Bauzimmerin

Ich bringe mein Angebot immer persönlich vorbei und erkläre dem Kunden alle Einzelheiten.

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Holzbau nach Maß

Brigitte Flohrer (48) hat sich auf das Bauzimmern spezialisiert. Vom Garagentor bis zum Dachfirst fertigt und montiert sie mit ihrem Team alle benötigten Bauteile.

Schon als Kind wusste Brigitte Flohrer, dass sie später ins Zimmererhandwerk wollte. „Mein Vater hatte einen Zimmereibetrieb, in dem ich schon viel von dem Gewerk mitbekommen habe. Nach der Schule habe ich dann bei einem anderen Betrieb die Ausbildung zur Zimmerin gemacht, um das Handwerk von Grund auf zu lernen“, erzählt die 48-Jährige. Später, nachdem sie auch die Weiterbildung zur Zimmerermeisterin absolviert und einige Jahre Berufserfahrung gesammelt hatte, übernahm sie schließlich den elterlichen Betrieb, die Zimmerei Konrad Maul in Offenhausen – benannt nach ihrem Vater.

Brigitte Flohrer hat sich auf das Bauzimmern spezialisiert: Gemeinsam mit ihren drei Angestellten fertigt und montiert sie Bauteile für Dachstühle, Treppen, Ingenieurholzbauten, Balkone und ganze Holzhäuser. Zudem saniert sie Gebäude. Zu ihren Auftraggebern gehören Privatleute, Architekten- und Ingenieurbüros sowie öffentliche Institutionen.

Baustelle, Werkstatt und Büro

Der Arbeitstag beginnt für Brigitte Flohrer in der Regel um 7 Uhr morgens und kann bis zu zehn Stunden dauern. „Die Arbeitszeiten von Bauzimmerern richten sich mitunter nach dem Fortschritt auf der Baustelle“, erläutert sie. „Wenn ein Dachstuhl noch nicht gegen Regen geschützt ist, müssen wir das vor Feierabend erledigen.“ Als Unternehmerin arbeitet sie nicht nur auf der Baustelle und in der Werkstatt, sondern auch im Büro. „Ich erstelle Angebote, kalkuliere Kosten, schreibe Rechnungen und nehme vor Ort beim Kunden Aufmaßtermine wahr.“ Der direkte Kontakt zu den Auftraggebern ist ihr wichtig. „Ich bringe mein Angebot immer persönlich vorbei und erkläre dem Kunden alle Einzelheiten. So lernt man sich kennen und weiß, mit wem man es zu tun hat.“ Brigitte Flohrer arbeitet auch mit Handwerkern anderer Gewerke zusammen, ebenso wie mit externen Dienstleistern, bei denen sie beispielsweise bei Bedarf einen Kraneinsatz oder ein Baugerüst in Auftrag gibt. „Wenn der Auftrag erledigt ist, achte ich auch darauf, dass die Baustelle sauber und aufgeräumt hinterlassen wird.“

Bauteile erstellen und montieren

In der Werkstatt ihres Betriebes fertigt Brigitte Flohrer einzelne Bauteile vor. „Wenn wir beispielsweise einen Dachstuhl oder ein Fachwerk für eine Fassade bauen, dann binden wir die Holzteile vorher in der Werkstatt ab, sodass wir auf der Baustelle alles ohne Probleme montieren können“, erklärt sie. „Man muss dabei sehr akkurat und nach Plan arbeiten, damit am Ende auch alles passt.“ Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist dabei unabdingbar, zudem sollte man rechnen können.

Um die Bauteile genau zu berechnen, verwendet sie ein spezielles Holzbauprogramm, am Computer entstehen dann die einzelnen Teile zunächst digital. Teilweise werden die Holzbauteile maschinell vorgefertigt. Trotz aller technischen Unterstützung betont sie: „Die Montage auf der Baustelle verlangt körperlich einiges ab. Ein Fitnessstudio braucht man da nicht mehr.“ Bauzimmerer und -zimmerinnen arbeiten oft unter freiem Himmel, mit der teils unangenehmen Witterung muss man also zurechtkommen. Und gerade beim Dachstuhlbau ist Schwindelfreiheit unverzichtbar – die Fachkräfte dürfen keine Höhenangst haben. „Sehr wichtig ist es auch, dass man den Rohstoff Holz mag“, sagt Brigitte Flohrer. Ihre Kenntnisse hält sie über berufsspezifische Kurse zu technischen Entwicklungen und rechtlichen Fragestellungen aktuell.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4016