Betriebswirt (Fachschule) – Vieh und Fleisch

Natürlich hilft das vermittelte spezifische Wissen über Haltung, Transport oder die gesetzlichen Grundlagen enorm weiter.

Viehhandel mit Tradition

Wie bewertet man die Güte von Schlachtvieh? Welche Besonderheiten muss man beim Transport der Tiere beachten? Jürgen Schmäing (26) kennt die Antworten. Vertiefte Fachkenntnisse erwarb er unter anderem in einer Weiterbildung.

Die Familie Schmäing betreibt ihren Viehhandel mittlerweile in fünfter Generation. Dieser fünften Generation gehört Jürgen Schmäing an. Auch wenn er mit dem Groß- und Außenhandelskaufmann zunächst eine fachfremde Ausbildung absolvierte, war für ihn dennoch klar, dass er später im elterlichen Betrieb tätig sein und diesen zusammen mit seinem Bruder übernehmen würde.

Um sich die nötigen Kenntnisse anzueignen, entschied er sich für die Weiterbildung zum Betriebswirt für Vieh und Fleisch. Neben einer abgeschlossenen Ausbildung waren mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung Voraussetzung für die Zulassung. Daher absolvierte er zunächst zwei Volontärjahre: eines in einem Schlachthof in Irland, das zweite Jahr in einem Betrieb in Düren. Diese Zeit sei besonders lehrreich und eine gute Vorbereitung auf die Weiterbildung gewesen, wie er sagt.

Von Fleischtechnologie bis EDV

Der Vollzeitlehrgang an der Bundesfachschule Vieh und Fleisch dauerte knapp vier Monate. Für die Dauer der Weiterbildung zog der angehende Betriebswirt nach Münchweiler an der Alsenz, denn bei der Fachschule handelt es sich um ein Internat – ein Vorteil, wie sich Jürgen Schmäing erinnert: „So entstand unter uns Schülern ein echtes Gemeinschaftsgefühl.“ Einen Teil der Kosten für Lehrgang und Verpflegung übernahm der Bundesverband Vieh und Fleisch. Für die restlichen 3.500 Euro kam der Familienbetrieb auf.

In der Weiterbildung standen zunächst anwendungsbezogene Themen auf dem Lehrplan, etwa Tierproduktion und Fleischtechnologie. Im allgemeinen Abschnitt erwarben die Teilnehmer betriebswirtschaftliches Wissen. Beispielsweise setzten sie sich mit der Kosten- und Leistungsrechnung auseinander. EDV-Kenntnisse wurden ebenfalls vermittelt. Darüber hinaus erwarb Jürgen Schmäing auch den Ausbildereignungsschein.

Erst die Begutachtung, dann das Angebot

Mittlerweile trägt der Betriebswirt viel Verantwortung im Betrieb. Während sich sein Bruder um die Geschäfte in der Zweigstelle in Stechow kümmert, ist Jürgen Schmäing im Stammbetrieb in Reken in erster Linie für den Schweinehandel zuständig. Er koordiniert den Ein- und Verkauf. Eine seiner Hauptaufgaben ist die Bewertung des Schlachtviehs: „Man schaut, wie schwer die Tiere sind und ob sie gesund sind. Gerade die Grundlagen für den Gesundheitscheck habe ich auf der Fachschule erhalten.“ Darüber hinaus sei praktische Erfahrung besonders wichtig, wenn es um die Bewertung des Viehs geht. Nach der Begutachtung dokumentiert Jürgen Schmäing seine Ergebnisse und erstellt ein entsprechendes Angebot für den Verkäufer. Er ist oft unterwegs; beispielsweise fährt er zu verschiedenen Höfen, um vor Ort Verhandlungen mit den Landwirten zu führen. Zudem kümmert er sich um die Viehfahrten und die -verladung. Auch hierbei profitiert er von den Kenntnissen aus der Weiterbildung: „Natürlich hilft das vermittelte spezifische Wissen über Haltung, Transport oder die gesetzlichen Grundlagen enorm weiter.“ Obwohl der Betrieb auch ein kleines eigenes Schlachthaus besitzt, schlachtet der Betriebswirt nicht selbst. Theoretisch dürfte er das jedoch: Die Lizenz hierzu erwarb er ebenfalls im Rahmen der Qualifizierung.

Für die Zukunft plant Jürgen Schmäing, das Geschäft zu vergrößern: „Ich möchte unseren Betrieb auf jeden Fall noch weiter ausbauen. Im Moment handeln wir ungefähr 4.000 Schweine und 500 Stück Großvieh pro Woche. Das möchte ich steigern.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6541