiel es mir schwer, wieder in den Lernmodus zu kommen. Dass mir das Bildungszentrum eine WG mit zwei anderen Teilnehmern zugeteilt hat, half dabei. Abends wiederholten wir zusammen den Stoff."

Im Unterricht, der jeweils von 8 Uhr bis 17 beziehungsweise 21 Uhr stattfand, wurde Fachwissen zur Immobilienbewirtschaftung, Unternehmenssteuerung, Arbeitsorganisation und zum Bauprojektmanagement vermittelt: „Neben den Zahlen, Daten und Fakten ließen uns die Dozenten auch in Gruppenarbeit Fälle aus der Praxis lösen.“ Die Weiterbildung hat Andreas Ortmanns aus privaten Mitteln finanziert. Die Kosten betrugen inklusive Kost und Logis, Benzin sowie Fachliteratur, die er sich auf Empfehlung angeschafft hatte, rund 5.000 Euro.

Zwischen Baustelle und Büro

Mit frischem Input und vielen Praxis-Tipps machte sich der Immobilienfachwirt daran, die alltäglichen Arbeits- und Projektierungsprozesse zu verbessern. Heute geht er selbstsicherer in den Austausch mit Steuerberatern und Ämtern. „Durch mehr Wissen, zum Beispiel in Rechts- oder Steuerfragen, kann ich bürokratischen Hürden aus dem Weg gehen und meine Interessen etwa beim Einholen öffentlicher Mittel besser wahren."

Andreas Ortmanns ist als Geschäftsführer an allen Phasen der Immobilienprojekte beteiligt, von der Standortanalyse, Objektbegutachtung und Projektierung von Baumaßnahmen über deren Finanzierung und Umsetzung bis zur Abnahme. Daneben managt er die Nutzung der betreffenden Häuser, Wohnungen und Gewerbeobjekte sowie die technischen Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten. „Momentan haben wir regional rund 90 Mieteinheiten im Bestand. Weil die Wohnungsnot aus verschiedenen Gründen sehr groß ist, stecken wir viele Ressourcen in den Immobilienumbau zu Studentenwohnheimen."

Seinen Arbeitstag beginnt er morgens um 7.30 Uhr mit dem Besuch der Baustellen. Hier koordiniert er den Einsatz der Fachkräfte und bespricht mit den Handwerkern Probleme. Im Büro fallen im Lauf des Tages kaufmännische Aufgaben wie die Analyse von Angeboten oder die Rechnungsstellung an. Zudem dokumentiert er alle Vorgänge mittels einer branchenüblichen Software mit viel Sorgfalt.

Neben Planungsgeschick müsse man in seiner Position ein Händchen für den Umgang mit Kooperationspartnern und Mitarbeitern haben. „Die Leute müssen sich auf mich verlassen können. Das ist das Wichtigste.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7056