Biomedizinische Fach­analytikerin – klinische Chemie, Patho­biochemie

Wer eine Führungsposition erreichen will, muss sich durch Fachwissen auszeichnen.

Die Chemie im menschlichen Körper

Im Labor eines Krankenhauses übernimmt Andrea Michelsen (54) verantwortungsvolle Aufgaben. Im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Biomedizinischen Fachanalytikerin konnte sie ihre fachlichen Kenntnisse erweitern.

In Andrea Michelsens Arbeitsalltag gibt es natürlich auch Tage, an denen nicht alles nach Plan läuft. „Einige Mitarbeiter sind krank, und heute ist ein Gefrierschrank ausgefallen“, sagt sie an einem solchen Tag. „Daher räume ich neben allem anderen noch gefrorene Blutkonserven um.“

Die Biomedizinische Fachanalytikerin trägt viel Verantwortung, seit sie in einem badischen Krankenhaus zur Laborleiterin aufgestiegen ist. „Wir haben hier ein mittelgroßes Labor mit 19 Mitarbeitern, in dem wir fast alle Untersuchungen erledigen, die in unserem Krankenhaus anfallen“, erläutert sie. Andrea Michelsen sorgt dafür, dass die Untersuchungsaufträge, die die Ärzte einreichen, zeitnah und sorgfältig abgearbeitet werden.

Zwischen Büro und Labor

Ihre täglichen Aufgaben sind vielfältig: Im Büro telefoniert sie mit Ärzten oder Dienstleistern, versendet E-Mails, schreibt Dienstpläne, macht statistische Auswertungen und bestellt Rohstoffe. Im Labor kümmert sie sich um Probleme mit den Geräten, prüft die Ergebnisse von Untersuchungen und leitet Mitarbeiter an. „Der Beruf verlangt schon viel von mir“, sagt die Biomedizinische Fachanalytikerin. Sie muss nicht nur Hunderte von Untersuchungsverfahren anwenden können und die Laborgeräte entsprechend beherrschen, sondern auch das Labor betriebswirtschaftlich führen.

„Ich habe mich seit meiner Ausbildung zur Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentin regelmäßig weitergebildet. Wer eine gehobene Position erreichen will, muss sich durch Fachwissen auszeichnen“, erklärt Andrea Michelsen. Um ihre Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern, absolvierte sie unter anderem eine Weiterbildung zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen. Darüber hinaus bildete sie sich zur Biomedizinischen Fachanalytikerin für klinische Chemie und Pathobiochemie am DIW-MTA in Berlin weiter.

Neues Wissen

Die Weiterbildung bestand aus verschiedenen Kursen. Andrea Michelsen entschied sich für eine berufsbegleitende Variante, bei der sie die Lehrveranstaltungen während ihres Urlaubs und an den Wochenenden besuchte. Die Weiterbildung erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Kurse fanden an verschiedenen Orten statt, entsprechend fielen Kosten für Anreise und Übernachtung an. Diese finanzierte die angehende Fachanalytikerin mittels privater Rücklagen.

Inhaltlich beschäftigten sich die Teilnehmer vor allem mit der Chemie im Körper – etwa mit Leberwerten, Enzymen, Elektrolyten, Hormonen, Tumormarkern – sowie mit den jeweiligen Verbindungen zu Krankheiten. „Man lernt zu erkennen, wie gesund die Chemie im Körper ist und welche Folgen es hat, wenn etwa zu viele Hormone im Blut sind“, erläutert Andrea Michelsen. Dieses chemisch-medizinische Fachwissen sei wichtig, um Untersuchungsergebnisse zu interpretieren. Neben den fachspezifischen Kursen waren auch Inhalte aus den Bereichen Kommunikation, Statistik, Recht und wissenschaftliche Methodik Teil der Weiterbildung.

Nach drei Jahren, in denen sie nahezu jeden Urlaub für die Fortbildung genutzt hatte, legte Andrea Michelsen die Abschlussprüfungen ab. Damit ging eine anstrengende Zeit zu Ende. Doch das Wissen, das sie dabei erwarb, rechtfertige die Mühe, wie sie betont.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/13894