Anpassungs­qualifizierung: Sprach­kenntnisse

Ich stehe in Kontakt zu Personalberatern, Soldaten und Behörden wie dem Sprachenamt.

Sprachkenntnisse für die Karriere

Hauptfeldwebel Tamara Ferner (33) findet für jeden Soldaten den passenden Fremdsprachenkurs. Ihre eigenen Englischkenntnisse vertiefte sie im Rahmen eines berufsbegleitenden Seminars.

Die Bundeswehr als Arbeitgeber lernte Tamara Ferner über ihre eigene Familie kennen: Ihr Vater hatte eine Soldatenlaufbahn eingeschlagen und war als Wehrdienstberater tätig. „Dadurch erkannte ich bereits früh die beruflichen Möglichkeiten“, erklärt die heute 33-Jährige.

Nachdem sie ihre Berufsausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen hatte – heute lautet eine entsprechende Abschlussbezeichnung „Kauffrau für Büromanagement“ –, bewarb sich Tamara Ferner bei der Bundeswehr und hatte damit Erfolg. Im Rahmen der dreimonatigen Grundausbildung absolvierte sie Schieß- und Gefechtsübungen, erlernte die militärischen Umgangsformen und steigerte ihre körperliche Leistungsfähigkeit.

Planung und Organisation

Im Anschluss an die Grundausbildung trat die junge Soldatin ihren Dienst beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln an. Zunächst übernahm sie Aufgaben im Bereich der Bearbeitung von Reservistenanliegen, bevor sie schließlich in den Bereich Lehrgangsmanagement wechselte. „Ich bin für die Fremdsprachenausbildung der Soldaten zuständig“, erläutert Tamara Ferner. „Wenn eine Kameradin oder ein Kamerad seine Kenntnisse verbessern will, bearbeite ich den Antrag und leite die Details an das Bundessprachenamt weiter."

Im Berufsalltag benötigt sie vor allem Organisationstalent und Kommunikationsstärke: „Mein Telefon klingelt ständig – ich stehe in Kontakt zu Personalberatern, Soldaten und Behörden wie dem Sprachenamt“, erläutert sie. Da sie die Daten der Soldaten mithilfe von verschiedenen Programmen – darunter auch spezielle SAP-Software – bearbeiten und einpflegen muss, kann sie von ihren guten IT-Anwenderkenntnissen profitieren.

Berufsbegleitend absolviert Tamara Ferner zurzeit eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. „Noch vor Beginn der Weiterbildung wusste ich, dass viele Inhalte auf Englisch vermittelt werden. Daher entschied ich mich, meine Kenntnisse zu vertiefen."

Von der Aussprache bis zur Gesprächsführung

Tamara Ferner absolvierte den Englischkurs „Fit for Career“ am Wall Street Institut in Köln. „Die Dauer des Kurses konnte man individuell bestimmen“, erinnert sie sich. „Ich entschied mich für eine berufsbegleitende Variante.“ Insgesamt eineinhalb Jahre lang besuchte sie an zwei Abenden die Woche den Lehrgang. Weitere drei Abende wöchentlich investierte sie in die Nachbereitung der Inhalte zu Hause am Rechner. Alle zwei Wochen galt es, eine mündliche Prüfung zu bestehen; zudem stand am Ende jedes Abschnitts ein Test an.

Neben Grammatik und Aussprache ging es im Kurs vor allem um praktische Gesprächsführung. „Jeder Teilnehmer hatte einen anderen Kenntnisstand“, erzählt Tamara Ferner. „Wir übten, die Kommunikation unter diesen Bedingungen aufzubauen. Wir führten Gespräche zu verschiedenen Themen, etwa Essen oder Reisen."

Der Kurs kostete insgesamt 3.600 Euro, die vom Berufsförderungsdienst der Bundeswehr übernommen wurden. Diese Form der Förderung steht jedem Zeitsoldaten zu; das Ziel ist, den späteren Übergang ins zivile Berufsleben zu erleichtern.

Wie Tamara Ferner im Berufsalltag von der Schulung profitiert? „Ich habe mehr Verständnis dafür, wenn Soldaten zu mir kommen und mir von Problemen mit Fremdsprachen berichten. Außerdem kann ich viel besser einschätzen, wie wichtig das Beherrschen von Fremdsprachen ist.“

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/123266