Berufs­pädagoge

Mir macht es Spaß, vor einer Gruppe zu reden und Menschen zu begeistern.

Berufliche Bildung

Arno Herder (44) arbeitet an der Schnittstelle zwischen Bildung und Ausbildung: Sein Wissen rund um Personalentwicklung, Qualitätsmanagement in der Bildung und Lernprozesse erarbeitete er sich im Rahmen einer Weiterbildung.

Zu einer Berufsausbildung gehört weit mehr als die Unterweisung in Arbeitsabläufe. Es ist wichtig, junge Menschen für einen Beruf nachhaltig zu begeistern und Lernprozesse zu unterstützen – da ist sich Arno Herder absolut sicher: „Ich weiß, wie wichtig eine gute Betreuung sein kann“, erklärt der 44-Jährige, der als Meister der Fachrichtung Lagerwirtschaft – ein entsprechender Weiterbildungsberuf ist heute etwa „Logistikmeister“ – über viele Jahre Auszubildende betreut und fit für die Praxis gemacht hat.

Sein großes Interesse an pädagogischen Aufgaben war es, das Arno Herder zu seiner heutigen Stelle brachte. Um seine fachlichen Kenntnisse zu erweitern, entschied er sich zu einer Weiterbildung zum Berufspädagogen. „Ein Kollege sprach am Telefon über eine Informationsveranstaltung, in der die Weiterbildung vorgestellt wurde. Da wurde ich hellhörig.“ Nach weiteren Recherchen war er von den Inhalten der Qualifikation überzeugt. Heute ist er bei dem Bildungsträger tätig, bei dem er die Weiterbildung absolviert hat. Sein Arbeitgeber bietet berufliche Aus- und Weiterbildungen für Jugendliche und Erwachsene an: „Hier spielt die Motivation noch mal eine ganz andere Rolle. Wir betreuen Menschen in schwierigen Situationen, die häufig schlechte Erfahrungen mit dem Lernen gemacht haben.“ Ideen zu sammeln, wie das Lernen positiv besetzt werden kann, und dies zielgruppengerecht umzusetzen, ist eine der Aufgaben von Arno Herder.

Von Bildungsinstrumenten bis Prüfungsformen

Über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckte sich der berufsbegleitende Unterricht, den er freitags und samstags besuchte. Finanzieren konnte er die Weiterbildung zum Berufspädagogen, die rund 4.200 Euro plus Prüfungsgebühren kostete, über ein Förderprogramm, das in der Zwischenzeit allerdings ausgelaufen ist. Eine Förderung kann heute etwa über Aufstiegs-BAföG erfolgen.

Auf dem Lehrplan standen beispielsweise die Begleitung von Lernenden, Lernprozesse, Prüfungsformen, Qualitätsmanagement, Management von Bildungsinstrumenten und Controlling: „Man erfährt viel über die Methodik, was ich in eigener Sache unmittelbar umsetzen konnte.“ So konnte der angehende Berufspädagoge Fragen wie „Wie erstelle ich einen Lernplan?“ oder „Was für ein Lerntyp bin ich?“ auf die eigene Situation in der Weiterbildung beziehen und so die Vorgehensweisen in der Praxis einüben. Am Ende standen mehrere schriftliche Prüfungen sowie eine Projektarbeit.

Einsatz als Allrounder

Mit der Weiterbildung wollte Arno Herder den Arbeitsplatz sichern und zusätzliches Fachwissen erwerben – diese Ziele hat er erreicht. Mittlerweile erarbeitet er unter anderem Bildungskonzepte und entwickelt passgenaue Methoden. Gefragt sei in seinem Tätigkeitsbereich der Blick für das Ganze: „Als Berufspädagoge ist man ein Allrounder, der nicht nur Lernprozesse, sondern auch die Personalentwicklung, das Management und die Qualitätskontrolle bei Bildungsprozessen im Blick hat.“

Sich zusätzliche berufliche Optionen zu eröffnen, das war für den Berufspädagogen zu Beginn der Weiterbildung eher zweitrangig. „Das hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt“, sagt Arno Herder, der heute auch als freiberuflicher Dozent unterrichtet: „Mir macht es Spaß, vor einer Gruppe zu reden und Menschen zu begeistern.“ Und das kann er bei seinem heutigen Arbeitgeber vielfach tun.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/77128