Anpassungs­qualifizierung: Spezifisches Einsatz­wissen bei Feuerwehren

Man braucht eine gesunde Mischung aus Teamfähigkeit, Überblicksfähigkeit und Stressresistenz.

Zu Wasser und auf dem Land

Bei einer Berufsfeuerwehr birgt Oberbrandmeister Björn Heise (33) Personen aus Gewässern, dichtet unter Wasser Gefahrgutbehälter ab und steuert spezielle Einsatzfahrzeuge. Über entsprechende Qualifizierungen erweitert er fortwährend seine Kenntnisse.

Wenn bei der Berliner Feuerwehr Einsätze mit spezialisiertem Personal, Sonderfahrzeugen und Sondergeräten durchgeführt werden müssen, ist das die Aufgabe des Technischen Dienstes. Dazu gehört unter anderem die Tauchgruppe, in der Oberbrandmeister Björn Heise tätig ist.

In seiner Jugend war der heute 33-Jährige lange Jahre beim Wasserrettungsdienst, nach der mittleren Reife diente er zwei Jahre lang bei der Deutschen Marine. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker – heute lautet die Abschlussbezeichnung „Kraftfahrzeugmechatroniker“. Er merkte jedoch schnell, dass er auf Dauer mit diesem Beruf nicht glücklich werden würde. Ein Bekannter machte ihn auf die Karrieremöglichkeiten bei der Feuerwehr aufmerksam, und so bewarb er sich für den Anwärterdienst, den er erfolgreich absolvierte. Nach einiger Zeit im Feuerwehrdienst bewarb er sich dann intern bei der Tauchergruppe und bestand die Eignungstests. Im Rahmen einer dreimonatigen Qualifizierung wurde er schließlich auf seine heutigen Aufgaben vorbereitet.

Immer auf dem aktuellen Stand

Doch in seinem Beruf hört das Lernen niemals auf. Immer wieder ändern sich die Vorschriften oder es werden neue Geräte und Fahrzeuge eingeführt. „Um für alle Szenarien gerüstet zu sein, haben wir im Technischen Dienst diverse Sonderfahrzeuge“, erläutert der Oberbrandmeister. Was den Umgang damit betrifft, sind regelmäßige Fortbildungen Pflicht. Für manche Fahrzeuge sind gesonderte Führerscheine nötig.

Zuletzt ließ sich Björn Heise im Umgang mit einem speziellen Flurförderfahrzeug schulen. Damit werden Gefahrgüter und schwere Güter transportiert. Die Schulung fand einmal wöchentlich statt, bestand aus theoretischen Einheiten sowie praktischen Fahrübungen und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Monaten. Dafür wurde der Feuerwehrmann von der Arbeit freigestellt. Die Kosten übernahm sein Arbeitgeber.

In den theoretischen Einheiten ging es um Sicherheitsaspekte, Fahrzeugbedienung und Beladerichtlinien sowie um Gewichte und Maße der Güter. Das Gelernte setzte Björn Heise anschließend bei den Übungen um. Für die Schulung sind im Schnitt 10 bis 20 Fahrstunden vorgesehen, abhängig von den Vorkenntnissen des Teilnehmers. Am Ende der Fortbildung absolvierte der Oberbrandmeister eine Prüfung und bekam ein Zertifikat.

Die perfekte Mischung

Das Wissen aus der Schulung setzt Björn Heise nun im Berufsalltag ein. Er ist nicht ausschließlich im Wasser im Einsatz, sondern fährt des Öfteren auch in der Atem- und Umweltschutzgruppe oder in der Rüst- oder Schaumgruppe mit – und kann hier seine Kenntnisse in Zusammenhang mit Spezialfahrzeugen einbringen. Zudem wird er pro Monat im Durchschnitt fünfmal zu Tauchereinsätzen gerufen. Der Feuerwehrmann ist im Schichtdienst tätig, mit Diensten von 12 bis 24 Stunden.

Da es bei seiner Arbeit immer um Leben und Tod gehen kann, sind die Voraussetzungen dafür Fitness, psychische Belastbarkeit und soziale Kompetenz. Man müsse kein Spitzensportler sein, aber eine Vielzahl von Fähigkeiten besitzen, wie Björn Heise ausführt: „Für diese Arbeit muss man nicht der Größte oder der Schnellste sein, weil grundsätzlich niemand alleine arbeitet. Man braucht eine gesunde Mischung aus Teamfähigkeit, Überblicksfähigkeit und Stressresistenz – und natürlich technisches Verständnis und handwerkliche Fähigkeiten.“

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