Anpassungs­qualifizierung: Sport­physiotherapie

Man muss eine gewisse Gelassenheit und Ruhe mitbringen, um die Situation richtig wahrnehmen und analysieren zu können.

Leistungssportler fit machen

Der Physiotherapeut Stefan Kraft (34) kümmert sich um die körperlichen Beschwerden von Leistungssportlern. Fortbildungsbereitschaft gehört in seinem Beruf zu den Grundvoraussetzungen.

Stefan Kraft behandelt die kleinen und großen körperlichen Probleme von professionellen Athleten. Im Laufe seiner Karriere war er etwa bereits als Physiotherapeut der deutschen Softball-Nationalmannschaft tätig. Heute arbeitet er bei sportec Therapie & Training in Weinheim, wo Sportler zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss am Knie, einer ausgekugelten Schulter oder einem Bandscheibenvorfall therapiert werden. Der 34-Jährige nimmt nicht nur Behandlungen nach individuell ausgearbeiteten Plänen in der Praxis vor, sondern begleitet auch oft Mannschaften: „Ich bin beim Trainingslager, beim Training und bei den Spielen dabei."

Anatomie, Erste Hilfe und Massage­techniken

Um vorhandenes Wissen aufzufrischen oder um sich über neue Therapiemethoden zu informieren: Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb Fortbildungen in Stefan Krafts Beruf wichtig sind. So besuchte er etwa einen speziellen Kurs zum Thema Sportphysiotherapie an der Sportphysio-Akademie Mannheim. „Dort wird einem kompakt alles vermittelt, was in der Sporttherapie von Bedeutung ist“, erzählt er.

Die Schulung fand in Blockunterricht statt, auf dem Lehrplan standen verschiedenste Themen. Es ging etwa um Anatomie, Psychologie und Ernährungslehre, aber auch um Sportverletzungen, Basisfunktionsuntersuchungen, um das Tapen, Massagetechniken, Erste Hilfe und die Arbeit an und mit Trainingsgeräten. Insgesamt 90 der 150 Unterrichtsstunden waren als Praxisunterricht konzipiert, in dem die Teilnehmer das Gelernte direkt anwenden konnten.

Stefan Krafts Arbeitgeber unterstützte ihn, indem er die Fortbildungskosten in Höhe von 1.250 Euro übernahm und den Physiotherapeuten für die Dauer der Schulung freistellte.

Erstdiagnose auf dem Spielfeld

Die Fachkräfte, die Sportler vor Ort betreuen, sind oft mehrere Tage mit ihnen unterwegs; häufig arbeiten sie auch am Wochenende – Flexibilität ist also eine zentrale Anforderung. Wichtig sei zudem, dass man auch unter Stress konzentriert und zielgerichtet arbeiten könne, wie Stefan Kraft erläutert. Liegt ein Athlet verletzt auf dem Spielfeld, eilt er sofort heran: „Man muss in solchen Situationen eine gewisse Gelassenheit und Ruhe mitbringen, um die Situation richtig wahrnehmen und analysieren zu können“, erklärt er.

Sofern dies möglich ist, führt der Physiotherapeut schon vor Ort eine Erstuntersuchung durch. Dabei sind Fachwissen und Erfahrung gefragt: „Ich muss einerseits wissen, welche Verletzungen häufig auftreten, andererseits aber auch über den Tellerrand hinausblicken, um seltenere Beschwerden erkennen zu können.“ Liegt nach einer Kopfverletzung etwa der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma vor, nimmt Stefan Kraft den Athleten direkt aus dem Training oder Spiel und übergibt ihn an den Mannschaftsarzt, der dann eine genaue Diagnose erstellt. Kleinere Beschwerden wiederum – etwa Schulterprobleme – kann der Physiotherapeut selbst lindern, zum Beispiel mit einem Tapeband, das die Muskelfunktionen unterstützt und den Gelenken mehr Halt bietet.

Was seine berufliche Zukunft betrifft, so baut Stefan Kraft weiterhin auf Fortbildungen. Dank des absolvierten Kurses könnte er als Nächstes die Lizenz des Deutschen Olympischen Sportbundes „DOSB-Sportphysiotherapie“ in Angriff nehmen. Danach dürfte er Olympioniken betreuen – und sich damit einen Traum verwirklichen.

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