Blitzschutz­monteurin

Technisches Verständnis ist für die Seminare sehr hilfreich.

Blitzschutz auf dem Prüfstand

Blitzschutzanlagen leiten den Blitzstrom sicher vom Dach in die Erde. Damit die Systeme vorschriftsmäßig funktionieren, werden die Anlagen regelmäßig überprüft. Das erledigen Fachkräfte wie Melanie Spissinger (38).

Dass Blitze immer am höchsten Punkt einschlagen, sei nicht ganz richtig, sagt Melanie Spissinger. Bevorzugte Einschlagsziele seien Gebäudeecken und -kanten. Die 38-Jährige weiß, wie man Gebäude vor Blitzschäden schützt: Fangeinrichtungen auf dem Dach fangen den Blitz ab, bevor er in das Gebäude einschlägt. Ableitungen und eine Erdungsanlage leiten den Strom dann in die Erde. Aufgabe von Blitzschutzmonteuren ist es unter anderem, diese Anlagen zu prüfen und zu warten.

Zertifizierung zur Blitzschutzfachkraft

Melanie Spissinger hatte lange in ihrem Ausbildungsberuf als Bürokauffrau gearbeitet – die Ausbildung wurde in der Zwischenzeit neu geregelt, ein entsprechender Abschluss ist etwa „Kauffrau für Büromanagement“. Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit lernte sie ihren heutigen Arbeitgeber kennen und fing im Büro der Firma Blitzschutz Bau Rahn an. Schon bald übernahm sie auch andere Aufgaben. Sie begleitete ihren Vorgesetzten auf Außentermine und assistierte ihm, wenn er Blitzschutzanlagen prüfte. „Es ist so viel Arbeit angefallen, dass mich mein Chef gefragt hat, ob ich die Anlagen auch alleine prüfen könnte.“

Um sich Fachwissen anzueignen, besuchte sie zwei dreitägige Schulungen beim Verband deutscher Blitzschutzbauer. Ein Seminar befasste sich mit der Errichtung von Blitzschutzsystemen, das zweite mit deren Prüfung. Wer wie Melanie Spissinger mindestens fünf Jahre im Blitzschutz gearbeitet hatte, bekam nach bestandener Prüfung ein Zertifikat zur Blitzschutzfachkraft. „Technisches Verständnis ist für die Seminare sehr hilfreich“, sagt sie. „Man muss sich aber nicht davor scheuen, auch wenn man aus anderen Berufen kommt.“

Umfassende Prüfung

Wie oft die Anlagen überprüft werden, hängt von der Blitzschutzklasse ab, in die das Gebäude eingeordnet ist. Melanie Spissinger kümmert sich vor allem um Privathäuser, die zur Blitzschutzklasse III gehören. „Da steht alle zwei Jahre eine Sichtprüfung an“, sagt sie. „Alle vier Jahre mache ich eine umfassende Prüfung, bei der ich Messungen durchführe.“ Zuerst begutachtet sie die Fangeinrichtung und Ableitungen und kontrolliert, ob alles richtig angeschlossen und nichts verrostet ist. Mit einem Messgerät misst sie dann den Widerstand an der Trennstelle zur Erdungsanlage, wo der Strom in das Erdreich geleitet wird: „Sind die Werte zu hoch, weiß ich, dass etwas mit der Anlage nicht stimmt.“ Sie überprüft auch, wie weit die Leitungen von anderen elektrischen Anlagen entfernt sind. Befinden sie sich etwa in unmittelbarer Nähe einer Fotovoltaikanlage, könnte der Blitzstrom überschlagen und so ins Innere des Hauses gelangen.

Zurück im Büro verfasst sie einen Prüfbericht. Dieser enthält die technischen Daten der Blitzschutzanlage und des Gebäudes, auf dem sie installiert ist. Sie vermerkt die Mängel, die bei der Prüfung aufgetreten sind. Außerdem fertigt sie eine maßstabsgetreue Zeichnung der Dachaufsicht an. Darauf sind Ableitungen, Fangeinrichtungen, Kamine und andere elektronische Geräte wie etwa Fotovoltaikanlagen eingezeichnet. Den Prüfbericht schickt sie dann an den Kunden.

Noch bekommt Melanie Spissinger Hilfestellung von ihrem Vorgesetzten, übernimmt aber nach und nach selbst die Verantwortung für Aufträge. „Ich werde nicht ins kalte Wasser geworfen und kann noch Erfahrung sammeln.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2768