Anpassungs­qualifizierung: Steuerungs­technik

Ich würde gern häufiger mit Steuerungen arbeiten und auch mal etwas richtig Kompliziertes programmieren.

Kleine programmierbare Helfer

Marcel Peschel (23) baut Modelle für die Automobilindustrie. Um Ventile oder Zylinder automatisch zu regeln, nutzt er speicherprogrammierbare Kleinsteuerungen. In einer Fortbildung erweiterte er sein entsprechendes Wissen.

Mit speicherprogrammierbaren Steuerungen lassen sich Abläufe in Geräten und Maschinen automatisch regeln. Für kleiner dimensionierte Aufgaben gibt es spezielle Kleinsteuerungen, die beispielsweise im Werkzeug- oder Modellbau zum Einsatz kommen. „Diese Kleinsteuerungen sind schnell, kosteneffizient und fehlerresistent“, sagt Marcel Peschel. Er arbeitet bei der Firma M. Reuss in Schwarzach am Main. Hier fertigt er Modelle und Prototypen von Werkzeugen für die Automobilindustrie.

Bereits als Auszubildender zum Technischen Modellbauer der Fachrichtung Gießerei kam er mit speicherprogrammierbaren Kleinsteuerungen in Berührung. „Ein Kollege brachte mir bei, was er darüber wusste, und ich durfte auch mal selbst programmieren“, erzählt der 23-Jährige. Doch das reichte ihm nicht. „Ich wollte mehr darüber wissen und vor allem handfeste Belege vorzeigen können, dass ich mich mit Kleinsteuerungen auskenne.“

Verkabeln und programmieren

Er meldete sich für ein Seminar an, bei dem die speicherprogrammierbare Kleinsteuerung eines bestimmten Herstellers vorgestellt wurde. Das Seminar war in einen Grundlagen- und einen Vertiefungskurs unterteilt, die getrennt voneinander in Esslingen und München stattfanden. Das Grundlagenseminar dauerte drei, das Vertiefungsseminar zwei Tage; rund 2.000 Euro kosteten beide Kurse zusammen. Die Gebühren streckte sein Arbeitgeber vor, Marcel Peschel wird sie in den kommenden Jahren zurückzahlen. Fahrt- und Hotelkosten übernahm die Firma komplett. Für die Dauer des Seminars war er von der Arbeit freigestellt. Als Gegenleistung verpflichtete er sich, noch mindestens zwei Jahre bei seinem Arbeitgeber zu bleiben.

Im Seminar beschäftigte sich Marcel Peschel mit den verschiedenen Modellreihen und ihrer Bedienung. „Wir haben gelernt, wie die digitalen und analogen Eingänge funktionieren und wie man die Sensoren und Aktoren anschließt – und natürlich, wie man die Steuerung programmiert.“ Die Seminare beinhalteten auch praktische Übungen. Der Seminarleiter baute etwa Fehler in die Steuerungen ein, die die Teilnehmer finden und beheben mussten. Im Vertiefungskurs programmierte Marcel Peschel auch selbst: einen Vakuumsauger, der aufgrund der programmierten Steuerung auf Knopfdruck einen Zylinder ausfuhr, ansaugte und wieder einfuhr.

Am Anfang steht der Schaltplan

Wenn in seiner Abteilung Steuerungen eingebaut werden, dann ist das eine Aufgabe für Marcel Peschel. Dabei orientiert er sich an Schaltplänen, die zeigen, wo er die Steuerungen einbauen und wie er sie verkabeln muss. „Wenn man nur den Schaltplan in den Händen hält, weiß man nicht, was am Ende dabei herauskommt. Es könnte ein kleines Werkzeug sein – oder eine Müllpresse“, sagt er. Momentan baut er Prototypen für ein Schäumwerkzeug, das den Kabelbaum zwischen Motorraum und Fahrerraum hindurchfädelt und die Hohlräume verschließt. Mit Hilfe des Schaltplans baut er Zylinder und Versorgungseinheiten in einen Schaltkasten ein, verkabelt die Kleinsteuerung und spielt anschließend das Programm ein, das die Zylinder steuert. „Ich würde gern häufiger mit Steuerungen arbeiten und auch mal etwas richtig Kompliziertes programmieren“, sagt Marcel Peschel. „Es gibt aber auch noch so viele andere Gebiete, über die ich mehr erfahren will – Hydraulik oder CAD zum Beispiel.“ Er kann sich gut vorstellen, noch häufiger Seminare und Fortbildungen zu besuchen.

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