Anpassungs­qualifizierung: Standards zur Daten­übertragung

Man hat ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten.

Vernetzt und ferngesteuert

Wer Licht, Lüftung oder Jalousien per Smartphone steuern möchte, ist bei Christin Lindner (27) an der richtigen Adresse. Sie verkauft die Geräte und programmiert diese. Die Kenntnisse dafür hat sie sich in einer Schulung angeeignet.

Jalousien auf Knopfdruck schließen, die Heizung ein paar Grad höher drehen – und das alles vom Handy aus. Im sogenannten Smarthome ist die Haustechnik vernetzt und lässt sich fernsteuern. Christin Lindner ist sich sicher: „Darin liegt die Zukunft der Gebäudesystemtechnik.“ Die Kauffrau im Großhandel arbeitet im technischen Vertrieb der Witte GmbH. Sie verkauft Geräte, die das Zuhause „smart“ machen. Um sich über Standards zur Datenübertragung zu informieren, besuchte sie eine Herstellerschulung. Auch für Fachkräfte mit einer Ausbildung in der Informations- und Kommunikationstechnik können solche Schulungen sinnvoll sein.

Mit Prüfung zum Zertifikat

Sie entschied sich für einen Kurs über eine Engineering Tool Software (ETS), ein herstellerunabhängiges Installationswerkzeug für die Planung und Konfiguration intelligenter Haus- und Gebäudesystemtechnik. „Damit kann man Licht, Jalousien, Lüftungen und mehr steuern“, sagt Christin Lindner.Die Schulung dauerte fünf Tage, für die sie von der Arbeit freigestellt war. Auch die Kosten von rund 1.000 Euro übernahm ihr Arbeitgeber.

Im Seminar lernte sie, wie man mithilfe der Software verschiedene Geräte miteinander verbindet und programmiert. „Dazu muss man jedem Gerät eine physikalische Adresse im System zuweisen und Aktoren und Sensoren mittels Gruppenadresse verbinden“, erklärt sie. „Dann programmiert man die Funktionen für den Aktor, etwa wie stark er das Licht dimmt, wenn der Sensor das Signal dazu gibt.“ Außerdem lernte sie, wie man mit einem solchen Programm die Geräte mit dem Smartphone verbindet und fernsteuern kann. Neben einem theoretischen Teil standen auch Übungen auf dem Programm. Am Ende mussten die Teilnehmer eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. „Dafür gab es ein Zertifikat. Außerdem bin ich jetzt bei der KNX Association als Fachkraft gelistet und kann die Software online beziehen."

Beraten und programmieren

Die Kenntnisse aus der Schulung helfen ihr, besser auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen. „Damit ich die passenden Geräte auswählen kann, muss ich mich auch mit der Steuerung auskennen und wissen, was welches Gerät kann“, sagt Christin Lindner. Beim Programmieren ermittelt sie zunächst, welche Steuerung der Kunde wünscht. Sie beschäftigt sich damit, wie die Beleuchtung gedimmt werden soll, wie viele Heizkreise vorhanden sind und wie viele Jalousien gesteuert werden müssen. Mit der Software erstellt sie dann eine digitale Gebäudestruktur mit den zu vernetzenden Geräten. Hier kommen die Sensoren und Aktoren ins Spiel: Der Taster oder Sensor gibt etwa den Befehl, die Jalousien herunterzufahren, weil jemand auf dem Smartphone den entsprechenden Knopf gedrückt hat – der Aktor, etwa ein kleiner Elektromotor am Rollladenkasten, führt den Befehl aus. Verbunden sind beide durch eine Gruppenadresse, die Christin Lindner entsprechend zuweist.

Die Systemvorgaben erstellt sie am PC. Hat der Kunde die Geräte bereits eingebaut, kommt sie mit dem Laptop auf die Baustelle und nimmt die Anlage in Betrieb. Ansonsten überspielt sie die Software noch im Büro direkt auf die Geräte. „Ich habe bisher vor allem einfache Sachen programmiert, für Umfangreicheres fehlt meist die Zeit“, sagt sie. Dabei könnte sie mit der Software noch deutlich komplexere Anlagen programmieren, etwa schalterlose Beleuchtungen, die ein Bewegungsmelder steuert, oder Jalousien, die ab einer bestimmten Sonneneinstrahlung herunterfahren. „Man hat ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten.“

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