Anpassungs­qualifizierung: Schweiß­verfahren im Rohrleitungs­bau

Bei unserer Arbeit haben wir es mit ganz unterschiedlichen Rohrwerkstoffen zu tun.

Passgenaue Verarbeitung

Werkstoffe bestimmen, die passende Verbindungstechnik auswählen und Rohre fachgerecht verschweißen – Berufsalltag für Benjamin Fuß (29). Sein Wissen vertiefte er im Rahmen eines Lehrgangs.

Damit Wasser und Gas dorthin geleitet werden, wo man sie braucht, verlegen Rohrleitungsbauer wie Benjamin Fuß die notwendigen Druckrohrleitungen und halten sie instand. Die Arbeit auf der Baustelle beginnt meist schon morgens um 7 Uhr – dann heißt es: Gräben mit dem Bagger ausheben, Rohre freilegen, neue Rohre schälen, reinigen und verschweißen. Zum Schluss müssen die Oberflächen – ob Straße, Geh- oder Radweg – wiederhergestellt werden.

Benjamin Fuß und seine Kollegen arbeiten in Kolonnen. Der Berufsalltag des 29-Jährigen ist bestimmt von handwerklichen Tätigkeiten, die mal mehr, mal weniger körperlichen Einsatz erfordern. Von der Handfeile über diverse Schweißgeräte bis hin zur Rüttelplatte und dem Minibagger muss der Rohrleitungsbauer mit ganz unterschiedlichen Geräten umgehen können. Er arbeitet immer im Freien. „Da wir vom Wetter abhängig sind, können das im Sommer auch mal lange Tage werden. Dennoch macht mir die Arbeit Spaß!“

Benjamin Fuß dokumentiert die einzelnen Arbeitsschritte exakt: „Schließlich muss nachvollzogen werden können, wo an welchem Rohr wann was gemacht wurde“, erklärt er. Denn Rohrleitungsbauer hantieren in einem höchst sensiblen Bereich: „Hier werden zum einen Trinkwasser und zum anderen Gas durchgeschickt. Das bedeutet, wir müssen bei den Trinkwasserrohren keimfrei arbeiten, und generell dürfen keine Lecks entstehen.“ Die Sicherheitsanforderungen sind hoch. Muffe, Flansch und Schlagring müssen sauber und passgenau verarbeitet sein.

Fachgerechtes Schweißen

In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz von Polyethylen – kurz PE – als Rohrwerkstoff für die Gas- und Wasserverteilung durchgesetzt, da die entsprechenden Rohre eine hohe Lebensdauer haben und sich schnell und gut verlegen lassen. „Ein weiterer Vorteil sind die Verbindungstechniken für diese Rohre: Neben den lösbaren mechanischen Verbindungen gibt es auch unlösbare Schweißverbindungen."

Um eine einwandfreie PE-Schweißverbindung herstellen zu können, besuchte Benjamin Fuß an der Handwerkskammer Koblenz den einwöchigen Lehrgang „PE-HD-Schweißer nach DVGW-Arbeitsblatt GW 330“ und legte eine entsprechende Prüfung ab.

Wissen anpassen

„Bei uns im Betrieb haben das alle Rohrleitungsbauer durchlaufen, weil das mittlerweile einfach zum Standard gehört“, erklärt Benjamin Fuß. Die Kosten für den Grundkurs in Höhe von 970 Euro übernahm sein Arbeitgeber, der ihn zudem von der Arbeit freistellte.

Zu den praktischen Inhalten des Lehrgangs gehörten etwa Heizelementstumpfschweißen, Heizwendelschweißen von Anbohrarmaturen, verschiedene Montageübungen sowie das Anfertigen von Übungs- und Prüfstücken. Auch die Theorie kam nicht zu kurz: „Bei unserer Arbeit haben wir es mit ganz unterschiedlichen Rohrwerkstoffen zu tun, die wir erkennen müssen, um die richtigen Rohrverbindungen herstellen zu können. Das können Steck-, Klemm- oder Schweißverfahren sein.“ Im theoretischen Teil eigneten sich die Teilnehmer Fachwissen im Bereich Rohrleitungsbau an. Es ging unter anderem um die Verlegetechnik im Gas- und Trinkwasserbereich, um Rohrdimensionierung, Kennzeichnung und Transport. Auch die Dichtheitsprüfung sowie verschiedene Reparaturtechniken und Sicherheitsregeln waren Thema.

Benjamin Fuß denkt bereits über eine weitere Qualifizierung nach. Er plant, die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Bautechnik mit dem Schwerpunkt Tiefbau zu absolvieren.

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/2243