Betonsanierer

Die Qualität des Betons entwickelt sich ständig weiter.

Der Betonheiler

Ernst Niebler (54) hat sich als Betonsanierer selbstständig gemacht. Er weiß, wie man Wasserschäden beseitigt und welcher Spezialbeton sich wofür eignet. Als Experte ist er bei vielen Sanierungsfirmen gefragt.

Nach seiner Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer arbeitete Ernst Niebler über lange Jahre im Außendienst bei einem Hersteller für Trockenmörtel: „Ich war in einer Abteilung für Baustoffe, in der Materialien für sehr spezielle Anforderungen entwickelt wurden“, erzählt er. „Das war wie eine Zusatzausbildung, weil ich sehr viel über den Aufbau verschiedener Betonarten gelernt habe – und darüber, welche Kunststoffzusätze und Sonderzemente es gibt.“

Durch seine Zeit als Vertreter im Außendienst kam er außerdem mit vielen Menschen in Kontakt. „Das alles hat mich auf die Idee gebracht, mich als Betonsanierer zu spezialisieren und selbstständig zu machen“, sagt er. Die Voraussetzungen dafür seien ja günstig gewesen.

Gutes Netzwerk

Er gründete sein Einmannunternehmen „Bausanierungen Niebler“ im oberpfälzischen Postbauer-Heng und konnte schnell einen Kundenstamm aufbauen – die Nachfrage war vorhanden, zudem konnte er auf ein Netzwerk an Kontakten zurückgreifen. Als selbstständiger Betonsanierer muss er sich die Arbeitszeit selbst einteilen: „Ich habe ein eigenes Firmenfahrzeug mit Ausrüstung und bin sehr flexibel. Das bedeutet natürlich auch, dass ich selten zu Hause bin“, erzählt er.

In der Regel buchen ihn größere Unternehmen, wenn sie Bauwerke sanieren. Fachkundige Planer ermitteln, in welchem Umfang ein gefährdetes Gebäude instandgesetzt werden muss, und beschreiben die erforderlichen Arbeitsschritte. Diese fließen in eine Ausschreibung ein – erst wenn ein Unternehmen den Zuschlag erhalten hat, beginnt die eigentliche Sanierung.

Wenn Beton angegriffen und schadhaft ist, kann Feuchtigkeit eindringen – dadurch wiederum kann der Stahl rosten, der in den Gebäuden als sogenannte „Bewehrung“ verbaut ist. „Das kann die Standsicherheit beeinträchtigen und im schlimmsten Fall einen Einsturz zur Folge haben“, erklärt der Betonsanierer. Ernst Niebler geht die kritischen Bereiche Schritt für Schritt an. Zunächst befreien Sand- oder Höchstdruck-Wasserstrahlen die schadhaften Bereiche von allen mürben Betonstücken und von Rost an der Bewehrung – oder aber sie werden weggestemmt. „Dann ist die gefährdete Stelle gesäubert und ich kann mit der eigentlichen Instandsetzung beginnen.“ Risse in Betonoberflächen verpresst oder tränkt er mit speziellen Harzen, an den Schadstellen trägt er kunststoffveredelte Reparaturmörtel auf oder spritzt speziellen Beton auf, um das ursprüngliche Profil wiederherzustellen. „Damit der neue Mörtel eine feste Verbindung mit dem alten Untergrund eingehen kann, muss ich streng nach den Ausführungsanweisungen der Materialhersteller arbeiten."

Immer auf dem neuesten Stand

Bei größeren Flächen arbeitet er mit Spritzbeton, den er im Trockenspritzverfahren aufbringt. „Dabei bläst ein Pressluftstrom die Spritzbetonmischung durch einen Förderschlauch“, erläutert er. „Erst kurz vor dem Aufprall auf dem Untergrund gibt eine Düse Wasser dazu – so entsteht eine sogenannte monolithische Verbindung.“ Um sich vor Staub zu schützen, trägt er dabei einen Overall und eine Atemschutzmaske.

„Die Qualität des Betons entwickelt sich ständig weiter – das gilt auch für die Anforderungen an die Ausführenden“, sagt er. Durch seine Kontakte zu den Materialherstellern erhält er immer wieder Informationen über Neuerungen und bleibt so auf dem neuesten Stand.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/3998