Anpassungs­qualifizierung: Veranstaltungs­rigging

Erst ist ein leerer Platz da und nach drei Tagen eine Veranstaltungsstätte, die man aus dem Nichts aufbaut.

Die Traversenkletterin

Das Rig ist das Fundament einer Bühne und gibt der Veranstaltungstechnik Halt. Beke Lüdtke (24) weiß, wie ein Rig aufgebaut sein muss. Das entsprechende Wissen baute sie im Rahmen einer Schulung aus.

Für Beke Lüdtke kam nach der Schule ein Studium nicht infrage: „Ich habe zwar Abitur, aber ich muss etwas mit den Händen machen. Ich mag es, wenn ich am Ende des Tages nach Hause komme und total fertig bin, weil ich den ganzen Tag Bühnenteile getragen habe.“ Schon als Jugendliche in der Laienspielgruppe fand sie die Technik interessant, trug selbst Lampen und legte Kabel. Nach der Schule entschied sie sich daher für die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik – und hat diese Entscheidung nie bereut. „Ich mache das seit fünf Jahren und es ist immer noch mein Traumberuf."

Ihre Ausbildung absolvierte sie bei einem Fernsehsender, wo sie auch heute noch tätig ist. Nach dem Abschluss hörte für sie das Lernen nicht auf: Im Rahmen von Schulungen und Seminaren frischt sie regelmäßig ihr Wissen auf oder eignet sich neue Kenntnisse an. Zuletzt nahm sie an einer Schulung zum Thema Rigging teil. Als „Rig“ wird in der Veranstaltungstechnik die Aufhängung von Lasten bezeichnet, der entsprechende Aufbauprozess ist als „Rigging“ bekannt.

Kompaktes Fachwissen

Die fünftägige Schulung fand vor Ort bei Beke Lüdtkes Arbeitgeber statt, der auch die Kosten übernahm. Für die Teilnahme wurde die Veranstaltungstechnikerin von der Arbeit freigestellt.

Den Kurs leitete ein externer Rigger – ein Experte für den Auf- und Abbau von Traversen –, der auf die Schulung von Fachkräften spezialisiert ist. Beke Lüdtke lernte, wie sie Traversen montiert, Anschläge macht und wie sie Motoren und Lampen anbringt. Darüber hinaus ging es darum, was man beachten sollte, wenn man auf Bühnen klettert und in der Höhe arbeitet. Nicht zuletzt war der Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung Teil der Schulung. „Die Woche hat viel Spaß gemacht“, sagt Beke Lüdtke.

Vom leeren Platz zur Veranstaltungsstätte

Das Wissen aus dem Kurs hilft der 24-Jährigen in der täglichen Arbeitspraxis. Für sie haben Außenübertragungen, bei denen man auf freien Plätzen Bühnen mittels Rigging aufbaut, einen besonderen Reiz: „Erst ist ein leerer Platz da und nach drei Tagen eine Veranstaltungsstätte, die man aus dem Nichts aufbaut.“ Dafür braucht es eine reibungslose Zusammenarbeit der beteiligten Fachkräfte: „Wir müssen eng im Team arbeiten, als Einzelspieler kommt man nicht weit.“

Neben der Arbeit bei Außenübertragungen ist Beke Lüdtke meist im Studio tätig. „Bei uns gibt es ein großes Studio, das täglich für die jeweilige Produktion umgebaut wird“, erzählt sie. „Jeden Morgen wird die Vortagsproduktion abgebaut und die komplette Deko für die nächste Sendung aufgebaut. Wir transportieren Tribünen, drei Meter hohe Wände, Treppen, Podeste und Moderationstische."

Bei ihrer Arbeit sind Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt gefragt, um Gefährdungen zu vermeiden: „Wenn ich eine Lampe neben eine Holzwand hänge, muss ich wissen, dass das gefährlich ist.“ Darüber hinaus sind technisches Verständnis sowie Grundlagenkenntnisse in Physik und Statik unverzichtbar – und Teamfähigkeit: „Man darf nicht schüchtern sein und muss aus sich herausgehen können."

Beke Lüdtke kann sich vorstellen, zusätzliche Qualifizierungen im Bereich Veranstaltungstechnik zu absolvieren: „Irgendwann will ich meinen Meister machen und mehr Verantwortung übernehmen.“ Doch das sind Pläne für die fernere Zukunft. „Im Moment bin ich glücklich.“

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