Bauelektriker

Wir sind meist die ersten und die letzten auf der Baustelle.

Der Elektriker fürs Grobe

Als Bauelektriker greift Ralph Siebenhaar (46) neben Messgerät und Schraubenzieher auch zu Meißel und Bohrmaschine. Handwerkliches Geschick und fachliche Kompetenz sind Voraussetzungen für seinen Job.

Nach seiner Ausbildung zum Elektroinstallateur – ein entsprechender Abschluss ist heute etwa „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“ – sammelte Ralph Siebenhaar zunächst einige Jahre Berufserfahrung. Dann machte er sich mit einem eigenen Unternehmen im Bereich Bauelektrik selbstständig. „Ich wollte immer etwas mit elektrischem Strom machen, dabei aber auch handwerklich arbeiten und nicht nur Messungen durchführen und Schaltpläne studieren“, begründet der 46-Jährige seine Berufswahl. Zusammen mit seinem Geschäftspartner eroberte er mit dem Unternehmen ELS ElektroLichtSystem UG in Fürth schnell eine Marktnische.

Im Prinzip könne jeder Elektroniker als Bauelektriker tätig werden, wie Ralph Siebenhaar erläutert. Man müsse sich aber darauf einstellen, dass die Arbeit körperlich anstrengend ist: „Während ein Elektriker in der Industrie meist feinere Arbeiten vornimmt, sind wir Bauelektriker allein von unserem Maschinen- und Werkzeugpark her auch auf das gröbere Baugewerbe ausgerichtet.“ Neben den üblichen Arbeitsmitteln eines Elektronikers greifen Bauelektriker auch zu Bohrhämmern und Mauerfräsen, um Leitungskanäle in Wände zu schlagen oder um Schalter, Verteiler- und Steckdosen zu setzen. Ihre Arbeit ist mit derjenigen von anderen Baugewerken verzahnt.

Die Ersten und die Letzten

In der Regel befindet sich der elektronische Hauptanschluss eines Neubaus im Keller. Ab da geht dann unsere Arbeit los“, erklärt Ralph Siebenhaar. Die Bauelektriker verbauen Verteilerschränke, ziehen Stromkabel und installieren Sicherungskästen mit Leitungs- und Personenschutzschaltern. „Wir machen die komplette Verkabelung bis in die einzelnen Räume.“ Auch die Installation von Klingel- und Gegensprechanlagen gehört zum Portfolio des Unternehmens. Anschließend verputzen die Zwischengewerke die Wände und legen den Estrich, sodass die Bauelektriker die Feinarbeiten vornehmen können: „Man muss sich mit den anderen Handwerkern auf der Baustelle absprechen – Kommunikationsbereitschaft ist eine wichtige Voraussetzung“, betont Ralph Siebenhaar. Mit den eigenen Kollegen bildet er ein eingespieltes Team, in dem sich jeder „zu hundert Prozent auf den andern verlassen kann“.

Erst wenn alle elektrischen Leitungen angeschlossen sind, erfolgt die Abnahme durch den Energieanbieter, der das Gebäude für die Stromversorgung freigibt: „Wir sind meist die Ersten und die Letzten auf der Baustelle."

Immer up to date

Wer als Bauelektriker arbeiten wolle, müsse neben dem handwerklichen Geschick und der körperlichen Belastbarkeit unter anderem auch eine große Lernbereitschaft mitbringen: „Es gibt ständig neue Entwicklungen und Produkte auf dem Markt – da muss man dran bleiben“, erläutert Ralph Siebenhaar. Um immer up to date zu sein, hält er sich durch regelmäßige Fortbildungen zu verschiedensten Themen – beispielsweise Brandschutz oder Videosprechanlagen – auf dem Laufenden.

Neben den konkreten handwerklichen Aufgaben kümmert er sich um die Kundenakquise sowie die Angebots- und Rechnungstellung: „Trotzdem versuche ich, so oft es geht auf der Baustelle mitzuarbeiten – eigentlich trage ich wie meine Mitarbeiter immer Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe“, sagt der Bauelektriker. „Für mich ist es die perfekte Mischung aus Arbeit im Büro und auf der Baustelle – man ist viel unterwegs.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2727