Augen­optikerin (Weiter­bildung)

Man trägt große Verantwortung gegenüber den Kunden.

Für eine gute Sicht

Die staatlich geprüfte Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin Nancy Falk (27) hat ihr eigenes Fachgeschäft eröffnet. Im Berufsalltag profitiert sie von dem in den Weiterbildungen erworbenen Wissen.

Sie hat sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt: Mit „Blickfang Augenoptik“ führt Nancy Falk ihr eigenes Fachgeschäft in Dresden. „Ich hatte immer den Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen“, erzählt die 27-Jährige. Sie wusste allerdings, dass dafür ihre duale Berufsausbildung zur Augenoptikerin alleine nicht ausreicht.

Sie entschied sich in der Folge für eine Weiterbildung an der Fachschule Hermann Pistor in Jena. Hier konnte sie sich im Rahmen einer zweijährigen Vollzeitweiterbildung zusätzlich zu ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Augenoptikerin qualifizieren und gleichzeitig die Meisterprüfung ablegen. Schulgebühren fielen an der staatlichen Schule nicht an. Ihren Lebensunterhalt finanzierte Nancy Falk mit Meister-BAföG, das jetzt Aufstiegs-BAföG heißt, und mit Wohngeld.

Von Augenglasbestimmung bis Sportbrillenanpassung

Die Themen der Weiterbildung waren breit gefächert. Es ging etwa um Augenglasbestimmung, Funktionaloptometrie oder um das sogenannte „LowVision“ – um eine Seheinschränkung, die trotz Korrektur durch herkömmliche optische Hilfsmittel auftritt. Ein weiteres Thema war die Anpassung von Sportbrillen und Kontaktlinsen. „Uns wurde ein vertieftes Hintergrundwissen vermittelt. Die Inhalte bauten auf der Ausbildung zum Gesellen auf“, erklärt Nancy Falk. Zudem wurden die Schüler auf die Selbstständigkeit vorbereitet. „Wir hatten betriebswirtschaftlichen Unterricht, lernten viel über Arbeitspädagogik und legten die Ausbildereignungsprüfung ab.“ Auch wenn speziell die Prüfungsvorbereitungen sehr zeitintensiv waren, denkt sie gerne an die Weiterbildung zurück: „Wir haben mit der Klasse viele interessante Ausflüge gemacht.“ In Berlin lernten sie etwa verschiedene optische Firmen kennen, in München besuchten sie die Optikermesse.

Verantwortung gegenüber dem Kunden

Heute dreht sich bei Nancy Falk alles um den Kunden. Die Betreuung beginnt bei ihr mit der Anamnese: Trägt der Kunde bereits eine Sehhilfe? Leidet er unter gewissen Erkrankungen? Erst wenn solche Details geklärt sind, beginnt die Augenglasbestimmung. Mithilfe einer Messbrille und der Angaben des Untersuchten kann die Augenoptikerin die Sehstärke genau ermitteln. Im Falle einer Sehschwäche hat der Kunde normalerweise die Wahl zwischen einer Brille und Kontaktlinsen. Wenn er sich für eine Brille entscheidet, bestellt Nancy Falk die Gläser, schleift sie in ihrer eigenen Werkstatt ab und setzt sie in das gewählte Brillengestell ein. Entscheidet sich der Kunde für Kontaktlinsen, bringt sie ihm die Handhabung der Sehhilfe sowie die Pflege bei. „Man trägt große Verantwortung gegenüber den Kunden“, betont sie. „Würde bei der Kontaktlinsenanpassung etwas schiefgehen, könnte das gesundheitliche Folgen haben.“ Neben der geforderten Sorgfalt sind in ihrem Beruf handwerkliche Fertigkeiten und Fachkenntnisse wichtig – und soziale Kompetenz. Sie muss sich auf jeden Kunden individuell einstellen.

Neben der Kundenbetreuung hat Nancy Falk noch weitere Aufgaben, die sie bei Bedarf – beziehungsweise wenn es der Geschäftsgang zulässt – erledigt: Sie gibt Bestellungen auf, sortiert die gelieferten Waren oder reinigt den Verkaufsraum und die Werkstatt. Noch hat die junge Augenoptikerin keine Angestellten, die ihr solche Arbeiten abnehmen. In Zukunft soll sich das jedoch ändern.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2635