Fachaltenpfleger – klinische Geriatrie/Reha­bilitation

Es ist wichtig, sich für die Patienten stets Zeit zum Reden zu nehmen.

Stimulierende Pflege

Michael Kerner (44) versorgt ältere Menschen, die häufig Mehrfacherkrankungen aufweisen. Um neue therapeutische Ansätze kennenzulernen, bildete er sich zum Fachaltenpfleger weiter.

Michael Kerner ist ausgebildeter Altenpfleger und arbeitete einige Jahre in der klinischen Geriatrie und der neurologischen Frührehabilitation. Um sein Wissen zu vertiefen und zu erweitern, entschloss er sich, eine Weiterbildung zum Fachaltenpfleger zu absolvieren. Diese fand am Lehrinstitut seines Arbeitsgebers statt, der Klinik für Geriatrie im Verbund der SHG-Kliniken Sonnenberg in Saarbrücken. „Den Anreiz dazu gab mein Arbeitgeber“, sagt Michael Kerner. „Er übernahm auch die Kosten in Höhe von 4.200 Euro.“

Zusätzliche Zertifikate

Die Weiterbildung fand berufsbegleitend statt und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Der Unterricht erfolgte einmal pro Monat in einem jeweils einwöchigen Block. Michael Kerner beschäftigte sich mit verschiedenen Krankheitsbildern, angefangen bei neurologischen und internistischen Erkrankungen bis hin zu komplexen Frakturen. Außerdem standen Gerontotechnik, ökonomische und rechtliche Grundlagen sowie Gesprächsführung auf dem Lehrplan. In Zweiergruppen übten die Teilnehmer neue therapeutische Ansätze wie Kinästhetik oder die Lagerung in Neutralstellung. Jede neue Technik brachte ein zusätzliches Zertifikat ein.

Die sechs Teilnehmer diskutierten regelmäßig über fachspezifische Inhalte. „Als Hausaufgabe recherchierten wir online zu Themen wie Parkinson und tauschten uns in der Klasse über die Erkenntnisse aus“, erzählt Michael Kerner. „Oft setzten wir uns nach dem Unterricht zusammen, um zu lernen.“ Zusätzlich musste er drei einwöchige Praktika in unterschiedlichen klinischen Abteilungen absolvieren und zum Abschluss eine Facharbeit schreiben.

Anregen, ohne zu überfordern

Michael Kerner ist bei seinem Arbeitgeber im Schichtdienst tätig, alle 14 Tage hat er Wochenenddienst. Das Wissen aus der Weiterbildung hilft ihm bei seinen täglichen Aufgaben. „Beispielsweise dürfen alte Menschen mit Demenz oder nach einem Schlaganfall keinem unnötigen Stress ausgesetzt werden. Schon die korrekte Lagerung im Bett belastet den Kreislauf weniger, basal stimulierende Waschtechniken beruhigen die Nerven.“

Neben dem fachlichen Wissen ist in der geriatrischen Rehabilitation vor allem Belastbarkeit gefragt. „Schlechte Laune und Stress bleiben im Dienstzimmer. Das würden die Patienten sofort spüren“, sagt er. Ältere Menschen leiden oft an Mehrfacherkrankungen, mitunter verbunden mit Depressionen. Michael Kerner unterstützt sie bei der Körperpflege und Ernährung und verabreicht Medikamente. Außerdem wechselt er Verbände und legt Katheter. Seine Aufgaben geht der engagierte Fachpfleger mit viel Empathie und Feingefühl an. „Ich muss den Patienten zum Mitmachen anregen, ohne ihn zu überfordern. Das fängt schon beim Anziehen an“, erklärt er. „Dafür fehlt manchem Angehörigen das Verständnis. Hier ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen – und sich auch für die Patienten selbst stets Zeit zum Reden zu nehmen.“ Um die Patienten bestmöglich zu versorgen, tauscht er sich regelmäßig mit Ärzten, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Sozialarbeitern aus.

Daneben kümmert sich Michael Kerner auch um organisatorische Aufgaben, etwa die Dokumentation von Maßnahmen und Ergebnissen. Außerdem leitet er Auszubildende an, kontrolliert die medizinischen Geräte und ist für das Notfallmanagement zuständig. In Zukunft möchte er außerdem Therapiepläne erstellen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14834