Diakon (katholisch)

Es sind die besonderen Momente meiner Arbeit, die mich erfüllen.

Der Brückenbauer

Aufgrund seiner Weiterbildung zum Diakon kann Paul Neumeier (44) ein verantwortungsvolles Kirchenamt ausüben. Die Arbeit mit den Gemeindemitgliedern erfüllt ihn mit Freude.

Paul Neumeier hatte zu Beginn seines beruflichen Werdegangs eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert – mittlerweile lautet die Abschlussbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“. Obwohl er seine Arbeit sehr schätzte, sagt er heute: „Mir hat etwas gefehlt.“

Nach mehreren Jahren im Beruf dachte er darüber nach, sich zum Diakon weiterbilden zu lassen: „Ich war schon als Jugendlicher in der Kirche und in der Gemeindearbeit aktiv.“ Die seelsorgerische Seite war es, die ihm am Beruf des Priesters gefiel. Jedoch kamen für ihn ein Theologiestudium und das Priesteramt nicht infrage. Die Weiterbildung zum Diakon war eine Alternative, die er gut mit seinem zivilen Beruf vereinbaren konnte: „Neben einem gefestigten Glauben und Engagement in der Kirche wird vorausgesetzt, dass man während der Weiterbildung seinen weltlichen Beruf weiter ausübt.“ Darüber hinaus muss ein Diakon bei seiner Weihe mindestens 36 Jahre alt sein und seine Ehefrau muss der Weihe offiziell zustimmen. Ledige Bewerber können den Weg zur Weiterbildung bereits mit dem vollendeten 25. Lebensjahr einschlagen.

Vier Jahre Weiterbildung

Die Weiterbildung besteht aus mehreren Teilen und dauert in der Regel vier Jahre. Paul Neumeier absolvierte zunächst das Modul „Theologie im Fernkurs“, das diözesanübergreifend von der Domschule Würzburg angeboten wird und sich in einen Grund- und einen Aufbaukurs unterteilt. In der Regel kann man beides innerhalb von zwei Jahren absolvieren. Paul Neumeier nahm sich vier Jahre Zeit für diesen Teil.

Die 24 Lehrbriefe des Grundkurses behandelten Themen wie etwa „Ist der Mensch religiös?“, „Die Bibel verstehen“, „Sakramente“ und „Handeln aus christlicher Verantwortung“. Die Teilnehmer mussten mehrere Prüfungen bestehen und Hausarbeiten verfassen.

Parallel zum Aufbaukurs begann Paul Neumeier mit der pastoralen Ausbildung, die aus einem Jahr Vorbereitung und drei Jahren Diakonatskreis bestand. Zusätzlich zu einer Predigtwerkwoche und einer Werkwoche zu Themen wie Taufe, Trauung oder Begräbnis nahm er an mehreren Schulungswochenenden und Seminartagen teil. „Die pastorale Praxis findet in einer Ausbildungspfarrei statt, in der Regel in der Heimatgemeinde, und wird von dem zuständigen Pfarrer oder einem Mentor begleitet“, erzählt der Diakon. „Man lernt ein breites Aufgabenspektrum kennen – von Predigten schreiben über Trauergespräche führen bis hin zu Kommunion- und Firmunterricht halten.“

Besondere Momente

Auch nach der Weihe arbeitete Paul Neumeier weiterhin in seinem Ausbildungsberuf. Er merkte jedoch, dass es schwierig war, den beiden Bereichen zeitlich gerecht zu werden – und entschied sich dafür, sich auf die Tätigkeit als Diakon zu konzentrieren: „Es sind die besonderen Momente, die mich erfüllen, etwa wenn bei einer Taufe die Kinder die Kirche mit Leben füllen oder wenn ich mit Paaren, die heiraten möchten, über deren Ideen spreche.“ Aber auch in den stillen Momenten – etwa wenn er bei Kranken, die nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen können, die Kommunion zu Hause durchführt – weiß er, dass sich der lange Weg gelohnt hat. Um hauptberuflich als Diakon arbeiten zu können, absolvierte er ein weiteres Schulungsjahr.

Heute hält er Wortgottesdienste, führt Trauungen und Taufen durch, ist seelsorgerisch tätig und hält Unterricht. Nah an den Menschen zu sein, macht für ihn seine Tätigkeit als Diakon aus. Es sei wichtig, „eine Brücke zwischen der Kirche und dem alltäglichen Leben“ zu etablieren.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/9897