Extruder­führer

Das Prinzip ist einfach: Extruder verarbeiten Kunststoffe in Pulver- oder Granulatform.

Profi mit Profil

Kunststoffe und Technik – diese Verbindung findet Frederic Schaaff (23) spannend. Als Extruderführer ist er für Maschinen verantwortlich, mit denen aus Kunststoffpulver Fensterprofile hergestellt werden.

Konstruktionstechnik, Maschinen und Mechanik habe er eigentlich schon immer interessant gefunden. „Angefangen hat bei mir alles mit Lego-Bausteinen“, sagt Frederic Schaaff und lächelt. Der junge Mann beschäftigt sich natürlich schon lange nicht mehr mit den bunten Plastikbausteinen, die Freude am Tüfteln aber ist geblieben. Diese Interessen kann er heute in seinem Beruf ausleben.

Nachdem er seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik abgeschlossen hatte, spezialisierte er sich auf das Führen von Extrudern. Dabei handelt es sich um Maschinen, die in der Kunststoffindustrie zur Herstellung von Halbzeugen eingesetzt werden. „Das Prinzip ist einfach: Extruder verarbeiten Kunststoffe in Pulver- oder Granulatform, beispielsweise zu Fensterprofilen.“ Diese Fensterprofile gehen dann an Kundenunternehmen, die sie zuschneiden und daraus Fenster fertigen.

Aufmerksamkeit in der Produktion

Das Wissen für seinen heutigen Arbeitsbereich erwarb Frederic Schaaff durch die tägliche Berufspraxis und durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen: „Zusehen und mitmachen, wenn mir eine Fachkraft etwas erklärte“, das sei sein Weg gewesen.

Zum Tagesgeschäft des Extruderführers gehört es unter anderem, die Maschinen zu überwachen und bei Problemen sofort zu reagieren. Kleinere Störungen behebt er selbst. Dabei sind sein handwerkliches Geschick im Umgang mit dem Werkzeug und sein technisches Verständnis gefragt. Bei größeren Defekten beauftragt er Spezialisten, die sich dann um die Reparatur kümmern: „Bei mechanischen Problemen verständige ich die Instandhaltung. Bei Elektronikproblemen sage ich einem Elektroniker Bescheid.“

Teils ist er nicht nur für eine, sondern für mehrere Maschinen gleichzeitig zuständig: „Das hängt immer davon ab, wie die Auftragslage aussieht und wie viel Personal gerade zur Verfügung steht.“ Ständige Aufmerksamkeit und genaues Beobachten sind dabei das A und O.

Vom Pulver zum Fensterprofil

Derzeit arbeitet Frederic Schaaff an einem Doppel-Extruder. Mit dieser Maschine werden zwei Profile gleichzeitig produziert. Wie bei normalen Extrudern wird das gefärbte Kunststoffpulver in der Maschine zunächst erhitzt. Die so entstehende zähflüssige Kunststoffmasse wird dann mit Druck durch eine Öffnung auf ein Förderband gepresst, wo sie schließlich erhärtet. „Es entstehen Halbzeuge mit dem Querschnitt der Öffnung in beliebiger Länge – in unserem Fall die Fensterprofile.“ Dieses theoretisch endlose Profil wird dann entsprechend zugeschnitten. „Abhängig vom Auftrag werden die Profile auf sechs oder sechseinhalb Meter abgetrennt“, so der Verfahrensmechaniker, zu dessen Aufgaben während der laufenden Produktion auch Qualitätsprüfungen gehören. Unter anderem kontrolliert er regelmäßig die Abmessungen der einzelnen Profilstücke. Dazu werden Probestücke aus dem Profilstrang herausgetrennt. Diese entgratet er anschließend mit einem Bandschleifer und prüft sie genau.

So wie die Produktion an den Extrudern immer weiterläuft, so arbeitet Frederic Schaaff auch an seiner beruflichen Zukunft. „Langfristig will ich mich im Technikbereich weiterbilden“, sagt er. So könne er sich zusätzliches Wissen über die Funktionsweise der Maschinen aneignen und dieses für eine effiziente Produktion nutzen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/1232