Betonmischer­fahrer

Man muss ein Gefühl für die richtige Konsistenz des Betons entwickeln.

Zweiunddreißig Tonnen auf vier Achsen

Ohne Timo Behl (35) und seine Kollegen wäre auf den Baustellen rund um Kreuzwertheim nicht viel los. Ob Straße, Gebäude oder Brücke – überall kommt Beton als Baustoff zum Einsatz. Mit dem Fahrmischer liefert er frischen Beton direkt auf die Baustelle.

Sein Job führt Timo Behl täglich über Autobahnen, kurvige Landstraßen und durch enge Wohngebiete. In einem Umkreis von 40 Kilometern beliefert er Baustellen rund um Kreuzwertheim in Unterfranken mit Flüssigbeton. Voll beladen wiegt sein Lkw rund 32 Tonnen. Statt einer Ladefläche hat er eine Trommel als Aufbau, die sich während der Fahrt dreht. Das beeinträchtigt das Fahrverhalten zusätzlich zum hohen Gewicht. „Die Masse merkt man beim Bremsen und Beschleunigen – und der Beton schwappt in jeder Kurve hin und her“, sagt der 35-Jährige. Damit die Ladung sicher ans Ziel kommt, ist volle Konzentration gefordert.

Früher Start in den Arbeitstag

15 Jahre hatte Timo Behl in seinem Ausbildungsberuf als Kraftfahrzeugmechatroniker gearbeitet. Dann wollte er sich beruflich verändern. Lkw zu fahren, statt sie zu reparieren, hatte ihn schon lange gereizt, den Lkw-Führerschein hatte er privat gemacht. Als dann eine Stelle in dem Unternehmen frei wurde, in dem sein Vater als Fahrer arbeitete, bewarb er sich dort. Seitdem ist er bei der Firma Heidelberger Beton Main-Tauber als Betonmischerfahrer tätig. Der berufliche Wechsel fiel ihm leicht, auch wenn er vorher nicht mit Beton gearbeitet hatte. „Normalerweise fährt man ein paar Tage bei einem Kollegen mit und bekommt alles gezeigt“, sagt er. „Ich habe aber durch meinen Vater schon über vieles Bescheid gewusst, deswegen ist das bei mir weggefallen.“ Auch als Fahrer muss man sich mit dem Baustoff auskennen, folglich arbeiten vielfach auch Fachkräfte mit einer Ausbildung im Bereich Baustoffe in dieser Funktion.

Vor jeder Fahrt teilt ihm der Disponent mit, wohin es geht und welche Art von Beton der Kunde wünscht. Timo Behl bekommt den Lieferschein ausgehändigt und lässt sein Fahrzeug beladen. Abhängig davon, wann der Bauunternehmer die Lieferung braucht, kann sein Arbeitstag sehr früh am Morgen beginnen. „Wird auf der Baustelle ab sieben Uhr gearbeitet, muss der Beton um sieben da sein – und ich dementsprechend früh losfahren.“

Rutsche, Pumpe oder Kran

Auf der Baustelle angekommen, lädt er den Beton ab. Dazu befördert die Trommel den Beton durch die Rotationsbewegung über eine Rutsche hinaus. Soll der Beton zum Beispiel in ein höheres Stockwerk eines Neubaus, kommt eine Pumpe oder ein Kran zum Einsatz. Ist der Kunde mit der Konsistenz nicht zufrieden, muss Timo Behl vor Ort nachbessern. Mit Fließmitteln kann er den Beton beispielsweise flüssiger machen. „Man muss ein Gefühl für die richtige Konsistenz entwickeln“, sagt er. „Das bekommt man nicht von heute auf morgen.“ Ist der Beton abgeladen, lässt er den Lieferschein unterschreiben. Darauf notiert er im Anschluss seine Fahrtzeiten und gibt ihn in der Buchhaltung ab, sobald er zurück im Betonwerk ist.

Wichtiger Teil seiner Arbeit ist die Fahrzeugpflege. „Bei Betonrückständen kann man das Saubermachen nicht einfach auf morgen verschieben“, sagt Timo Behl. Die Rutsche spült er deshalb, wenn möglich, noch an der Baustelle mit Wasser, damit der Fahrtwind die Betonreste nicht festtrocknet. Jeden Abend spült er außerdem die Trommel aus. Bleiben angetrocknete Brocken zurück, kann das zu einer Unwucht beim Rotieren führen.

Mittlerweile kennt sich Timo Behl so gut mit Beton aus, dass er ihn nicht mehr nur von A nach B transportiert. Er springt auch für den Betonmischmaschinenführer ein, der die Produktion steuert, vertritt den Disponenten und organisiert Fahrten und Aufträge.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/59022