Anpassungs­qualifizierung: Qualitäts­sicherung Beton

Als Betonprüfer bin ich dafür verantwortlich, dass die Qualität immer den Standards entspricht.

Knallharte Kontrolle

Im Labor untersucht Peter Donhauser (24) die Produkte eines Kalk- und Zementwerks. Er nimmt Stichproben und prüft, ob die Qualität den Vorgaben entspricht. Um seine Kenntnisse über Beton zu erweitern, besuchte er eine Schulung.

Beton ist nicht gleich Beton. Auf eine Brücke wirken große Zugkräfte, eine Kellerwand muss dagegen viel Druck aushalten. „Man kann die Eigenschaften des Betons verändern, indem man die Zusammensetzung verändert“, sagt Peter Donhauser. Beton besteht aus Zement, Wasser, Gesteinskörnung und Zusatzstoffen wie Fließmittel oder Stabilisatoren. Die einzelnen Bestandteile variieren je nachdem, welchen äußeren Einflüssen der Beton ausgesetzt ist.

Peter Donhauser arbeitet als Stoffprüfer bei der Sebald Zement GmbH, die ein Kalk-, Stein-, Zement- und Düngemittelwerk betreibt. Täglich entnimmt er Stichproben aus der laufenden Produktion und prüft im Labor, ob sie mit den Rezepturen übereinstimmen. Zunächst testete er vor allem Zement und Düngemittel. Um auch Beton untersuchen zu können, besuchte er eine Fortbildung zum Betonprüfer.

Hohes Pensum

Der Lehrgang dauerte drei Wochen und fand an der Bayerischen Bauakademie in Feuchtwangen statt. In dieser Zeit war Peter Donhauser von der Arbeit freigestellt. Sein Arbeitgeber übernahm die Kursgebühren in Höhe von rund 1.500 Euro und kam für die Hotelkosten auf.

Im Unterricht lernte er den Baustoff Beton von Grund auf kennen. Er erfuhr, wie die einzelnen Komponenten aufgebaut sind und wie viel davon man in welchem Verhältnis zusetzen darf. Auch Grenzwerte, DIN-Normen und Konsistenzklassen waren Thema. Praktisches Arbeiten kam ebenfalls nicht zu kurz. „Wir haben zum Beispiel selbst Beton nach einer vorgegebenen Mischung hergestellt“, erzählt Peter Donhauser. Er übte außerdem verschiedene Prüfmethoden ein, mit denen die Qualität des Betons kontrolliert werden kann. Nach zwei Wochen stand eine erste Prüfung an, am Ende des Kurses mussten drei theoretische und zwei praktische Prüfungen gemeistert werden. „Das Arbeitspensum war hoch, aber machbar“, sagt Peter Donhauser. Der Unterricht war klar strukturiert, und die erfahrenen Dozenten gingen jederzeit auf Fragen der Teilnehmer ein.

Fließmaß und Sieblinie ermitteln

Die Kenntnisse aus der Schulung nutzt er heute nicht nur im Zusammenhang mit Beton. „Das Wissen kommt mir auch beim Analysieren von Zement zugute“, sagt er. „Ich verstehe jetzt, welche Rolle Zement in der Betonherstellung spielt, und kann besser einschätzen, ob die Qualität dafür gegeben ist.“ Seit der Schulung bearbeitet er auch Anfragen der Transportbetonwerke, die zur Firmengruppe gehören. Bei den Betonproben ermittelt er beispielsweise das Fließmaß, untersucht den Beton auf Luftporen oder fertigt eine Sieblinie an, um die Gesteinskörnung zu untersuchen. Außerdem stellt er Betonwürfel her, die er in einer Presse einem Drucktest unterzieht. Dabei muss der Beton einen bestimmten Druckwert erreichen, der durch eine Norm festgelegt ist. Stimmt etwas nicht, geht er auf Ursachenforschung: Liegt das Problem am Zement? Oder hat ein Lieferant eine unpassende Gesteinskörnung geliefert? „Als Betonprüfer bin ich dafür verantwortlich, dass die Qualität immer den Standards entspricht“, sagt Peter Donhauser. Die Schulung zum Betonprüfer war für ihn nur der erste Schritt. In Kürze will er einen Vertiefungskurs zum Betontechnologen in Angriff nehmen, um sein Wissen in Bezug auf diesen Werkstoff nochmals zu erweitern und zu vertiefen.

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