Fachkinderkranken­schwester – Intensivpflege/Anäs­thesie

Um die Stationsleitung zu übernehmen, ist die Fachweiterbildung Voraussetzung.

Hilfe für die Kleinsten

Birgitta Loewenhofer (50) betreut schwer kranke Kinder auf einer Intensivstation. Mit der Weiterbildung zur Fachkinderkrankenschwester bereitete sie sich auf ihre heutigen Aufgaben vor.

Die Pflege von Kindern – das war in Birgitta Loewenhofers Berufsleben schon immer der zentrale Inhalt. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin arbeitete sie einige Jahre auf einer Station für neurologisch erkrankte Kinder. Dann wechselte sie an die Kinderintensivstation des Universitätsklinikums Düsseldorf. Nach einigen Jahren Berufserfahrung entschloss sie sich zu einer Weiterbildung zur Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie. Diese wird etwa am Bildungszentrum des Universitätsklinikums angeboten: „Ich wollte mich persönlich und beruflich weiterentwickeln. Um die Stationsleitung zu übernehmen, ist die Fachweiterbildung Voraussetzung“, erklärt die 50-Jährige.

Organisatorische und psychologische Aspekte

Die Weiterbildung fand berufsbegleitend über einen Zeitraum von zwei Jahren statt. Birgitta Loewenhofer besuchte in regelmäßigen Abständen fünftägige Blockseminare. Dabei beschäftigte sie sich intensiv mit den verschiedenen Krankheitsbildern in der Pädiatrie, mit dem Organsystem sowie mit dem Einsatz von medizintechnischen Geräten wie der Herz-Lungen-Maschine. Außerdem lernte sie, Pflegepläne zu erstellen, und befasste sich mit den psychologischen Aspekten ihrer Arbeit, etwa der Begleitung von Angehörigen.

„Der Unterricht war sehr abwechslungsreich und baute stark auf Gruppenarbeit auf“, sagt Birgitta Loewenhofer. Neben einer schriftlichen Facharbeit gehörten mehrmonatige Praxiseinsätze zur Weiterbildung. Diese leistete sie auf den Intensivstationen der Inneren Medizin und der Chirurgie sowie in der Anästhesie ab.

Für den Unterricht war Birgitta Loewenhofer von der Arbeit freigestellt, die Kosten in Höhe von 4.000 Euro übernahm ihr Arbeitgeber. Zum Lernen nutzte sie ihre Freizeit. „Ich habe feste Lernzeiten eingeplant und die Unibibliothek zum Recherchieren genutzt. Manche Unterlagen wurden auch über ein internes Online-Forum zur Verfügung gestellt.“

Viel Einfühlungsvermögen

Dank ihrer Weiterbildung kann Birgitta Loewenhofer auf der Kinderintensivstation verstärkt die kritischen Fälle übernehmen, die viel Erfahrung und Fachwissen erfordern. „Neben den onkologisch, orthopädisch oder neurologisch erkrankten Kindern aller Altersstufen kümmern wir uns um instabile Frühgeborene. Die haben oft Atemstörungen und sind an Geräte angeschlossen“, erklärt sie. „Hier ist es wichtig, den Säugling so wenig wie möglich zu stressen und nur die notwendigsten Maßnahmen durchzuführen.“

Während ihrer Schicht kümmert sie sich um höchstens drei Kinder gleichzeitig. Sie versorgt Wunden, verabreicht Medikamente und bereitet Patienten auf Operationen vor. Manchmal hilft sie auch im Kreißsaal und versorgt Frühgeborene. Flexibel zu sein ist Voraussetzung für ihre Arbeit, ebenso wie technisches Verständnis im Umgang mit den medizinischen Geräten. Außerdem braucht die Fachkinderkrankenschwester Einfühlungsvermögen und viel Feingefühl: „Stirbt ein Frühchen, sind die Eltern meist hilflos. Wir können aufgrund unserer Erfahrung Eltern in dieser Situation unterstützen.“

Neben der konkreten pflegerischen Tätigkeit übernimmt Birgitta Loewenhofer mittlerweile weitere Aufgaben. In ihrer Funktion als Stationsleiterin kümmert sie sich beispielsweise auch um die Personalentwicklung und den Dienstplan.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14681