Anpassungs­qualifizierung: Verfahren und Grundstoffe in der Keramik­produktion

Je besser man die Rohstoffe versteht, umso besser lassen sich die Prozesse steuern.

Perfektion beginnt beim Rohstoff

Eduard Welsch (42) bereitet keramische Massen und Glasuren für die Produktion auf. Um seine Kenntnisse über Grundstoffe und Verfahrensabläufe auszubauen, besucht er regelmäßig fachspezifische Seminare.

Ob Waschtische, WCs, Standsäulen oder Küchenspülen: Das Unternehmen Duravit stellt hochwertige Keramikprodukte her. Eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten ist jedoch nicht einfach, denn die Ausgangsmaterialien sind Naturprodukte und somit nicht immer gleich. Die Grundmasse aller Keramiken besteht aus Ton, Kaolin, Quarz und Feldspat. Für die Glasur werden Quarz, Kreide, Feldspat und das Mineralgestein Dolomit gemischt. „Das Endprodukt kann nur so gut sein, wie das Ausgangsmaterial es zulässt“, erklärt Eduard Welsch. Der Industriemeister der Fachrichtung Keramik ist am Standort Hornberg für die Aufbereitung und Verarbeitung der Massen und Glasuren verantwortlich. „Es ist eine große Herausforderung, die Eigenschaften mit all den Abweichungen so handzuhaben, dass das Ergebnis unseren Qualitätsansprüchen gerecht wird.“

Die Stellschrauben kennen

Bevor er in die Abteilung Rohstoffe wechselte, hatte er als Schichtführer an Hochdruckpressen gearbeitet. „Mit dem Wechsel wollte ich mehr über die Aufbereitung von Massen und Rohstoffen wissen.“ Bereits während seiner Meisterweiterbildung hatte der ausgebildete Industriekeramiker sein Wissen über Brenntechniken und Werkstoffkunde vertieft. „Wie sich die einzelnen Rohstoffe beim Aufbereiten und Brennen verhalten, kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Je nachdem, an welchen Stellschrauben man dreht, kann das eine Kettenreaktion auslösen. Je besser man die Rohstoffe sowie die chemischen und physikalischen Abläufe versteht, umso besser lassen sich die Prozesse steuern“, erläutert er.

Fachliche Qualifizierung

Spezielle Seminare für industrielle Anwendungen werden unter anderem von der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen angeboten. Dort besuchte Eduard Welsch ein theoretisches Grundlagenseminar zum Thema Glasuren. Glasuren sind glasartige Schichten, die neben den Rohstoffen noch Farbkörper, Trübungs- und Mattierungsmittel enthalten. Die Seminarkosten in Höhe von 360 Euro übernahm sein Arbeitgeber.

Das zweitägige Seminar wendete sich an Meister, Techniker und Laborpersonal aus der Silicatkeramik und der Ziegelindustrie und thematisierte den strukturellen Aufbau der Oberflächenschichten, die Wirkung der wichtigsten Glasurkomponenten und der färbenden Bestandteile. Dozenten aus Forschung und Praxis gingen der Frage nach, wie man das Glasurverhalten gezielt beeinflussen kann und wie Glasuradditive wirken. „Zwei Tage sind nicht lang. Aber das Seminar hat mir wirklich viel gebracht, vor allem was das Erkennen und Beheben von Glasurfehlern wie etwa Rissen betrifft, weil einfach sehr viele Beispiele aus der Praxis durchgesprochen wurden.“

Je schneller Eduard Welsch Fehlerquellen auf die Spur kommt, umso besser, denn in seinem Arbeitsalltag sind die Termine eng getaktet: Er bestellt Rohstoffe, plant die Produktion, führt Qualitätskontrollen durch und übernimmt weitere Aufgaben wie etwa die Vorbereitung der Lohnabrechnungen. Auch Mitarbeiter- und Teambesprechungen stehen immer wieder an. „Weiterbildungen, die die Arbeit effizienter gestalten, sind daher eine gute Investition“, so Eduard Welsch. Das sieht sein Arbeitgeber genauso und bietet jedes Jahr ein ganzes Seminarprogramm an, von EDV-Kursen über Schulungen zu Kommunikations- und Personalführungsthemen bis hin zu fachspezifischen Seminaren.

 „Ausgelernt hat man nie“, davon ist der 42-Jährige überzeugt. In Kürze will er ein weiteres Seminar an der Fachschule besuchen.

Informationen

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