Anpassungs­qualifizierung: Werkstoffe

Es ist sehr wichtig, auch neuartige Verfahren anbieten und professionell anwenden zu können.

Innovation auf dem Dach

Dachdeckermeisterin Angela Kießling (48) möchte, dass ihre Kunden von den Vorteilen neuer Materialien profitieren. In einer Schulung informierte sie sich über die Anwendung solcher Werkstoffe in Theorie und Praxis.

Nach ihrer Ausbildung zur Dachdeckerin arbeitete Angela Kießling zunächst im elterlichen Betrieb mit, den sie nach Abschluss ihrer Weiterbildung zur Dachdeckermeisterin übernahm. Als Geschäftsführerin ist sie heute für die Geschicke ihrer Firma verantwortlich. Neben den klassischen Dachdeckerarbeiten ist das Unternehmen auf die Abdichtung von Flachdächern und Balkonen sowie auf Maßnahmen zur Wärmedämmung spezialisiert.

Neue Methode, neue Kenntnisse

Angela Kießling ist bereits seit über 20 Jahren im Geschäft. Trotz ihrer umfangreichen fachlichen Kenntnisse hält sie es für unverzichtbar, sich immer wieder fortzubilden: „Deshalb informiere ich mich regelmäßig, welche neuen Werkstoffe auf den Markt kommen und ob innovative Arbeitsmethoden entwickelt wurden.“ Die Dachdeckermeisterin achtet beispielsweise darauf, ob ein Zulieferer Schulungen anbietet, in denen er die Anwendung seiner Produkte praktisch demonstriert. So hörte sie von auch von einer Fortbildung, bei der sich interessierte Fachkräfte über eine neuartige Methode der Bauwerksabdichtung mittels Flüssigkunststoff informieren konnten. Der Werkstoff wird bei diesem Verfahren dazu genutzt, beispielsweise Flachdächer oder Balkone gegen Wasser und andere Umwelteinflüsse zu schützen und abzudichten. Da sie dieses Thema besonders interessierte, fuhr sie mit ihren Mitarbeitern zum Schulungszentrum des Materialherstellers, in dem das zweitägige Praxisseminar abgehalten wurde.

Zunächst fand eine theoretische Unterweisung im Umgang mit dem neuen Werkstoff statt. Im Rahmen einer Präsentation lernten die Teilnehmer, wie der Untergrund eines Flachdaches beschaffen sein muss und welche Vorbehandlungen nötig sind, damit der Kunststoff verwendet werden kann. Im Anschluss führten Mitarbeiter des Herstellers die Anwendung praktisch an Arbeitsmodellen vor. Schließlich bildeten die Seminarteilnehmer Teams, in denen sie nun selbst Erfahrungen mit dem neuen Produkt sammeln konnten und probehalber ein Werkstück mit dem Flüssigkunststoff abdichteten.

Erweiterung der Angebotspalette

Für das zweitägige Seminar, das die Unternehmerin mit ihren Mitarbeitern absolvierte, fielen Kosten von etwa 200 Euro pro Person an. Darüber hinaus waren auch noch Reise- und Hotelkosten zu tragen – Ausgaben, die sich nach Meinung von Angela Kießling gelohnt haben: „Es ist sehr wichtig, auch neuartige Verfahren anzubieten und diese professionell anwenden zu können. Dafür bin ich gerne bereit, zu investieren“, erklärt die Dachdeckermeisterin.

Bis zu dem Seminar bot der Betrieb die klassische Bauwerkabdichtung mittels Kunststoff- und Bitumenbahnen an. Nun können Balkone und Flachdächer auch mit dem neuen Flüssigkunststoff isoliert werden, wenn Kunden dies wünschen. Trotz des etwas höheren Preises bringe die neue Technologie für die Kunden Vorteile, da die Abdichtung keinerlei Nahtstellen aufweise und zudem wartungsfreundlich sei, wie die Dachdeckermeisterin erläutert. Sie hofft daher, ihre neuen Kenntnisse in Zukunft häufiger anwenden zu können, wenn die Vorteile des Werkstoffes bekannter werden.

Sicher ist sich die Unternehmerin, dass sie weitere Fortbildungen gemeinsam mit ihren Mitarbeitern absolvieren möchte: „Neuartige Materialien zur Verkleidung von Fassaden und Dacheindeckungen sind ein Thema, mit dem ich mich in Zukunft näher beschäftigen werde – beispielsweise Stahl, der sich biegen, schneiden und falzen lässt und mit recyclebarem Pflanzenöl beschichtet ist.“

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