Elektroniker – Betriebs­technik (Schalt- und Steuer­anlagen)

Die Vielfalt an Systemen, die bei einer einzigen Anlage zusammenkommen – das finde ich spannend.

Spezialist für alle Ströme

Im Elektrobereich hat Thomas Deubler (45) schon fast alle Arbeitsbereiche kennengelernt. Seine Erfahrung, sein Know-how haben ihn zuletzt in den Bereich der Industrieanlagen gebracht.

Die Ausbildung zum Elektroinstallateur, die heute in etwa dem Abschluss „Elektroniker für Gebäude- und Energietechnik“ entspricht, hatte Thomas Deubler zwar gefallen, aber nicht ganz zufriedengestellt: „Aus technischer Sicht waren mir diese Arbeiten zu grob und sie waren auf nur einen Bereich beschränkt. Ich wollte jedoch mehr wissen und auch in die Feinheiten der Elektrotechnik einsteigen“, erzählt der 45-Jährige. Er wechselte deshalb nach einiger Zeit aus dem Elektrohandwerk zur MT Industrietechnik GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Arbeitnehmerüberlassung von Fachkräften aus dem Metall-, IT- und Elektrobereich spezialisiert. „Für mich war hier der Vorteil, dass ich so die Gelegenheit hatte, an vielen verschiedenen Projekten mitzuarbeiten.“ Sein Wissen dafür erweiterte er unter anderem durch eine Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister.

In den folgenden Jahren sammelte der Elektronikspezialist umfangreiche Erfahrung in allen Teilbereichen der Elektroindustrie: Ob die Stromversorgung eines Rechenzentrums, Schaltschränke für Pumpstationen oder die Verkabelung eines Mobilfunkmastes – Thomas Deubler machte es.

Industrieanlagen nach Maß

Heute ist der Elektroniker bei seinem Arbeitgeber für die Verdrahtung von Steuerschränken für Industrieanlagen verantwortlich. „Die Vielfalt an elektronischen Systemen, die bei einer einzigen Anlage zusammenkommen – das finde ich spannend.“ Zuletzt hat Thomas Deubler an einer Druckstraße gearbeitet. Das Papier wird in dieser Anlage von gewaltigen Rollen in die Maschine geführt. Neigt sich der Vorrat dem Ende, wird die Rolle vollautomatisch ausgetauscht. „So entsteht quasi eine Endlosbahn. Um das zu realisieren, setzen wir viele Messgeräte ein, die etwa den Papierstand Millisekunden genau weitergeben.“

Der erste Schritt ist ein Blick in die technischen Pläne: Daraus entnimmt er den geplanten Verlauf der Kabelstränge entlang der einzelnen Komponenten. Die Durchmesser reichen von dünnen Adern zur Signalübertragung bis hin zu dicken Leitungen für die Stromversorgung. Thomas Deubler plant anhand dieser Angaben seine weiteren Arbeitsschritte, denn zum Teil sind einige Anschlüsse später nicht mehr erreichbar. An den Motor der Rolle schließt er zum Beispiel einen Umrichter an, der den Antrieb langsam anlaufen lassen, aber für den Rollenwechsel auch abrupt stoppen kann. Die Kabel, die er zum Teil quer durch die Maschine verlegt, konfektioniert er mit Seitenschneider und Abisolierzange selbst. Die Stromanschlüsse der Motoren und auch die Leitungen zum sogenannten Schaltschrank – also dem Hauptanschluss der Anlage – befestigt er mit Klemmen oder Schraubkontakten. „Es ist immer ein tolles Gefühl, nach der ganzen Arbeit vor Schalt- oder Steueranlage zu stehen.“

Stehen bleiben? Keine Chance!

Thomas Deubler stellt auch die elektrostatische Verträglichkeit sicher – also den Schutz gegen Entladungen, die die teuren Komponenten beschädigen können. Dazu trägt er zum Beispiel ein geerdetes Handgelenkband bei der Arbeit und speziell Isolierte Schuhe.

Da er durch seinen Meisterabschluss auch den Ausbildereignungsschein erworben hat, gibt er auch sein Wissen an den beruflichen Nachwuchs weiter. „Es ist mir wichtig, dass ich den Auszubildenden auch meine Begeisterung für Beruf und Technik weitergebe.“ Seine eigenen Kenntnisse möchte er gerne noch erweitern – und zwar in einem ganz bestimmten Gebiet: „Was mir noch fehlt, sind tiefere Kenntnisse in der Programmierung. Das gehe ich auf jeden Fall an.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2793