Bühnenarbeiter

Während der Vorführungen müssen wir teilweise sehr schnell sein.

Zur richtigen Zeit am richtigen Platz

Thomas Greiling (31) trägt zum reibungslosen Ablauf von Opernaufführungen bei. Dafür braucht der Bühnenarbeiter technisches Verständnis, körperliche Fitness und Teamfähigkeit.

Zurzeit werden an der Deutschen Oper 56 Opern- und acht Ballettrepertoire-Vorstellungen geprobt. Insgesamt 42 Bühnenarbeiter gewährleisten in einem Zwei-Schichten-System, dass Sänger und Musiker vor den richtigen Kulissen proben und spielen. Dazu gehört auch Thomas Greiling.

Sein Arbeitstag in der Frühschicht beginnt um 6.45 Uhr morgens. Wenn bei anderen gerade mal der Wecker klingelt, baut er mit seinen Kollegen bereits die Kulissen für die Proben auf. „Manchmal müssen wir auch erst noch die Bühne vom Vorabend räumen, weil der Spätdienst das nicht mehr geschafft hat“, erklärt der Bühnenarbeiter. Wenn die Darsteller um 10 Uhr mit den Proben beginnen, bleiben Thomas Greiling und seine Kollegen auf Bereitschaft, bis der Inspizient sie für den Umbau der Bühne ruft. Dieser koordiniert die Arbeiten im Proben- und im Vorstellungsbetrieb – er ist das Bindeglied zwischen Regie und Bühnentechnik.

Ein eingespieltes Team

Pro Aufführung arbeiten auf der Bühne bis zu 16 Bühnenarbeiter, je nachdem, wie aufwendig die Produktion ist. „Wir transportieren manchmal Sachen, die ein paar Tonnen wiegen. Die sind dann natürlich auf fahrbaren Untergestellen“, erzählt Thomas Greiling. Beim Aufbau richten sich die Bühnenarbeiter nach Zeichnungen und Unterlagen, die im Entwurfsbüro erstellt werden.

"Das Schöne an der Arbeit ist, dass kein Tag dem anderen gleicht“, sagt der 31-Jährige. „Jede Produktion ist anders, wir fangen immer wieder neu an.“ Damit das funktioniert, müssen alle Beteiligten optimal zusammenspielen – besonders wenn Vorgänge sehr schnell passieren müssen oder der Vorhang zwischen den Akten nicht zugezogen wird. Für den 31-Jährigen ist das aber Routine: „Jeder weiß, was zu tun ist, sodass wir die Arbeit auch in solchen Situationen gut geregelt kriegen."

Irgendwas mit Veranstaltungstechnik

Schon in der Schule richtete Thomas Greiling zusammen mit einem Mitschüler auf eigene Initiative ein Tonstudio ein – und von da an war ihm klar, dass er im Bereich Veranstaltungstechnik arbeiten wollte. Ein Jahr nach dem Schulabschluss begann er seine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik am Märkischen Theater in Schwedt. Dass er nach seinem Abschluss dort nicht übernommen werden würde, wurde ihm schon zu Beginn mitgeteilt. Es stand aber für ihn fest, dass er später an einer Oper oder an einem Theater arbeiten wollte. Während der Ausbildung durchlief er alle Abteilungen – und entschied sich bereits im ersten Jahr für die Bühnenarbeit. Das Wissen und die berufliche Praxis, die er in dieser Zeit erworben hat, war der Schlüssel zu seiner heutigen Tätigkeit: Nach dem Abschluss wurde er durch eine Anzeige auf der Internetseite der Oper in Berlin auf eine dortiges Stellengesuch aufmerksam. „Ich habe mich beworben, und das hat dann auch sofort geklappt."

An seinem Beruf gefällt ihm besonders, dass Teamarbeit großgeschrieben wird: „Man muss sich absprechen und immer präzise arbeiten. Während der Vorführungen müssen wir teilweise sehr schnell sein.“ Und obwohl er nun schon seit einigen Jahren in dem Bereich arbeitet, empfindet er die Tätigkeit immer noch als spannend.

Für seine berufliche Zukunft plant der Bühnenarbeiter, den Meisterabschluss zu machen – auch wenn das „noch etwas Zeit“ hat. Als Meister für Veranstaltungstechnik der Fachrichtung Bühne/Studio kann er dann selbst die Planung, Organisation und technische Leitung von Bühnenproduktionen übernehmen und für wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte Verantwortung übernehmen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8544