Baukalkulatorin

Mit meinen Kalkulationen schaffe ich die Grundlage, auf der unsere Bauvorhaben durchgeführt werden.

Gut geplant, exakt berechnet

Sarah Bast (29) ist für die Kalkulation von öffentlichen Bauvorhaben zuständig. Neben fundiertem Fachwissen sind praktische Erfahrung und Lernbereitschaft in ihrem Beruf wichtig.

Die Idee, sich auf Baukalkulation zu spezialisieren, kam Sarah Bast während der Weiterbildung zur staatlich geprüften Bautechnikerin: „Nach meiner Ausbildung zur Bauzeichnerin und einiger Zeit in einem Tiefbauunternehmen wollte ich mich beruflich weiterentwickeln“, erinnert sie sich. Vier Jahre lang besuchte sie abends und am Wochenende das Festo Lernzentrum Saar in Sankt Ingbert. Für ihre Abschlussarbeit beschäftigte sie sich intensiv mit Kalkulation und Planung.

Seit eineinhalb Jahren ermittelt sie nun im Bauamt der Gemeinde Saarwellingen die Kosten für diverse Bauvorhaben. „Wenn die Gemeinde ein Bauvorhaben wie den Neubau von Parkplätzen oder Gehwegen anstrebt, kümmere ich mich um die Planung und Kalkulation des Vorhabens“, erklärt die 29-Jährige. Sie trägt viel Verantwortung, denn Fehler in der Kalkulation können bei der Abrechnung am Ende erhebliche Mehrkosten verursachen. „Es gehört eine Menge Erfahrung dazu, da verschiedenste Kostenfaktoren – Materialien, Genehmigungen, Arbeitsaufwand und vieles mehr – berücksichtigt werden müssen."

Von der Kostenschätzung bis zur Abrechnung

Die Baukalkulatorin begleitet Baumaßnahmen von den ersten Entwürfen über die Ausführung bis hin zu den abschließenden Abrechnungen. Bei jedem neuen Projekt erstellt sie zunächst Kostenschätzungen für die einzelnen Maßnahmen – selbstverständlich unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften: „Zum Beispiel habe ich letztes Jahr einen Förderplan für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen erstellt.“ Für ihre Berechnungen nutzt Sarah Bast spezielle Software.

Unter Berücksichtigung ihrer eigenen Schätzungen bereitet die Baukalkulatorin die Ausschreibungen für die jeweiligen Projekte vor und sichtet die Angebote der Bauunternehmen.

Hat eine Firma den Zuschlag für das Vorhaben erhalten, beginnen die Arbeiten. In dieser Phase ist Sarah Bast Ansprechpartnerin sowohl für ihre Kollegen vom Bauamt als auch für die ausführenden Unternehmen. Um die Kommunikation zu erleichtern, arbeitet die Baukalkulatorin nicht nur im Büro, sondern fährt auch zu den Baustellen, wo sie unter anderem offene Fragen beantwortet. „So sammle ich wichtige Erfahrungen für zukünftige Maßnahmen – man lernt nie aus.“ Durch verschiedenste Weiterbildungsmaßnahmen erweitert Sarah Bast zudem fortlaufend ihr Wissen. „Beispielsweise habe ich Seminare zur Baustellensicherung oder zu Asphaltoberbauten besucht, um auch auf diesen Gebieten treffsichere Einschätzungen zum Arbeitsaufwand und den damit verbundenen Kosten machen zu können."

Anträge und Ausschreibungen

Da die Durchführung von Baumaßnahmen von der Witterung abhängig ist, richtet sich auch das Arbeitsjahr der Baukalkulatorin nach den Jahreszeiten. „In der Regel bin ich im Winter vorwiegend mit Planungen und Kalkulationen beschäftigt. Ich schreibe Anträge, hole Fördergelder ein und erstelle Ausschreibungen.“ Im Sommer überwacht sie die Bauarbeiten. Sind die Baumaßnahmen abgeschlossen, führt sie die Abnahmen durch und rechnet die Projekte ab: „Da wir eine Behörde sind und mit einem Jahreshaushalt kalkulieren, kann es zum Jahresende manchmal etwas stressig werden.“

Mit ihrem Tätigkeitsbereich ist die Baukalkulatorin sehr zufrieden: „Mit meinen Kalkulationen schaffe ich die Grundlage, auf der unsere Bauvorhaben durchgeführt werden“, berichtet sie stolz.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7673