Betriebswirtin – Management im Gesundheits­wesen

Bald kann ich einen eigenen Schwerpunkt in der Abteilung übernehmen.

Eine gesunde Strategie

Ausgaben und Erlös hat Hanna Fischermann (27) immer im Blick. Die Betriebswirtin unterstützt die Abläufe bei den Kliniken der Stadt Köln und entwirft Strategien zur Optimierung der Prozesse und damit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Nach ihrem Fachabitur im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen begann sie zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation in einem Gesundheitszentrum. „Ich wusste aber schon damals, dass ich mich beruflich weiterentwickeln wollte“, sagt die 27-jährige. Eine Kollegin begeisterte sie schließlich für die Weiterbildung zur Betriebswirtin für das Management im Gesundheitswesen. Direkt nach der Ausbildung bewarb sie sich in Köln an der Fachschule für Wirtschaft – und wurde aufgenommen.

Dank Prüfung auf drei Jahre verkürzt

Weil sie nicht auf ein regelmäßiges Einkommen verzichten wollte, entschied sie sich für einen Teilzeit-Unterricht. Drei Jahre lang pendelte sie montags und mittwochs nach der Arbeit sowie jeden zweiten Samstag von Siegburg und Bad Laasphe nach Köln. „Eigentlich hätte die Weiterbildung vier Jahre gedauert, ich konnte aber auf drei Jahre verkürzen“, erzählt Hanna Fischermann. Dazu musste sie eine Prüfung bestehen. Bis auf die Fahrtkosten war die Weiterbildung kostenlos.

Im Unterricht erhielt Hanna Fischermann zunächst einen  Überblick über das Gesundheitswesen, auch aus medizinischer  Sicht. „Diese Kenntnisse braucht man, egal, ob man Abläufe plant oder Kosten kalkuliert.“ Daneben standen  Fächer  wie Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Wirtschaftsinformatik oder Personalwirtschaft auf dem Stundenplan.  Der Fokus lag hier stets auf den entsprechenden Aufgaben im Gesundheitswesen. Darüber hinaus absolvierte sie allgemeinbildende Fächer wie Deutsch oder Fremdsprachen.  Über die Schuljahre verteilt fanden regelmäßig Prüfungen  statt. Am Ende standen eine umfassende Abschlussprüfung  sowie eine Projektarbeit mit dazugehöriger Präsentation an.

Von operativen zu strategischen Aufgaben

Noch während der Weiterbildung zog Hanna Fischermann nach Siegen und arbeitete dort als Teamleiterin in einer Kinderklinik. „Da konnte ich alles anwenden, was wir im Bereich Personalwirtschaft gelernt haben.“ Sie erstellte zum Beispiel Dienstpläne und führte Mitarbeitergespräche. Viel mehr reizte es sie jedoch, strategische Aufgaben zu übernehmen. Da dies in der Kinderklinik nicht möglich war, wechselte sie nach einiger Zeit zu den Kliniken der Stadt Köln und übernahm neue Aufgaben in der Abteilung für Unternehmensentwicklung. Hier sind ihre Kenntnisse aus der Weiterbildung gefragt. Innerhalb ihrer Organisation ermittelt das Team um Hanna Fischermann Leistungskennzahlen für das Gesundheitswesen. Dazu gehören etwa Diagramme zur Verweildauer, eine Leistungsdarstellung oder verschiedene Übersichten zur Stationsauslastung. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert sie dann den Verantwortlichen der Fachkliniken. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Prozessverbesserung innerhalb der Kliniken. Bei ihrer Arbeit steht sie stets in Kontakt zu Mitarbeitern der Klinik. Hierbei geht es hauptsächlich um Veränderungen bei den Abläufen. Dadurch sollen etwa die immer wieder anfallenden organisatorischen Arbeiten zwischen den Fachkräften auf der Station besser aufgeteilt werden. Was ihr daran besonders gefällt? „Die abwechslungsreiche und spannende Arbeit. Mein Wunsch ist es, einen eigenen Schwerpunkt in der Abteilung zu übernehmen.“

Für die Zukunft kann sie sich eine Weiterbildung im Medizincontrolling  vorstellen, um zusätzliche Arbeitsfelder anzusteuern.  „Mit der Weiterbildung zur Betriebswirtin habe  ich dafür eine gute Basis geschaffen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/35295