Anpassungs­qualifizierung: Manuelle Therapie

In meinem Job muss man offen auf Menschen zugehen und in interdisziplinären Teams arbeiten können.

Blockaden lösen

Im Rahmen einer Fortbildung eignete sich der ausgebildete Masseur und medizinische Bademeister Sven Leitner (34) zusätzliche Kenntnisse im Bereich der manuellen Therapie an. Diese wendet er bei der Behandlung von Patienten mit Gelenkschmerzen an.

Fortbildung spielt für Sven Leitner eine wichtige Rolle. Der Masseur und medizinische Bademeister will sein Fachwissen auf dem aktuellen Stand halten – und zudem seine Kenntnisse über Behandlungsmethoden wie etwa die Integrative Manuelle Therapie immer wieder erweitern. „Bei diesem therapeutischen Ansatz stehen Bewegungsstörungen von Gelenken im Fokus“, erklärt der 34-Jährige. Vor kurzem absolvierte er eine Qualifizierung zu diesem Thema.

Anatomie und Krankheitsbilder

Die Fortbildung fand am Nürnberger Bildungsinstitut für therapeutische Berufe „Das mediABC“ statt und bestand aus zwölf Modulen, die sich über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren erstreckten. Jeweils donnerstags bis sonntags besuchte Sven Leitner die Blockseminare. Sein Arbeitgeber stellte ihn für die Kurse frei.

In den Theorieeinheiten ging es unter anderem um Befunderhebung, relevante Krankheitsbilder sowie um die menschliche Anatomie und Physiologie. Im praktischen Teil übten die 28 Teilnehmer in Zweiergruppen unter Anleitung zweier Dozenten die Handgriffe ein. „Wir erhielten oft kleine Arbeitsaufträge, etwa die Behandlung eines Krankheitsbildes, und präsentierten die Ergebnisse vor der Klasse“, sagt Sven Leitner. Vor den Prüfungen traf er sich gelegentlich mit einigen Teilnehmern zum Lernen. Obwohl seine Freizeit dadurch eingeschränkt war, investierte er die Zeit gern: „Meine Arbeit ist mein Hobby. Daher empfinde ich die Herausforderungen nicht als Belastung.“ Die Kosten der Fortbildung in Höhe von 3.165 Euro bezahlte er aus privaten Rücklagen.

Von der Massage bis zur Mobilisierung

Im Geriatriezentrum am Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen übernimmt Sven Leitner mittlerweile mehr Verantwortung. „Vor meiner Fortbildung kümmerte ich mich eher um einfache Behandlungen von Muskelbeschwerden. Heute darf ich an die komplexeren Fälle mit eingeschlossener Gelenkpathologie heran. Bei der Befunderhebung beweise ich meinen geübten Blick für die menschliche Biomechanik“, erläutert er.

Seinen Arbeitstag startet Sven Leitner morgens um 7.30 Uhr mit der Therapieplanung, die er nicht nur für sich, sondern auch für die Auszubildenden und seine drei Kollegen am Computer erstellt. Auch für die Dokumentation und die Erstellung von Patientenberichten nutzt er Software. Bei der Behandlung der Patienten nimmt er sich die nötige Zeit für ausführliche Patientengespräche und eine gründliche Untersuchung. Oftmals beschweren sich Patienten etwa über Nackenschmerzen; die Ursache hierfür kann ein blockiertes Wirbelsäulensegment sein. „Mit einer vorsichtigen Bewegungsprüfung des Kopfbereiches stelle ich fest, ob es sich tatsächlich um ein Gelenkproblem handelt, und mobilisiere das Gelenk dann direkt.“ Bei Bedarf hält der Masseur telefonisch Rücksprache mit dem Arzt.

Neben seinen Aufgaben in der Therapie übernimmt er die Anleitung von Schülern. Auch die Teilnahme an Teamvisiten, die von den Ärzten und weiterem medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden, gehört zu den wiederkehrenden Aufgaben. „In meinem Job muss man offen auf Menschen zugehen und in interdisziplinären Teams arbeiten können.

Obwohl Sven Leitner mittlerweile bereits über ein sehr breites Fachwissen verfügt, ist Weiterbildung nach wie vor zentral für ihn. Aktuell absolviert er etwa eine Qualifizierung zum Osteopathen.

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